Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zirbenach bis zirk (Bd. 31, Sp. 1578 bis 1579)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zirbenach, zirmach, zermach, n., legföhrengehölze, kieferngehölze Unger-Khull steir. 653a; das zirmach gehölz von zirmbäumen Schmeller-Frommann bair. 2, 1151; zirmach Buck flurnamenb.2 308. mit dem kollektivsuffix -ach zu zirben, zirm, m., gebildet.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zirber, f., zirbelkiefer s. 3zirbel 2; die komposita zirberbaum, -drüse, -nusz, -nüszlein s. ob. zirbelbaum usw.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zirch, m., kot. s. 1zirk.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zirch, m., bezirk. s. 6zirk.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zire, f., bolcello, bolcelletto zire, reitlaus, ein würmlein zwischen haut und fleisch, it. ein käswurm, eine milbe Kramer it.-teutsch (1676) 247a; auch in der form: zirre teutsch-it. (1678) 1277a; zire, zirre, f., zirlein, n., teutschit. 2 (1702) 1469a; dadurch bewirkte faulkrankheit: ein gewiss pulver das heilt die zcyr, das ist die fawl (fäule), die einem mundt, augen, nassen abfrist Heinrich v. Pfolspeundt bündthertznei (1460) 43 Haes.-Midd.; gleich sire, f., teil 10, 1, sp. 1231; lautliche kurzform des folgenden.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zirei, f., n., m., eiterndes geschwür, hautausschlag, krätze; durch ungeziefer verursachte baumkrankheit; lehnwort aus slow. čirâj (vgl. tsch. u. russ. čirej); meist in der form sirei teil 10, 1, sp. 1231. die beiden formen erklären sich aus der doppelten substitutionsmöglichkeit des slaw. č Lessiak konsonantismus 81 f.; zu beachten ist die übereinstimmung in der bedeutung und die lautliche berührung mit dem weiter verbreiteten 3säure teil 8, sp. 1924, auch seure teil 10, 1, sp. 707, Fischer schwäb. 5, 1379, süre teil 10, 4, sp. 1260f., schweiz. id. 7, 1293f.; die belege entstammen bair.-österr. quellen der älteren zeit: die schaden unter den augen, die hart rufen haben und weiter fressen als die zirey oder frantzosen Sebastian v. Thurn arzneybuch (1534) bei Schmeller-Fr. 2, 323; 'zirei, sirei, f., fistelartiges geschwür' quellen von 1571 und 1545 bei Unger-Khull steir. 653b; benedictwurtzsaft ist gut für das zirein und für das gschoss im kopf quelle a. d. 16. jh.; doch musz mans (das aufritzen der baumrinden) nie thun, wann der mond im krebs ... ist, sonst kriegen dergleichen bäume den brand, krebs und zierey leichtlich Hohberg georg. cur. (1682) 1, 122a; in seinem alter ist dieser baum (der nespelbaum) dem wurm oder zirey sehr unterworffen ebda 440b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zirgelbaum, m., 'celtis australis L., elsebeerbaum, ... auch nesselbaum und bohnenbaum' Adelung2 4, 1725; Voigtel wb. (1793) 3, 705; entrundete form zu zürgelbaum teil 16, sp. 658; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 871.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ziringe, zirinke, zirene, zitrene, f., flieder, syringa vulgaris; mundartl. für syringe teil 10, 4, sp. 1432; ziringe ... 'in Alt-Württemberg weit verbreitet' Fischer schwäb. 6, 1239; zirink, zittering Schmidt Straszburg 120b; zirink Martin-Lienhart elsäss. 2, 913b; zirinke gemeiner flieder, holder Seiler Basel 326a; nd. häufig und vereinzelt md. zirene, s. sirene teil 10, 1, sp. 1234; landschaftlich (thür.) beeinfluszt ist wohl auch: 'blaue blüte alias zirenen et welscher holunder flos cyrenaicus' Stieler stammb. (1691) 201; zireen Mensing schlesw.-holst. 5, 761, ziren'n Westermann Baden (Verden) 92a; zirenen syringe, flieder Frederking Hahlen 179b, zirêne holunder Damköhler 231b, tsirē Hentrich Eichsfeld 84, tserē'ne Bauer-Collitz Waldeck 106a, Hofmann niederhess. 270a; zitrene Schambach Göttg. 308b; zitterēne, diminutiv zitrēneken Dahlberg wortschatz Südhannovers 98; zitrênchen, zirênchen Kleemann

[Bd. 31, Sp. 1579]


Nordthür. 8c; über die unterschiedliche verbreitung und bedeutung von syringe, flieder und holunder s. Söhns pflanzenn. (1907) 67, Teuchert sprachreste d. ndl. siedlungen 214 und die verweise teil 10, 4, sp. 1432.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zirinke, f., syringe, flieder, s. oben ziringe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zirinke, f., hyazinthe: 'zirinken blaue hyazinthen (Württemberg)' Klein provinzialwb. 2, 247; Fischer schwäb. 6, 1239; bei Campe 5, 874 als veraltet angeführt; wegen der blauen farbe übertragen von ziringe 'syringa vulgaris', möglicherweise erleichtert durch 1zinken (sp. 1402).
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zirk, zirch, m., kot, mist; entrundete form zu zürch, zürk teil 16, sp. 637; vgl. ags. tord, n. 'kot' aus idg. *d-tóm; mit gutturalerweiterung mhd. zurch, zürch Walde-Pokorny 1, 798; bes. kot des pferdes, s. rosszirk teil 8, sp. 1279; bezeugt frühnhd. im bair.-schwäb. sprachraum: und in den meüssfleischen des afftern, macht es das der zirch oder kat on willen von eim menschen geet M. Herr schachtafeln d. gesuntheit (1533) Ee 2b; (ein bauer) nahm den zirch von einer stutten (gegen das seitenstechen) Hohberg georg. cur. (1682) 1, 278a; nim ein zirck von einem jungen ross oder wie du es haben kanst Gäbelkover artzneyb. (1596) 1, 121; zirch (der pferde) dörren und understrewen (um 1600) H. U. Krafft reisen u. gefangensch. 130 lit. ver.; in zusammensetzungen: der stulgang ist leicht, schwimpt uff dem wasser unnd ist in gestalt wie ein küe zirch M. Herr schachtafeln d. gesuntheit (1533) Gg 4a; ein schäffin zirckh (1571) bei Fischer schwäb. 6, 1240, s. schafzirk teil 8, sp. 2054.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: