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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zippammer bis zippeln (Bd. 31, Sp. 1562 bis 1563)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zippammer, f., emberiza cia Naumann vögel (1822) 4, 270; Oken allg. naturgesch. 7 (1837) 281; Brehm tierl. 4, 348 P.-L.; s. ziepammer (sp. 1133). —
 
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-drossel, f., die sing- oder graudrossel, turdus musicus; zipfdroschel Hohberg georg. cur. 2 (1682) 679b; zipp- 3 (1715) 2, 360a; zipffdrosseln Fleming teutscher jäger (1719) 145; ziebdrossel Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) 59; heide-, pfeif-, berg- oder zippdroszel turdus minor Stieler stammb. (1691) 329; zippdrossel, krammetsvogel 'es ist dieses ein kleiner vogel, nicht viel gröszer denn eine lerche. der couleur nach haben sie eine bleyfarbe, schwarz und weisz' allg. haush.-lex. (1749) 3, 801; die weisz- oder zippdrossel, so man auch nur insgemein die zippe zu nennen pfleget Noel Chomel, öcon.-physic. lex. (1750) 3, 533; die zipp- oder pfeiffdroszel bunzlauische monatsschr. 4 (1776) 297; zippdrustel Naumann vögel (1822) 2, 262; zippdrauszel Mi Mecklenb. 110a; zippdrossel brandenburg.; zippdrooszel Schumann Lübeck 3; der takt eines eisenhammers sang mich in den schlaf, aus dem mich die melodieenreichen kehlen von amseln und zipdrosseln, grasmücken und finken wieder wach schmetterten D. Elster irrfahrten (31912) 1, 3; s. ziepdrossel (sp. 1133) und 1zippe, f.
 
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zippe, f., gleich zippdrossel, ein md. wort, das auch ins ostnd. eingang gefunden hat: zipp Mi Mecklenb. 110a; Schumann Lübeck 3; Danneil altmärk. wb. 252a; Damköhler Nordharz 231b; wohl übermundartlich ist zipfe Müller-Fraureuth 2, 708a; ziemer, zipfen und andere grosze vogel Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 510. belege: nunmehr (im november) sind die zippen oder zipp-drosseln und amseln fast verstrichen Zincke öcon. lex. (1744) 3034; von der zipp-drossel oder zippe. es siehet an der farbe die zippe der schnerre sehr gleich Döbel jägerpractica (1746) 1, 53a; turdus musicus zippe Naumann vögel (1822) 2, 262; Oken allg. naturgesch. 7 (1837) 58; Brehm tierl. 4, 81 P.-L.;

es kam zum pickenick und hieng die ganze schaar,
samt dem Beelzebub wie zippen an ein haar spukereien des teufels (1788) 32;

die zippe im vogelbaum schien derselben meinung zu sein, was sie durch ihr piepen zu erkennen gab L. Richter lebenserinn. (1944) 38; er deutete nach dem birkenwäldchen, in dem der kuckuk läutete und die zippe schlug Löns d. zweite gesicht (1912) 238.
 
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zippe, f.
1) hündin, mutterschaf, nebenform von zibbe, f. (sp. 874); s. dort die verbreitung der form zippe und die übertragung auf andere tiere. belege: es dinet nicht, das dw der magt vorwirfft, das sie die schwarcze

[Bd. 31, Sp. 1563]


zcippe hat, und dw gele zcippe Luther 32, 238 W., soll wohl den vorwurf bedeuten, dasz die magd etwas besseres habe; kleine hündlein haiszet man lange zip Petri d. Teutschen weiszh. (1605) Ll 7a; allhier bey uns spähnet man die jungen lämmer auf Philippi Jacobi, da schneiden auch die schäfer den zippen die schwäntze ab und zeichen sie in den ohren Coler oeconomia ruralis (1645) 1, 427b.
dazu das zusammengesetzte zipphund, m., hündken, n., kleiner hund, der immer hinter uns nachläuft, auch übertr. auf einen menschen (meckl.) K. Schiller thier- u. kräuterb. (1861) 3, 3a; brem. wb. 4, 793; Dähnert 562a; Strodtmann Osnabrück 211; auch -köter, m., kleiner hund K. Schiller und ein vb. zippkötern mitlaufen, nachlaufen, wie kinder und hunde zu tun pflegen Danneil altmärk. wb. 252b.
2) diesem worte gleich ist anscheinend zippe keifendes frauenzimmer, wie es Albrecht Leipzig 241 vermutet und Gangler Luxemburg 488 deutlich macht mit seiner angabe: zæp, f., die metze, frauenzimmer, das den männern nachläuft, la coureuse; ferner die schelte du alte zipp du feigling, da durch ziege erklärt (Westerzgebirge) zs. f. dt. maa. (1913) 139. auch stimmt dazu zib, f., unangenehme person Schön Saarbrücken2 234a. aber es ist nicht angängig, bedeutungsangaben, die eingebildet, affektiert und ähnl. enthalten, mit dem begriff 'hündin' zu verknüpfen, auch fällt auf, dasz zur benennung eines frauenzimmers nur die wortform zippe, nicht aber die nebenform ziwwe verwendet wird, woraus auf das mitspielen des adj. zipp als des hauptkennzeichens frauenzimmerlichen wesens geschlossen werden musz. so sind daher solche fälle mit dem alten osnabrückischen zeugnis eine rechte zippe (ob. zipp 2 gegen ende) zu vereinigen. bei kaffeezippe kaffeeschwester denkt Müller-Fraureuth 2, 708a mit recht an ableitung vom vb. zippen anhaltend trinken, was wegen zippschwester nötig scheint. wohin gehört das lautlich auffällige ziempe, zieppe, f., weibsperson, äuszerst schlaff und träge Stalder Schweiz 2, 472 ?
 
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zippel, n., küchlein s. ziebelein (sp. 893). —
 
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zippel, f., zwiebel s. ziebel (sp. 891).
 
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zippeler, m., zippelerin, f., mhd. 'schüler, jünger'. wie ciplîne mystiker 1, 130 Pf., das lat. discipulus, discipula fortsetzend: mit miner zippelere schar cum discipulis meis Matth. 26, 18 bei Schönbach mitt. a. adt. hs. in: Wiener sitzungsber., phil.-hist. kl. (1898) 159;

di ware cippelerin godes
wolde in druwen sins gebodes
gehorsam bliben sunder bar Elisabeth 7555 Rieger.


 
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zippelfeige, f., aloe, für zimpelfeige (s. zimpelfi sp. 1361) Frischbier pr. 2, 495a.
 
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zippeln, vb., weinen Schütze Holstein 4, 383; Mensing schlesw.-holst. 5, 760; siebeln weinen, empfindsam sein, zärtlich tun 4, 484; zippeln weinen, von kindern Frischbier pr. 2, 495a; dazu zippelträhnken, vb., 'ein wenig weinen, einige angemaszete thränen fallen lassen' Richey Hamburg 2352; vgl. 3ziepeln, 3ziepen (sp. 1133); 1zippeln beruht entweder auf selbständiger lautnachahmung oder ist gleich dem (ebenfalls lautnachahmenden) folgenden.
 
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zippeln, vb., tröpfeln, leise regnen, neben sippeln Leithäuser Barmen 31; vgl. auch sippen (teil 10, 1, sp. 1227); zibelen in dünnen strahlen strömen oder flieszen Stalder schweiz. id. 2, 470; sicher gleich zipfeln 1 c: zippelt und trippelt nicht mit heller und partecken; wolt yhr geben, so gebt redlich, greifft drein, als wolt yhrs ausstrewen Luther 19, 334 W.; yhe mehr du bittest, yhe lieber er dich höret; schütte nur reyn und alles eraus, tröpffle und zipple nicht ebda 578. —
 
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zippeln, vb., auf den fuszspitzen gehen, trippeln, das nd. tippeln der kundensprache (vgl. 1zipfen 4): der gang der jüngern frauenzimmer ist zippelnd F. Jakobs personalien (1840) 201. —

 

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