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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
wied(en)schlinge bis wiefelwerk (Bd. 29, Sp. 1513 bis 1515)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) wied(en)schlinge, f.: (zum abtransport des erlegten wisents wurde) eine tragbahre aus jungen stämmen gefügt, die man mit starken wiedschlingen verband Vischer auch einer (1161920) 173;

[Bd. 29, Sp. 1514]


wiedenschlinge loop, noose, eye of a withe or gad Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 848. —
 
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wied(en)schneiden, n.: soviel aber das widschneiden belangt, dieweil solches zur einheimschung der früchte nicht wohl zu entrathen hohenl. jagd- u. forstordn. v. 1597 bei Fritsch corpus jur. venatorio-forest. (1702) 3, 248a; das wiedenschneiden musz aber ordentlich vorgenommen werden, wenn bei jungen höltzern kein schade geschehen soll allg. haush.-lex. (1749) 3, 722. —
 
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wied(en)stock, m. 1) 'gute widen liefernde weide' Fischer schwäb. 6, 3412. dazu wohl:

bald ward Zwingli gschoszen an,
derselb faul ehrlos ketzerman,
vom widstock mst er fallen
(Zw. war in der schlacht auf einen weidenbaum gestiegen) (1531) hist. volkslieder 4, 28 Liliencron.

2) hölzerner pfeiler mit einem loch, in das man die zu wieden bestimmten stämmchen mit dem dicken ende einkeilt, um sie auf dem dünnen ende mit der wiedstange zur wiede zu drehen: auf zwei faschinenbänke werden 3 wiedenstöcke gerechnet Hoyer allg. wb. d. artillerie (1804) 1, 5; der wiedstock Hartig forstl. convers.-lex (1836) 55; s. auch Fischer schwäb. 6, 3417. —
 
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wiedweich, adj., biegsam wie eine wiede: flexibilis das glimpfflich oder widweich, das sich leychtlich bügt oder wendt z gtem vnd z bösem Frisius dict. (1556) 53b.
 
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wief, wiff, adj., lebhaft, aufgeweckt, klug, schlau. entlehnt aus frz. vif. s. den artikel vif teil 12, 2, sp. 354, wozu das folgende nachzutragen ist: das wort, das die maa.-wbb. aus den verschiedensten teilen des dt. sprachgebietes verzeichnen: Doornkaat Koolman ostfries. 547; luxemb. wb. 487; Follmann Lothringen 541; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 622; Schmeller-Fr. bayer. 2, 864; Schatz Tirol 705; Fischer schwäb. 6, 810; Martin-Lienhart elsäss. 2, 795; Seiler Basel 315, lebt vorwiegend in burschikoser umgangssprache. vereinzelte literarische belege treten seit dem 18. jh. auf: bin gott lob frisch und viv quelle von 1736 bei Fischer schwäb. 6, 810; ein harlekin ist ein schlanker wifer bursch Nestroy ges. w. (1890) 2, 188; aus dem gesinde des hofes und 'wiffen' leuten umliegender bauernhäuser will der verwalter eine truppe zusammenbringen, die komödie spielt Rosegger schr. (1895) III 9, 166.
 
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wiefe, wiffe, f., wohl nebenformen von 2weife 'grenzmarke' (teil 14, 1, 1, sp. 631). zeichen zur markierung der fahrrinne: der dampfer stiesz, weil das fahrwasser (im Bodensee) ohne gehörige bezeichnung durch die sogenannten wiefen, d. h. stangen und büschel aus tannen oder weiden, geblieben war, auf einen felsen Augsb. allg. ztg. (1855) nr. 302. dazu auch wohl: in strömendem wasser setzt man grundnetze zuweilen an stangen, die in den grund gestoszen sind. so werden im Rhein bei Konstanz, bei Gottlieben, die in einem spiralig verlaufenden bogen gesetzten stellnetze an pfählen, die weifen, wifen, hüllen genannt werden, befestigt Seligo fanggeräte (1914) § 132; als wiffe und in anderem sachzusammenhang: diejenigen pläze, wo das vieh nicht hüten oder wo man sich des weges nicht bedienen durfte, wurden mit einem hegewische oder andern zeichen angedeutet, welches im bairischen geseze wiffe genant wird Anton gesch. d. teut. landwirthsch. (1799) 1, 118.
 
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wiefel, m., f., nebenform zu feibel, feifel (teil 3, sp. 1432; s. auch wuf(f)el teil 14, 2, sp. 1736). 1) zungenfeifel beim pferde (Höfler krankheitsnamenb. 804): ain ros, das wiffel hat (an der ader unter der zunge) quelle v. 1505 bei Schmeller-Fr. bayer. 2, 864. 2) wifel, m., drüsengeschwür bei pferden Unger-Khull steir. 633. dazu wohl: für wiefl der pferdt oder die feifel quelle von 1571 bei Fischer schwäb. 6, 589. 3) augenfell (Höfler a. a. o.): hast du aber dye wyefel an den augen, das ist das dir dye augpra unten rot sint und vast unter sich zannen quelle bei Schmeller-Fr. bayer. 2, 864.

[Bd. 29, Sp. 1515]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) wiefel, m., unter einflusz von 2wiefeln (s. d.) entstandene nebenform zu wefel (teil 13, sp. 2849). 1) waffel et wiefel, der, alias eintrag oder garn, so von der weberspule in den zettel geschoszen wird Stieler stammb. (1691) 2451; wiefel, m. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1347a; wiefel, m., wefel Rädlein t.-it.-frz. (1711) 1, 1060b. 2) art des künstlichen nähens: selbiges (strichgenähe) wird auff die alte art nach dem so genannten dupf mit lauter vollen und wiefel in ein gestrick genehet Marperger beschr. d. hanffs u. flachs (1710) 330.
 
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wiefeln, vb., schles. 'schnell vonstatten gehen': es wievelt nicht es nimmt nicht zu, wenn man mit etwas nicht bald fertig wird Berndt vers. z. e. sles. id. (1787) 161; zu hause mag ich sehr gerne fleiszig sein, ... da fliegt die feder nur so und die arbeit wievelt recht Holtei erz. schr. (1861) 15, 84. von Jungandreas schles. zeitwortbildung 76 zu mhd. wif 'schwung, schnelle bewegung' eestellt.
 
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wiefeln, wiebeln, wübeln, wif(f)eln, vb. , den einschlag machen; stopfen, nähen. mhd. wifelen. ein von wefel 'einschlag, gewebe' (teil 13, sp. 2849), webel (teil 13, sp. 2618) urspr. abgeleitetes jan-verb, das seit dem 13. jh. bezeugt ist (Hugo v. Trimberg renner 16 707; 213). die -f-form ist obd., die -b-form vorwiegend md.
1) den einschlag machen (vgl. DWB wefeln 1 teil 13, sp. 2851): liciare wiflen (1466 obd.) Diefenbach nov. gl. 234a; wiefeln, wifeln tramare tessendo, fare la trama ò il vivo della tela etc. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1347a.
2) mit der nadel arbeiten: wifflen acu pingere, voc. von 1618 Schmeller-Fr. bayer. 2, 864; nach art der weibergestricke, darinnen sie wiebeln oder nehen Fleming vollk. teut. jäger (1719) 346. s. auch die belege unter gewifelt I teil 4, 1, 3, sp. 5798.
insbesondere:
a) (löcher in strümpfen, tüchern usw.) fein stopfen: wübeln oder stopffen heisset dem weibes-volck die in leinwand, caton, nestel- oder ander zartes tuch gerissenen löcher durch die darzu verfertigte stopffe-nadel dichte und sauber mit klaren zwirn wieder zufüllen und überstechen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 2135. mundartl. im md. und obd. weit verbreitet: wiebeln Jungandreas schles. zeitwortbildung 76; Müller-Fraureuth sächs. volkswörter 51; wibeln Hertel Thür. 257; wiebeln Vilmar-Pfister Hessen, nachtr. 334; wiflen, auch wiblen Fischer schwäb. 6, 810; wifeln, verwifeln mit der nadel einen risz an der leinwand so flicken, dasz das geflickte mit dem gewebe eine ähnlichkeit hat (Zürich, Schaffhausen, Glarus) Stalder schweiz. 2, 450. s. auch zuwiebeln teil 16, sp. 915.
b) eine ziernaht nähen: strich- oder stricknahd, ist eine kunst und wissenschaft mit weissen zwirn in ein gestrick entweder nach alter art nach dem so genannten dupff mit lauter vollen und wiefel oder nach der neuen mode nach dem riss, so gemeiniglich aus gestreuten blumen ... bestehen ... mit faden umzulegen, zu vollen, zu wiefeln, mit vielerley mödelein auszufüllen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1913. dazu auch wohl:

und als, was sie (Penelope) beim tag thut wiffeln
thut sie bey nacht wider auff triffeln
Hans Sachs 12, 345 lit. ver.;

schlaffhauben, mit goldt genäht, darunder die zw gestrickht oder gewübelt inventar von 1583 bei Fischer schwäb. 6, 3418.
 
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wiefelwerk, n., wohl zu 2wiefeln 2 b. 'das mit ziernähten genähte': ein reistesz ('aus feiner leinwand bestehendes') paar leyllach mit wifelwerk vnnd crainerischer arbeith inventar von 1629 bei Unger-Khull steir. 633b.

 

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