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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zipsen bis zirbel- (Bd. 31, Sp. 1571 bis 1573)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zipsen, vb., den zipf pips haben: das hünlein zipset (zipfet, zäpfet) quella gallinella hà la pipita, ein zipsend hun Kramer t.-ital. 2 (1702) 1468b; zipsen de pip, snot hebben Kramer-Moerbeek dt.-holl. wb. (1768) 435c; zipfen, zipsen avoir la pépie Schrader dt.-frz. wb. 2 (1784) 1682c; allgemeiner von menschen: zipsen spiritum aegre ducere, obstructo anhelitu esse, faucibus interprimi (d. h. mühsam atmen) Stieler stammb. (1691) 2634; gleich 2zipfen.
 
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zipsicht, adj., mit dem zips pips behaftet: ein zipsicht hun gallina pipitosa Kramer t.-ital. 2 (1702) 1468b; dat de pip heeft Kramer-Moerbeek dt.-holl. wb. (1768) 435c; von menschen: aegre valens, infirmus et anhelus Stieler stammb. (1691) 2634.
 
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zir, laut von vögeln; dazu zirren (s. d.); vom sperling:

so singen uns die vögelein
hollerei!
...
zir zir! passer
Uhland volkslieder (1844) 573;

von der drossel: Wackernagel voc. var. anim. (1869) 24; von der amsel: kohlschwarze amseln schwirrten durch das reisig und riefen: tack, tack! zir, zir, hast was bei dir? Rosegger schr. (1895) I 12, 187; vom finken:

a schneeweisze leinwat, an wundaschön'n fink (bringe ich)
der allaweil: zir zir zir reits herzue singt
Pailler weihnachtlieder u. krippenspiele (1881) 2, 137.


 
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zir(e), f., krätze, s. DWB zirei.
 
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zirbe, f., zirbelkiefer, pinus cembra, s. DWB zirben, m.
 
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zirbe, dass. wie zirei 'krätzmilbe'?: wer in dise selige sindflut getauchet wird, ... den nimmet gott ausz gnaden an, ... und machet in rein unnd schneeweisz, da er auch wie ein zirbe oder scharlachwürmlein, oder ein geederter und geredeter mit blut bespritzt were Mathesius Sarepta (1571) 121a.

[Bd. 31, Sp. 1572]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zirbel, m., wirbel; nur vereinzelt in jungen belegen als postverbales nomen actionis zu 1zirbeln: zirbel, m., wirbel auch zirmel wirbel, rausch Fischer schwäb. 6, 1238; in nd. lautung: tirwel, m., purzelbaum Hönig Köln 181a; dazu das adj. zirblig, zirmlig wirbelnd Fischer schwäb. 6, 1239.
 
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zirbel, m., n., ein fischfanggerät; altes nomen instrumenti zu ahd. zerben oder mhd. zirben 'sich drehen', wohl wegen der ursprüngl. runden form des netzes: ein jeder huber ... hat macht, mit hebgarn, zerbeln und angeln one der hern erleubnuss zu fischen (Saar 15./16. jh.) weist. 2, 46; zerwel, m., n., ein mehrere quadratfusz groszes fischernetz in festem holzrahmen, um fische zu fangen, insbesondere aus hausbehältern zu nehmen Schön Saarbrücken2 233; zirbel oder hebegarn name eines kleinen senknetzes an der Mosel Max v. d. Borne hdb. d. fischzucht u. fischerei (1886) 607; die handsenken sind an flüssen überall verbreitet und werden vom ufer aus oder auch im kahne benutzt, sie heiszen auch ... zirbel, fallnetz (Bodenseegegend) Seligo fanggeräte (1914) § 75.
 
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zirbel, f. , auch m.
1) zapfen von nadelbäumen, insbesondere der von pinus cembra wegen seiner runden form; entweder verkürzt aus gleichbedeutendem zirbelnusz 1 oder wahrscheinlicher wie 2zirbel 'fischfanggerät' altes nomen instrumenti, wogegen nur die gegenüber dem kompositum relativ späte bezeugung spricht: die zirbeln oder zäpfflin (des fichtenbaums, pinus) nennen die lateinischen conos Lonicerus kreuterb. (1598) 51; meta, lat. etiam conus, quod tamen etiam specialem significationem habet pro fructu pini eine zapff oder zirbel ... was unten breit und oben ausgespitzet ist Corvinus fons lat. (1623) 479; conus zapff oder zirbel Zehner nomencl. (1645) 206; arbor conifera ein baum der zirbel oder zapffen trägt Corvinus fons lat. (1646) 533; (des fichtenbaums) zapfen oder zirbeln seyn gros Tabernämontanus neu vollk. kräuterb. (1687) 1345a; an den ästen bekommt er (der lärchenbaum) seine zirbeln, welche sich den cypressen vergleichen ebda 1348a.
2) die zirbelkiefer, pinus cembra L.; im ersten beleg wohl eine andere art; verkürzt aus einer der zusammensetzungen zirbelfichte, -kiefer oder -baum: hat den nahmen Schwartzwaldt von der mänge der fiechten oder zirbeln Uffenbach atlas minor (1609) 366; zirbel, zirre ò zerre, zirn cerro, pino, pigno, lat. pinus Kramer t.-ital. 2 (1702) 1468c; die zirbel, der zirbelbaum oder zirnbaum eine art von fichtenbäumen in heiszen landen Ludwig t.-engl. (1716) 2598; zirber, zirbel, zirberbaum pynboom Kramer hochniderdt. (1719) 2, 277a; die frucht der arven oder zirbeln, einer auf den Alpen wachsenden gattung tannen (pinus cembra), hat einen röthlichen, wohl- und süszschmeckenden kern, fast wie mandelnüsse sind br. Grimm dt. sagen (1891) 1, 199; zapfen der arve oder zirbel Brehm tierl. 4, 469 P.-L.;

die dirne drauf: 'stolz und allein
steht eine zirbel auf den höchsten zinnen,
die bring mir her, so bin ich dein'
Berger ges. schr. (1913) 2, 94;

zirm, zirbl, f., pinus cembra Schöpf Tirol 829; zirbm, zirbl, f. Lexer Kärnten 266; Unger-Khull steir. 653a. vereinzelt masc.: den Brenner herauf sah ich die ersten lärchenbäume, bei Schönberg den ersten zirbel Göthe I 30, 21 W.
 
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zirbel, f., gleich zirbeldrüse, aus diesem verkürzt; nur wenige und junge belege:

schlürft ein und süszer wirbel
durchdröhn uns bis zur zirbel
J. H. Voss s. ged. (1802) 4, 119;

(die basilararterie, die) zweige ... zur hirnbrücke, zu den vierhügeln, zur zirbel und zum adergeflecht in den hirnhöhlen abgibt Oken naturgesch. 4 (1833) 76; gewisz ist es, dasz man ... zuerst in dem vierten monate die zirbel auf ihrem zarten stielchen aufsitzend findet Sömmerring menschl. körper (1839) 7, 180.

[Bd. 31, Sp. 1573]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zirbel-, zirben-, zirm-, zirn-, zerben- zirbelkiefer, pinus cembra, im älteren schrifttum auch andere pinusarten: zerbenast, m., ast eines zirbelbaumes: da blieb er ... an einem zerbenast hängen Rosegger schr. (1895) II 3, 64; zirmast ebda I 6, 374; II 3, 34. —

 

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