Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zipperleinplage bis zippern (Bd. 31, Sp. 1569 bis 1570)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -plage, f. Buchholtz Herkules (1666) 1, 224; travaglio, dolore, male di gotta Kramer t.-ital. 2 (1702) 215c. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-schmerz, m.: hierdurch wurde er vermittelst dess schreckens, seiner ziperleinschmertzen ledig Harsdörffer Heraclit (1652) 412; das fell oder katzenschmaltz erwärmet, erweichet, zertheilet und lindert allerhand glieder- und zipperleinschmertzen mit verwunderung allg. haush.-lex. (1749) 2, 63b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zipperlich, adj., zimperlich, geziert: kriechent und zipperlich Bahrdt Papow Rindvigius (1790) 1, 212; du zipperlich zierlich mamsellchen Jencken Shakespeares dramen (1854) 3, 106; délicat, douillet Schrader dt.-frz. wb. 2 (1784) 1082; zimperlich Frischbier preusz. 2, 495b; Fischer schwäb. 6, 1238; winzig Martin-Lienhart 2, 910b. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zipperlich, adj., mit dem zipperlein behaftet (1642) Fischer schwäb. 6, 1238; vgl. zipperlicht arthriticus, podagricus Stieler stammb. (1691) 2632.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zipperlicht, adj., streifig, nicht völlig weisz: so in (den bleichern) ain tuch furgelegt und gezipperlet wirdt (Ulm 1499) Fischer schwäb. 6, 1238; nachdem clag kumpt, die tücher werden offt zipperlot, id est nit gnug weisz (1517) ebda; vgl. 1zipper, f.

[Bd. 31, Sp. 1570]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zipperling, m., zipperlein, dem nd. angeglichene wortform:

insünderheit wenn sick de mänlicheit lumpt,
wenn zipperling unde dat schwimels ankümpt nachtr. zu
Laurembergs scherzged. (1700) 114.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zippern, vb., mit kurzen schritten und langsam gehen; lautmalend wie trippeln, lat. titubare 'wanken, taumeln, stolpern', sloven. cípati 'schwerfällig gehen', tschech. cupati 'schwach mit den füszen stampfen' Berneker 1, 130 u. ä., vgl. auch 1zipfen 4. das nebeneinander von geminierter urspr. tenuis und media ist charakteristisch für verba dieses typus, s. Wissmann nomina postverb. 168; zs. f. dt. altert. 76, 4f.; skop 26. grundlage des krankheitsnamens zipperlein podagra; auch das schwäb. wort weist -pp- auf: vestigium lassum trahere, vacillare, titubare, talipedare, cespitare Stieler stammb. (1691) 2632; caminare con grado lento e attratto come i gottosi Kramer t.-ital. 2 (1702) 1468b; langzaam gaan, voortkruipen Kramer-Moerbeek (1768) 435c; schleichen, sacht gehen Schrader dt.-frz. wb. 2 (1784) 1682; trippeln Mozin-Biber-Hölder wb. d. frz. spr. 3, 227; hüpfen, mit kurzen, elastischen leichten schritten gehen Spiess Henneberg 291; Müller-Fraureuth 2, 708b; zippern, zipperlen zimpferlich an etwas herummachen, mit kurzen schritten emsig hin und hergehen Fischer schwäb. 6, 1237; Clärchen ... zipperte mit dem propst über die gasse Thümmel reise (1791) 5, 22. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zippern, vb., oft und in kleinen absätzen zucken, zittern, z. b. vor kälte Campe 5, 873b; die angabe von Adelung2 4, 1724 s. oben zipperlein einl.; zittern Bernd Posen 362; Ruckert unterfr. 199; zibbern vor kälte am körper zittern, beben Niederlausitz, Neumark; zippern zittern Mozin-Biber-Hölder wb. d. frz. spr. 3, 227; zucken, zittern Müller-Fr. 2, 708b; das nackte zippernde küchlein Marggraff bücher u. menschen (1837) 354; nachdem ich seit dem Dieffenbachischen begräbniss und einem besuch in Baumgartenbrück zwei mahl etwas gezippert hatte, bin ich zumahl seit neujahr absolut nur wenn ich muste ausgegangen (1848) Lachmann br. an M. Haupt (1892) 183 Vahlen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zippern, vb., mit einem stock einem andern zwischen die beine schlagen Martin-Lienhart elsäss. 2, 910a; zugtiere mit schlägen antreiben und nicht zur ruhe kommen lassen (Baier. Wald) Bayerns maa. 2, 450; zippern peinigen, durchprügeln, verschlagen, in die enge treiben, quälen, ängstigen, foltern Fischer schwäb. 6, 1237; zeppeln, zeppern, zippern Schmeller-Fr. 2, 1141; zippern schütteln, ängstigen Jungandreas schles. zeitwortbildung 62; schütteln Knothe Nordböhmen 554; vgl. kurhess. zöpeln empfindlich züchtigen Vilmar 472; zu ndl., ostfries. tepen zausen, zupfen; nun sihestu ye das, wann ain vatter sein kind will zippern, nympt er kain silberin becher darzuo, sonder ain ruot von ainem besem (1528) mon. Germ. päd. 21, 360. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zippern, vb., prickeln: surwasser, champagner zippert Martin-Lienhart elsäss. 2, 910a; der wein sticht oder zippert auf der zunge Schmidt Straszburg 120; der saurbrunn z Göppingen, so man darausz trinckt, so bitzelt und zippert er ein wenig im mund Keisersberg seelenparadiss (1510) 229c. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
zippern, vb., tröpfeln (von tränen) Strodtmann Osnabrück 296; träufeln Mozin-Biber-Hölder wb. d. frz. spr. 3, 227; zu sippen (teil 10, 1, sp. 1227), vgl. 2ziepern (sp. 1134). —

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: