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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zarmsuppe bis zarrig (Bd. 31, Sp. 282 bis 283)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zarmsuppe, f., biersuppe bei leichenbegängnissen Frischbier 2, 488a.
 
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zarr, interj., lautmalend: zarr! schlugs in den baum, dass die stücken und splitter nur so regneten Hermes Sophie 4, 193.
 
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zarr, m., einschnitt, mhd. zar risz: so thun die bischöfe zun zeiten ein z., beschicken ihre pfaffen, gebieten ihnen, ihre huren von sich zu thun J. V. Andreä widerl. d. verm. urs. 84; dazu zörn, f. kleiner erdrutsch Lexer kärnt. 265.

[Bd. 31, Sp. 283]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zarr, adj., auch zarch (aus zarrig) eng, passend, spannig Schmid 559.
 
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zarrauge, n., augenkrankheit: es begiebet sich bei etzlichen menschen, das sich derselben augenliede, sonderlich die untern umbkehren, also das sich das inwendige fleisch ... herauskeret, welches man plaraugen oder zaraugen, ἐκτρόπιον, inversationem nennet Bartisch augendienst 182; auch zerrauge Kirchhof wendunm. (1602) 2, 241; mit zarren 'sich spannen' zusammengesetzt.dazu das adj. zarräugig: (die mutter) wolte die zarraugige Leam in ein kloster stossen Harsdörfer lust- u. lehrr. gesch. 2, 351; Schrader frz. wb. 2, 1665.
 
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zarre, f., zank-, keifweib, zu zarren kreischen, schreien: disz argument ist mir einsmals von einer alten zarren fürgeworffen L. Milichius zauberteuffel (theatr. diab. 1, 148a), auch ebda 165b; Müller-Fr. 2, 691b.
 
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zarren, verb., spannen, eng sein, klaffen, zur wurzel zer-, aus der zehren und zerren stammen:

und die rôten schedel zarren
an den ougen
Hugo von Trimberg renner 23192 Ehr.;

die rte auf euren lippen werden alsdann die zarrenden augen erlangen Harsdörfer lust- u. lehrr. gesch. 2, 378; kurtzweil. zeitvertreiber (1668) 528; Schmid schwäb. 543; von engen kleidungsstücken Fischer wb.
 
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zarren, zärren, verb., kreischen, laut schreien, durchdringend jammern:

sie (zwei weiber) würden stets zarrn, zancken und gronen
J. Ayrer dramen 2, 1305 Keller;

Stalder 2, 465, Unger-Kh. 643b; vom rindvieh, welches durch zischen zum laufen mit emporgerecktem schwanz gebracht wird Birlinger 437b; lautmalende bildung.
 
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zarrer, zärrer, m., misteldrossel, schnarre, turdus viscivorus, bair.-österr., Popowitsch vers. 380, Nemnich 2, 1513, Schmeller, Unger-Khull, J. A. Naumann naturgesch. d. vögel Deutschl. 2, 248, Frisch 2, 464a, Campe; auch (steir.) zahrer (s. d. sp. 206) und (bair.) zurr, woraus die lautmalende herkunft deutlich, auch zaritzer Hohberg georgica 1, 527b, 2, 591a u. ö., J. A. Naumann 2, 248, Brehm thierleben 4, 80 P.-L., Suolahti 60. —
 
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zarrhäher, m., nuszhäher, garrulus glandarius, nach seinem geschrei benannt Unger-Kh. 643b.
 
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zarrig, adj., s. DWB zarr, adj.

 

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