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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
worfeln bis worf((el))tenne (Bd. 30, Sp. 1459 bis 1460)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) worfeln, n., substantivierter inf. von worfeln, vb.: spreu, ..., beim worfeln vom winde weggetrieben Göthe I 41, 1, 276 W.
 
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worfelschaufel, f., worffelschauffel, worfelscheit pala da spalare Kramer t.-ital. 2 (1702) 1393c: die worfelschaufel erregt nicht mehr die neugierde der knaben, wie weit dieszmal die körner fliegen werden; gleichmäszig fegt und bläst die maschine E. Förster reisen in Italien 1 (1862) 268. bildlich: die zeit ist eben eine starke worfelschaufel Fr. Th. Vischer auch einer (1879) 2, 239. —
 
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-schwung, m., schwung mit der worfelschaufel:

und (wenn) dann des dreschers worfelschwung der wind
durchwandelt, und die spreu umher zerweht
Bürger s. w. 164 B. (Ilias 6, 615).


 
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-tenne, f., 'tenne, wo getreide geworfelt wird, schüttboden' Mothes baulex. (1882) 4, 489. —
 
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worfelung, f., tätigkeit des worfelns; spalamento Kramer t.-ital. 2 (1702) 1393c: vorsprung heisset man die körner, welche bey ... worffelung des getreides ... vorwegspringen Zincke öcon. lex. (1744) 3051. bildlich: der kindliche ... glaube an die gründung eines reiches der gerechtigkeit durch worfelung der gesellschaft Carossa d. jahr d. schön. täuschungen (1941) 281. —
 
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worfen, vb., auch wörfen, mhd. (md.) worfen, wurfen (s. u.). schriftsprachlich seit dem 18. jh. durch worfeln (s. d.) verdrängt, das seinerseits iterativbildung zu worfen ist. als schw. verbalbildung zu wurf, vgl. ein uuorphozen iactare bei Tatian 81, 1; ferner carentes uuorfonti (Pa) ahd. gl. 1, 86, 35 St.-S. als worffen, worfin, wurfen vannare, ventilare Diefenbach gl. 606b; 611a; worffen ventilare frumentum Bas. Faber thes. (1587) 919a; Hulsius-Ravellus (1616) 420b. in eigentlicher bedeutung 'getreide mit der wurfschaufel reinigen': das die früchte rein ausgedroschen, geworft und gefegt werden (md.) bei Lexer 3, 977; gemischet getreyde, als is uf deme tenne gewurfet ist Cl. Cranc prophetenübers. Jes. 30, 24 Zies.; Boas ... worffet disse nacht gersten auff seyner tennen Ruth 3, 2 in den bibeldrucken 1524 bis 1527, später: worffelt, s. Luther die deutsche bibel 1, 33 W. in der Zerbster hs. 1523 ist umgekehrt worffelt durch streichung von l zu worffet korrigiert, s. Franke spr. Luthers 2, 72b; Jer. 4, 11; dann wirt der weisz gewörfft gegen den wind und wirt gereiniget von aller sprau Petrus de Crescentiis vom ackerbaw (1531) 39b. in sachlicher erweiterung: die bucheckern ... mit laub und allem ... zu hauf streichen ... und worfen (um 1570) haushaltung in vorwerken 238. in vergleich und bildlichem gebrauch: und di menige der, di dich wurften, wirt sam eyn cleyn stoub Cl. Cranc prophetenübers. Jes. 29, 5 Zies.; vgl. Zacharja 1, 19; wann wir von dem teuffel ... wie der weitzen gereittert und geworfft werden B. Copius hauszkirchenpostill (1591) 1, 126b;

Messia sey gegrüßt ...
... der wunderackerszmann,
der seine schauffel tregt, das korn recht worffen kan
Opitz teutsche poem. 193 ndr.

in md. und nd. maa. noch lebendig, s. Hentrich Eichsfeld 25; Jungandreas schles. zeitwortbildg 41; Kisch Nösner wörter 175; Schröer ma. d. ungr. berglandes 392; wörpen Deiter ma. v. Hastenbeck 158; Flemes Kalenberg 381; Frederking Hahlen bei Minden 35; worpen, warpen Böning Oldenburg 134. —
 
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worfer, m., worffer, kornschwinger vanneur, ventilatore Hulsius-Ravellus (1616)

[Bd. 30, Sp. 1460]


420b; Zehner nomencl. (1645) 340. —
 
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worfgarn, n., s. DWB wurfgarn. —
 
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worfler, m., worfeler spalatore, sventolatore Kramer t.-ital. 2 (1702) 1393c; worfler qui vent le blé, vanneur Mozin-Biber-Hölder wb. d. frz. spr. 3, 206a:

wenn beim blasenden winde getreide die blonde Demeter
scheidet vom spreu und die wehende luft beim schwunge der worfler
über die heilige tenne das hülsengestöber dahinträgt, ...
W. Jordan Ilias 104 (5, 500).

schon bei J. H. Voss: unter der worfeler schwung. bildlich: ich wil auch worffler gen Babel schicken, die sie worffeln sollen und jr land ausfegen (vulgata: ventilatores) Jer. 51, 2f.
 
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worfschaufel, f., dasselbe wie worfelschaufel (s. d.). worffschufel (15. jh.) Diefenbach gloss. 98c; 222c s. vv. captiva, faga; wurff-, worff-, werffschufel vannus ebda 606b; worffschaufel ventilabrum Orsaeus nomenclator method. (1623) 193; 'worfschaufel ist eine schaufel mit einem handgriffe, womit das getrayde geworfelt wird' allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 765: er (Christus) hat seine worffschauffeln (Luk. 3, 17: wurffschauffel) in der hand, er wird seine tenne fegen Matth. 3, 12; Jes. 30, 24; nach ihm (Johannes) komme der, welcher die worffschauffel in händen habe Jac. Böhme v. Christi testamenten (1682) 34; nd. wörpschüffel Deiter ma. von Hastenbeck 158; worpschöfel Böning Oldenburg 134. —
 
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-tenne, f., Voigtel wb. (1793) 3, 665a. —

 

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