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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
Zint bis zinzeln (Bd. 31, Sp. 1537)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) Zint, Zintes, m., kurzform des katholischen vornamens Hyazinthus Fischer schwäb. 6, 1232; Zintel Schmeller-Fr. 2, 1140.
 
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zinter, m., gleich sinter, m. (teil 10, 1, sp. 1215), mit geschärftem anlaut: Hönig Köln 208b; Unger-Khull steir. 652b; nimm ... eisenschm oder zinter (16. jh.) bei H. Fischer schwäb. 6, 3487; s. zinterstein. —
 
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zinter - in Zenterkls St. Nikolaus Müller-Weitz Aachen 265; das ndl. Sinterklaas.
 
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zintern, vb., vor hitze zittern: die luft zinterte ordentlich (obersächs.) Müller-Fraureuth 2, 707b; wohl das ob. zingern (sp. 1393) erwähnte zindern.
 
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zinterstein, m., gesinterter stein: geduldet mich ain klains, so wil ich eüch ausz dem zinterstain menschlicher sinnreichikait der himilischen kunst, und der götlichen haimlichen offenbarungen ain liecht auszslahen Grünbeck v. d. veränd. aller stände d. christenh. (1522) A 3a.
 
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zintes, m., s. zinget.
 
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zinzalwurz, zintalwurz, f., gelber enzian, gentiana lutea Holl pflanzenn. (1833) 85a; Pritzel-Jessen 162b; Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 2, 627; mundartlich aus enzian im Pongau und Pinzgau; teil 16, sp. 624 irrig als zünzeleinwurz angeführt.
 
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zinze, m., meist pl., auch zinzerlich, zinserle u. ä. wilder thymian, thymus serpyllum; ostfränk. H. Fischer schwäb. 6, 3488; koseform vom adj. zinzelig (s. zinzerlich).
 
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zinzel, m., ungedeutet, die worte des mädchens zum liebhaber:

ich wil iu mînen zinzel geben
ûz mîner hant in iuwer hant bei
Neidhart v. Reuental XLIV 31 H.;

Lexer 3, 1130 denkt an einen ball; andere vermutungen bei Wiessner wb. zu Neidhart 368.
 
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zinzelicht, adj., mhd. zinzeleht geziert, niedlich:

von ir zinzelehten brust
komt gelust, daz du must
ir munt vor liebe han gekust
dem minneclîchen wîbe bei
Neidhart v. Reuental LV 16 Haupt;

zinzlet, zinzilet empfindlich, zimpferlich Lexer Kärnten 266b; vgl. zinzerlich.
 
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zinzeln, vb., empfindsam, zimpferlich tun, sehr empfindlich sein Lexer Kärnten 266; nebenform von zänzeln (sp. 258), zenzeln (sp. 642), die beide aus zänzen (sp. 258) hervorgehen; daneben spielt zännen (sp. 256) hinein. daraus leiten sich noch andere bedeutungen her: zintzeln zögern, to saunter or loyter, to be slack or slow Ludwig t.-engl. (1716) 2597; mit -s-: zögern, langsam sein, knausern Jungandreas schles. zeitwortbild. 76. ähnlich:

's jung' volk findt mitn zinzeln
und zanzeln kain endt,
volaszt sö af d' füesz,
und hacht d' finger af d' wendt
Stelzhamer ausg. dicht. (1884) 1, 100;

du zauberst und zinzelst und zanzelst und machst weiber und küh galt Watzlik Fuxloh (1922) 136; zinseln gern und oft zanken Spiess Henneberg 290. vgl. auch die wohl aus dem dt. entlehnten sloven. cencati 'wackelnd einhergehen, etwas langsam tun' und osorb. ćeńčaty 'tändlich', nsorb. tśěntśliś 'tändeln, winseln' Bielfeldt d. dt. lehnworte im obersorb. 298 f.

 

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