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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zippern bis zippzapp (Bd. 31, Sp. 1570 bis 1571)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zippern, vb., mit kurzen schritten und langsam gehen; lautmalend wie trippeln, lat. titubare 'wanken, taumeln, stolpern', sloven. cípati 'schwerfällig gehen', tschech. cupati 'schwach mit den füszen stampfen' Berneker 1, 130 u. ä., vgl. auch 1zipfen 4. das nebeneinander von geminierter urspr. tenuis und media ist charakteristisch für verba dieses typus, s. Wissmann nomina postverb. 168; zs. f. dt. altert. 76, 4f.; skop 26. grundlage des krankheitsnamens zipperlein podagra; auch das schwäb. wort weist -pp- auf: vestigium lassum trahere, vacillare, titubare, talipedare, cespitare Stieler stammb. (1691) 2632; caminare con grado lento e attratto come i gottosi Kramer t.-ital. 2 (1702) 1468b; langzaam gaan, voortkruipen Kramer-Moerbeek (1768) 435c; schleichen, sacht gehen Schrader dt.-frz. wb. 2 (1784) 1682; trippeln Mozin-Biber-Hölder wb. d. frz. spr. 3, 227; hüpfen, mit kurzen, elastischen leichten schritten gehen Spiess Henneberg 291; Müller-Fraureuth 2, 708b; zippern, zipperlen zimpferlich an etwas herummachen, mit kurzen schritten emsig hin und hergehen Fischer schwäb. 6, 1237; Clärchen ... zipperte mit dem propst über die gasse Thümmel reise (1791) 5, 22. —
 
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zippern, vb., oft und in kleinen absätzen zucken, zittern, z. b. vor kälte Campe 5, 873b; die angabe von Adelung2 4, 1724 s. oben zipperlein einl.; zittern Bernd Posen 362; Ruckert unterfr. 199; zibbern vor kälte am körper zittern, beben Niederlausitz, Neumark; zippern zittern Mozin-Biber-Hölder wb. d. frz. spr. 3, 227; zucken, zittern Müller-Fr. 2, 708b; das nackte zippernde küchlein Marggraff bücher u. menschen (1837) 354; nachdem ich seit dem Dieffenbachischen begräbniss und einem besuch in Baumgartenbrück zwei mahl etwas gezippert hatte, bin ich zumahl seit neujahr absolut nur wenn ich muste ausgegangen (1848) Lachmann br. an M. Haupt (1892) 183 Vahlen.
 
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zippern, vb., mit einem stock einem andern zwischen die beine schlagen Martin-Lienhart elsäss. 2, 910a; zugtiere mit schlägen antreiben und nicht zur ruhe kommen lassen (Baier. Wald) Bayerns maa. 2, 450; zippern peinigen, durchprügeln, verschlagen, in die enge treiben, quälen, ängstigen, foltern Fischer schwäb. 6, 1237; zeppeln, zeppern, zippern Schmeller-Fr. 2, 1141; zippern schütteln, ängstigen Jungandreas schles. zeitwortbildung 62; schütteln Knothe Nordböhmen 554; vgl. kurhess. zöpeln empfindlich züchtigen Vilmar 472; zu ndl., ostfries. tepen zausen, zupfen; nun sihestu ye das, wann ain vatter sein kind will zippern, nympt er kain silberin becher darzuo, sonder ain ruot von ainem besem (1528) mon. Germ. päd. 21, 360. —
 
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zippern, vb., prickeln: surwasser, champagner zippert Martin-Lienhart elsäss. 2, 910a; der wein sticht oder zippert auf der zunge Schmidt Straszburg 120; der saurbrunn z Göppingen, so man darausz trinckt, so bitzelt und zippert er ein wenig im mund Keisersberg seelenparadiss (1510) 229c. —
 
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zippern, vb., tröpfeln (von tränen) Strodtmann Osnabrück 296; träufeln Mozin-Biber-Hölder wb. d. frz. spr. 3, 227; zu sippen (teil 10, 1, sp. 1227), vgl. 2ziepern (sp. 1134). —
 
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zippern, vb., schillern Pfister nachtr. 244.
 
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zippheit, f., geziertes wesen, affektiertes mienenspiel Schütze Holstein 4, 383; er hat sich gegen mein lob mit jüngferlicher zippheit gesträubt K. Cramer bei Campe 5, 873b; (der) aber auch nichts von jener 'zartheit und zippheit'im verfahren gegen dieses volk wissen wollte Chr. Nagel leben (1829) 1, 141; zu zipp 2.
 
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zippler, m., 'bezeichnete vor 200 jahren im Meisznischen den bierschröter' Müller-Fraureuth obersächs. 2, 708b; 'in älterer zeit unzünftiger arbeiter, namentlich gehilfe des bierschröters' Bruns volksw. d. prov. Sachsen (ostteil)2 77a.

[Bd. 31, Sp. 1571]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zippornaim, nagel Grolman spitzbubenspr. 76b.
 
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zippschwester, f., trunksüchtiges weib: sauffdrossel, nennet man insgemein diejenigen liederlichen versoffenen weiber, so dem trunck ergeben sind, ingleichen zechschwestern, branteweinbullen, zippschwestern u. d. g. Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1700; allg. haush.-lex. (1749) 3, 74; zu 1zipfen 2.
 
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zippzapp, m., phylloscopus rufus, der weidensänger (bair.) Naumańn vögel Mitteleuropas 2, 103 Hennicke; zipzap, m., motacilla salicaria, weidenlaubsänger (Memmingen) Jäckel in: Naumannia (1855) 71; Fischer schwäb. 6, 1238; syn. zilpzalp (sp. 1276); lautmalend.

 

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