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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zirbelwind bis ziringe (Bd. 31, Sp. 1577 bis 1578)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zirbelwind, m., wirbelwind: cirbilwint turbo est volubilitas ventorum (Schl. 1340) Konrad v. Heinrichau vocab. in: mitt. d. schles. ges. f. volksk. 13/14, 399b; fundgruben 1, 400a Hoffmann.
 
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zirben, zirm, m., f., zirbe, f., pinus cembra, zirbelkiefer; zirben, zirm vermutlich das substantivierte adj. zirben, abgelöst aus zirbenbaum; das fem. zirbe nach buche, eiche, linde u. a.; die zusammensetzungen s. oben zirbel-; belege: doch solle der lerchen, zirm, ahorn, eschen, ilbmen und anders holz, so zu zeugholz und sonderlich zu den perkwerchen ... zu brauchen sein, in albeg verschont werden (Salzburg 17. jh.) österr. weist. 1, 252; doch soll man die zürmb ohne erlaubnus der holzpürgen und der gmain weder zu prauch-, noch vielweniger zu prennholz nit nemben (Tirol 17. jh.) ebda 4, 311; zirbe (bair. hochland) Sendtner vegetationsverhältn. Süddeutschlands (1854) 530; im Oberengadin heiszt der baum: arve, in Tirol: zirme Schlechtendal flora v. Deutschland (1880) 2, 35; zirbm, zirb'l, f., die zirbelkiefer, pinus cembra Lexer Kärnten 266; zirm, zirbl, f. Schöpf Tirol 829; zirbm (Salzburg, Tirol) Schmeller-Frommann bair. 2, 1149; der zirm, zirn ebda 1151; er bereitete aus dürrem zirm brennholz Rosegger schr. (1895) I 2, 271; die schweren nach oben gerichteten zweige am starken geäst der zirbe Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 224; frater Severin aber schnurrte schon wieder im schlaf wie die säge in einer dünnen zirbe Ganghofer klosterjäger (61893) 30. mit rundung i > ü: zürbe, zürbelnusz pinus cembra Nemnich wb. d. naturgesch. 672; zürbe, arbe ..., zirme Metzger pflanzenkde (1841) 289; mit senkung i > e: zwischen den zerben Rosegger schr. (1895) I 6, 379; zirbel, zirre ò zerre, zirn pino, pigno, lat. pinus Kramer t.-ital. 2 (1702) 1468c. vereinzelt auch von pinus montana: der zerm in Österreich, der zürm zu Innsbruck, name der liegenden alpenföhre, pinus alpina procumbens Popowitsch versuch (1780) 541; zerbe, f., zwergkiefer, pinus pumilio Unger-Khull steir. 648b; vgl. auch serpe 2, teil 10, 1, sp. 626.
 
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zirben, zirmen, zirnen, zirlin, adj. , die form zirlin regelrecht aus zirbel (s. 3zirbel) gebildet, die andern an die adjektive buchen, eichen u. a. angelehnt.
1) aus dem holz der zirbelkiefer: zyrmein und lërchein laden und ander zymerholtz (1484) mittelalterl. inventare 74 Zingerle; pinea nux zirlin nusz, arzeffen in Wallis, zirbelnüszlin Gesner erdgewächse (1542) 89; die stuben mit gutem wolriechenden holtz, als zürmen auszgetäffelt werden Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 421; mit zirninen zweigen Sandrart iconologia deorum (1680) 74a; das schenist zürmen und ander holzwerk zum schiszlenmachen (Tirol 17. jh.) österr. weist. 5, 274; lärchenes, zirmenes, feichtenes und. anderes holz (Tirol 1801) ebda 3, 232; zirmenes holz Schmeller-Frommann bair. 2, 1151; sie setzte sich auf die zirbene bank Handel-Mazzetti Stephana Schwertner (1927)

[Bd. 31, Sp. 1578]


3, 108; in der mit zirbenem getäfel ausgekleideten ... leutstube weilten der herzog und der Trüdinger unter heimischem und fahrendem volk Watzlik rückzug d. 300 (1936) 237.
2) tritt mit baum, holz u. a. als bestimmungsglied von kompositen zusammen; vgl. noch getrennte schreibung zürmen holtz Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 486; zirmen nüslein ebda 376; die belege s. ob. zirbel-.
 
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zirbenach, zirmach, zermach, n., legföhrengehölze, kieferngehölze Unger-Khull steir. 653a; das zirmach gehölz von zirmbäumen Schmeller-Frommann bair. 2, 1151; zirmach Buck flurnamenb.2 308. mit dem kollektivsuffix -ach zu zirben, zirm, m., gebildet.
 
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zirber, f., zirbelkiefer s. 3zirbel 2; die komposita zirberbaum, -drüse, -nusz, -nüszlein s. ob. zirbelbaum usw.
 
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zirch, m., kot. s. 1zirk.
 
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zirch, m., bezirk. s. 6zirk.
 
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zire, f., bolcello, bolcelletto zire, reitlaus, ein würmlein zwischen haut und fleisch, it. ein käswurm, eine milbe Kramer it.-teutsch (1676) 247a; auch in der form: zirre teutsch-it. (1678) 1277a; zire, zirre, f., zirlein, n., teutschit. 2 (1702) 1469a; dadurch bewirkte faulkrankheit: ein gewiss pulver das heilt die zcyr, das ist die fawl (fäule), die einem mundt, augen, nassen abfrist Heinrich v. Pfolspeundt bündthertznei (1460) 43 Haes.-Midd.; gleich sire, f., teil 10, 1, sp. 1231; lautliche kurzform des folgenden.
 
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zirei, f., n., m., eiterndes geschwür, hautausschlag, krätze; durch ungeziefer verursachte baumkrankheit; lehnwort aus slow. čirâj (vgl. tsch. u. russ. čirej); meist in der form sirei teil 10, 1, sp. 1231. die beiden formen erklären sich aus der doppelten substitutionsmöglichkeit des slaw. č Lessiak konsonantismus 81 f.; zu beachten ist die übereinstimmung in der bedeutung und die lautliche berührung mit dem weiter verbreiteten 3säure teil 8, sp. 1924, auch seure teil 10, 1, sp. 707, Fischer schwäb. 5, 1379, süre teil 10, 4, sp. 1260f., schweiz. id. 7, 1293f.; die belege entstammen bair.-österr. quellen der älteren zeit: die schaden unter den augen, die hart rufen haben und weiter fressen als die zirey oder frantzosen Sebastian v. Thurn arzneybuch (1534) bei Schmeller-Fr. 2, 323; 'zirei, sirei, f., fistelartiges geschwür' quellen von 1571 und 1545 bei Unger-Khull steir. 653b; benedictwurtzsaft ist gut für das zirein und für das gschoss im kopf quelle a. d. 16. jh.; doch musz mans (das aufritzen der baumrinden) nie thun, wann der mond im krebs ... ist, sonst kriegen dergleichen bäume den brand, krebs und zierey leichtlich Hohberg georg. cur. (1682) 1, 122a; in seinem alter ist dieser baum (der nespelbaum) dem wurm oder zirey sehr unterworffen ebda 440b.
 
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zirgelbaum, m., 'celtis australis L., elsebeerbaum, ... auch nesselbaum und bohnenbaum' Adelung2 4, 1725; Voigtel wb. (1793) 3, 705; entrundete form zu zürgelbaum teil 16, sp. 658; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 871.
 
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ziringe, zirinke, zirene, zitrene, f., flieder, syringa vulgaris; mundartl. für syringe teil 10, 4, sp. 1432; ziringe ... 'in Alt-Württemberg weit verbreitet' Fischer schwäb. 6, 1239; zirink, zittering Schmidt Straszburg 120b; zirink Martin-Lienhart elsäss. 2, 913b; zirinke gemeiner flieder, holder Seiler Basel 326a; nd. häufig und vereinzelt md. zirene, s. sirene teil 10, 1, sp. 1234; landschaftlich (thür.) beeinfluszt ist wohl auch: 'blaue blüte alias zirenen et welscher holunder flos cyrenaicus' Stieler stammb. (1691) 201; zireen Mensing schlesw.-holst. 5, 761, ziren'n Westermann Baden (Verden) 92a; zirenen syringe, flieder Frederking Hahlen 179b, zirêne holunder Damköhler 231b, tsirē Hentrich Eichsfeld 84, tserē'ne Bauer-Collitz Waldeck 106a, Hofmann niederhess. 270a; zitrene Schambach Göttg. 308b; zitterēne, diminutiv zitrēneken Dahlberg wortschatz Südhannovers 98; zitrênchen, zirênchen Kleemann

[Bd. 31, Sp. 1579]


Nordthür. 8c; über die unterschiedliche verbreitung und bedeutung von syringe, flieder und holunder s. Söhns pflanzenn. (1907) 67, Teuchert sprachreste d. ndl. siedlungen 214 und die verweise teil 10, 4, sp. 1432.

 

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