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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
wienertrank bis wiepe (Bd. 29, Sp. 1569 bis 1570)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -trank, m.,
 
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-tränklein, n., 'Wiener trank, als infusum sennae compositum ein offizineller sennesblätteraufgusz mit seignettesalz, natriumkarbonat und manna; beliebtes abführmittel' d. gr. Brockhaus 20 (1935) 312a: es mischt sich auf erden auch das süsze mit dem sauren, und das lieben nicht alle leute, die mischung wird nicht blosz bitter, sondern geht oft bis zur gattung der Wienertränkli J. Gotthelf ges. schr. (1855) 10, 25; das Wienertrankl art elixir Schöpf Tirol 815; Wienertrankel abgusz von senisblättern als abführmittel Unger-Khull steir. 633a; 'Wienertrank, -tränkchen (abführmittel)' Sachs-Villatte dt.-frz. 212, 2023a. —
 
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-tum, n.: 'Wienerthum = Wienerei (etwa: l'esprit de Vienne)' Sachs Villatte dt.-frz. 212, 2023a; im jahre 1906 hatte ich nicht den eindruck, als ob sich an der spezifischen atmosphäre des Wienertums ... jemals etwas geändert hätte, jemals etwas ändern könnte Mühsam namen u. menschen (1949) 118; (die schrift) soll beiden zwecken dienen: der strengen wissenschaft sowie der liebe zum angestammten wesen des Wienertums E. Kranzmayer geleitwort zu Schuster-Schikola Wiener ma. (1956); jenes 'wissen um den tod', das nach ... Thomas Mann den inbegriff des Wienertums umschreibt neue zs. f. musik 11 (1958) 643. —
 
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-wagen, m.: 'Wienerwagen geschlossener, viersitziger wagen' Mensing schlesw.-holst. 5, 635. —
 
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-weisz, n.: Wienerweisz Liebig chemie (1943) 424; 'Wiener weisz feiner, künstlich

[Bd. 29, Sp. 1570]


bereiteter gyps (schwefelsaurer kalk); malerfarbe' Krünitz öcon. encycl. 239 (1857) 32; die feinsten sorten der schlemmkreide gehen als Wienerweisz Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 5, 127.
 
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wienerisch, adj., 'nach art der stadt Wien und ihrer einwohner' Adelung 5 (1786) 219; 'daher kommend, wofür man auch Wiener sagt' Campe 5 (1811) 714b; 'was man für gut, brauchbar hält' Schöpf Tirol 815. von der sprache der Wiener:

in Dresden red' ich deutsch und wienerisch in Wien
Kotzebue s. dram. w. (1827) 1, 264;

denn es (ein gespenst) redete wienerisch hochdeutsch
Platen w. 2, 294 Hempel;

den wenigsten Wienern ist auch bekannt, in welch groszem ausmasz das wienerische die österreichischen dialekte beeinfluszt hat Schuster-Schikola Wiener ma. 12; (überschrift:) lautwandlungen und lautverschiebungen im gegenwärtigen wienerischen E. Kranzmayer in: zs. f. mundartforschung 21, 197.
 
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wienern, vb., Wiener dialekt sprechen: der Mephisto lag ihm, hier war er in seinem element. nur etwas weniger wienern hätte er vielleicht sollen weltbühne 3 (1957) 88.
 
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wienern, vb., 'putzen, wichsen'. zunächst nur 'weiszes lederzeug mit Wiener kalk (s. o.) bestreichen', dann auch wichsen mit verschiedenen putzmitteln (vgl. Kluge etym. wb. 17860); wohl aus der soldatenspr. in die umgangsspr. eingedrungen. literarisch häufig erst in jüngster zeit (wienern Horn soldatenspr. [1899] 76; wienern putzen [Dresdener soldatenspr.] Müller-Fraureuth obersächs. 2 [1914] 665b; 'wienern [vīnan] soldatenspr.' Mensing schlesw.-holst. 5, 635): gestern war der kronprinz Rupprecht v. Bayern hier in unserer stellung. den tag vorher hatten wir nach noten 'gewienert' wie bei einer friedensbesichtigung Ernst Lange hauptm. Willy Lange (1934) 95; die eszschüssel musz ich auch noch wienern, sonst kotzt Rusch mich an. putzpomade —? besorgt mir Ernst (1934) Fallada blechnapf (1955) 7; Carl hatte knöpfe und koppelschlosz blitzblank gewienert (ausg. 1955: geputzt) Bredel söhne (1953) 90; neue technik beim fensterputzen in den Mailänder straszen. auf fahrbarer plattform mit tretwinde werden die scheiben von Montecatini, dem chemie- und bergbaukonzern, gewienert Berliner ztg. (24. 6. 56) 2. beil.; Stackelberger wienerte seine stiefel aufbau 6 (1957) 596. —
 
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Wientakel, n.: Wientakel Röding allg. wb. d. marine (1793) 2, 904; 'eine art takel, vermittelst dessen man geschwinder hissen kann' Campe 5 (1811) 714b; Wien-taakel Bobrik see-wb. (1850) 679b.
 
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wienz, f., name der hauskatze (s. Campe 5 [1811] 714b): ein weiszes kätzchen, Wienz genannt Zachariä hinterl. schr. (1781) 55.
 
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wiepe, f., 'strohwisch', s. 2wippe, f. teil 14, 2, sp. 516.,

 

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