Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
wielange bis wiemer (Bd. 29, Sp. 1565 bis 1567)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) wielange, tempor. konj., 'solange', nur vereinzelt im 16. u. 17. jh. belegt:

gang hin vnd suff, wie lang du wit (1548)
H. R. Manuel weinspiel v. 3230 ndr.;

wie lang der ofen warm ist, so lang thut man ihme gar schön Abr. a s. Clara Judas (1687) 1, 322. vgl. den ursprünglichen interrogativen gebrauch wie lange? unter wie I A 3 c α; zur seltenen konzessiven bedeutung vgl. II 2 b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
wielen, vb., s. wiehern.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
wielesche, f., name der eberesche, sorbus aucuparia L. (Marzell reg. 620); zss. mit 3wiel ('das holz der eberesche wird mit vorliebe von wagnern verarbeitet' schweiz. id. 11, 910). nur für das alem. (schwäb.) bezeugt: ornus ein wieläsch, seine rote beere sind nit ze ssen Frisius dict. (1556) 931a; wielesch (1557) in: schweiz. id. 1, 568; wieläsch Maaler teutsch spraach (1561) 499b; ornus, humelia, fraxini species, hagenbuch, ornum quidam vertunt wieläsch Frischlin nomencl. (1594) 61; eberesche, wielesche,

[Bd. 29, Sp. 1566]


faulesche Zschokke s. ausg. schr. (1824) 11, 171. noch mundartl.: wüelesch, wielesch schweiz. id. 1, 568; wiæleššæ W. Clausz ma. v. Uri 36.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
wielewal, m., s. wiedewal.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
wielichkeit,
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-heit, f., 'beschaffenheit'; entsprechung von ahd. wiolîhhî (zu wiolîh 'welche gestalt habend, wie beschaffen'). mhd. wielicheit (wîlicheit) mhd. wb. 3, 577b; qualitas wielicheit, -ligkeit Diefenbach gl. 476c; s. auch wie(lich)keit bei Fischer schwäb. 6, 809 und vgl. welchheit teil 14, 1, 1, sp. 1368. nach dem 16. jh. ist wielichkeit nicht mehr nachzuweisen:

(das buch) sprach
von drîer werlde undirscheit
intscheidinde dî wîlicheit
der lûte von Adâmis vrist
unz hin an den antecrist
Nicolaus von Jeroschin kronike v. Pruzinlant 5778 Strehlke;

(gott) hat an jhm kain wielichait noch grösse Ziegler antw. auf acht fragstuck (1555) C 1;

was aber grosz ist oder klein,
und hat sein wieligheit allein,
das ist vermenget zu der frist,
gott aber gantz einfltig ist
J. Spreng gürtel desz lebens (1564) 134 b.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
wieling, wielung, f., fender aus tauwerk, zu 3wiel 3, auch als wehling teil 14, 1, 1, sp. 116. nur seemannssprachl.: wieling Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 849; nach dem absetzen hat er (der bootssteurer) darauf zu achten, dasz die wielings eingenommen werden (1906) bei Kluge seemannsspr. 833; wieling, wielung ein fender ... für boote, namentlich kleinere boote und rettungsboote, die er ganz umfaszt Eichler vom bug zum heck (1954) 466.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
wielstein, m., 'aus einer runden steinplatte bestehende herdstelle'. häufig bezeugt nur im alem. (s. den ausführl. artikel im schweiz. id. 11, 908 f.). in spätahd. und mhd. glossen mit sonst nicht belegtem zweisilbigen ersten wortgliede (wihil-, wihel- < *hweh(w)ul-, s. oben 3wiel): penas wi:hilstein (13. jh.) ahd. gl. 3, 128, 41 St.-S.; wihelstain taedifex, lapis vel ferrum super quo ponuntur taedae (15. jh.); focus fiurstat, ignis fiur, lar wihelstain (15. jh.) bei Schmeller-Fr. bayer. 2, 882. ganz vereinzelt literarisch: waz dann da inne (im hause) were von varender habe ... vom wilstein an bis zur fursten usz daz sij der herren aber eigen und erbe sol bliben ligen (Bacherach 1407) J. Grimm weist. 2, 218. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
wieltrosz, n., m., ein mit einem rade gedrehtes trosz (zu 3wiel): wieltross Röding wb. d. marine (1793) 2, 904; das wieltrosz Campe 5 (1811) 714a; wieltrosz, m., frz. aussière faite à la roue Beil technol. wb. (1853) 656.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
wiemen, wieme, wiem, m., f. , latte; lattengerüst im schornstein; sitzstange der hühner. aus lat. vīmen 'rute, flechtwerk' (zur idg. wz. ei- 'drehen, biegen' mit m-formans, s. Walde-Pokorny 1, 225; Pokorny 1121; Kluge etym. wb.17 860a) über rom. vime, f., mnl. wieme, wimme Verwijs-Verdam 9, 2449 (nl. wieme v. Dale n. gr. wb. 72110a) ins mnd. (wime, m. Schiller-Lübben 5, 723a) gelangt, ist das wort noch heute auf weitem gebiet des nieder- und westmitteldeutschen lebendig (für die rhein. maa. s. Frings Germania Romana 182) und dringt in jüngerer zeit gelegentlich auch in die schriftsprache ein. als genus steht lange das fem., bes. für wieme und wiem, neben dem mask., das sich mit der form wiemen fast allgemein durchsetzt (der wiemen d. gr. Duden [Lpz. 1960] 750b). gelegentlich diphthongiert: mit auf dem weimen fliegen Henisch teutsche spr. (1616) 511; Campe 5 (1811) 645b; Mothes ill. baulex. (1882) 4, 471; weīme (n), m. Bauer-Collitz Waldeck 112b; wȫim Böger Schwalenberg 168. wiemen ist seit dem frühen 15. jh. in wenigen nd. vokk., insbes. für suspensiva, bezeugt: wimen (15. jh., md., nd.), wyme (1425, nd.), (15. jh., md., obd.) Diefenbach gl. 569b; wime (15. jh., nd.) nov. gl. 357a; suspensiuus wime uel ase Engelhusius voc. (cod. Helmst. 457 von 1445) fol. 67b; siccinum wyme

[Bd. 29, Sp. 1567]


gemma gemm. (Köln 1507) bei Diefenbach gl. 532b; carnarium, locus vbi salsa caro suspenditur fleischwimme Apherdianus tyrocinium (Köln 1581) 68; wieme, wyme, fleisch-wieme, rauch-wieme Frisch t.-lat. (1741) 2, 447a (nicht bei Stieler, Kramer, Adelung); als veraltet bei Campe 5 (1811) 714a.
1) gerüst im kamin, an dem fleisch und würste zum räuchern hängen (fleeschwiem Schütze Holstein 4, 360): eyn geslachtet veth swyn, wor dat hangede an eyneme wyme (1498) Reinke de vos 201 Leitzm.; 'die wieme das gerüst oder die balken in der feueresse' Hübner zeitungslex. (1824) 4, 933b; wiem Stürenburg ostfries. 330b; denn als ihr ein paar dänische soldaten die würste und schinken vom wiem holten, machte sie ihnen eine solche schande H. Löns der wehrwolf (1915) 79; wîmen, m. Woeste-N. westf. 325a. der das lattengerüst umgebende raum, die räucherkammer: das kalbfleisch stilt einem den speck aus den wiemen Petri d. Teutschen weiszh. (1605) M 4b; ebenso holte ich jeden winter ein gut stück speck aus dem wiemen Dincklage gesch. a. d. Emslande 21, 199; die kneipenden lieszen sich butterbrote geben — der baron holte selber den geräucherten in der küche aus dem wiem und trug ihn wie eine fahne auf der gaffel ins eszzimmer Winckler Bomberg (1956) 72; wîme, f., rauchfang zum räuchern Woeste-N. westf. 325a.
2) sitzstange(n) der hühner, auch der ganze, im stall oder auf der diele erhöht aufgehängte hühnerverschlag (oft in der zss. hühnerwiemen: do haben sich die uberste in den Hagen hefftigen entschuldiget ... und waren so schone und riene [midt orloff] als ein beschessen honerwime [1600] Münster. chron. 3, 163 Janssen; hoinerwîmen Schambach Göttingen 298a): und, weilen das hühnervolk schon aufgeflogen, trat er auch zu dem wiem, so er in der stuben hinter dem ofen hatte, und langete den hahnen herab (1843) W. Meinhold die bernsteinhexe (o. j.) 95; nein, nein, Rick, heute nicht, sagte der alte; der herr kommt schon mal wieder, und früher als die hühner auf die wiemen müssen (1885) Storm s. w. (1900) 8, 53. 'wîmen msc. in den nd. bezirken Hessens (Weser und Diemelbezirk) nur für hühnerhaus, hühnerstiege gebraucht' Vilmar Kurhessen 454. verbreitet mundartl. in wendungen (s. Wander sprichw.-lex. 5, 229) wie: mit den hönern to wyme flegen frühe zu bette gehen Richey id. Hamb. (1743) 374; mit de hön'r to wîm gaon Danneil altmärk. 247a; 'oft auf menschen übertragen: to wiemen gahn (kruppen) schlafen gehen' Mensing schlesw.-holst. 5, 632.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
wiemer, m., mundartl. nebenform zu 1wimmer teil 14, 2, sp. 222: wīm knorriger stamm, stock, schwer spaltbarer stein Gerbet Vogtland 69; wiemer holzklotz (wîmer Masserberg) Hertel Thür. 258; 'wiemer (vima) bezeichnung für eine stelle im langholz, wo eine krause oder wellige querfaserung sich zeigt' Mensing schlesw.-holst. 5, 633.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: