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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
wiedehopf bis wiedemacher (Bd. 29, Sp. 1506 bis 1510)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) wiedehopf, m. , upupa epops, ein vogel. herkunft und form.
ahd. witihopfa, wituhoffa, f., witohopfo, m. (u. ähnl.); mhd. wit(e)hopf(e), wid(e)hopf(e), m.; as. widohoppa, f.; mnd. wedehoppe, m.; mnl. wedehoppe, f.die von Jacob Grimm dt. gramm. 3 (1831) 363 vorgeschlagene deutung des vogelnamens als 'der im holz hüpfende', wobei der erste kompositionsteil ahd. widu, witu, wito 'wald, holz' (s. wit teil 14, 2, sp. 808), der zweite hopfen 'hüpfen' teil 4, 2, sp. 1795 zuzuordnen wäre, ist als der typischen lebensweise des vogels widersprechendda der wiedehopf wiesen und weiden bevorzugt und nicht hüpft, sondern geht (Nitsche in: wiss. annalen 4 [1955] 761f.) — abzulehnen. nachdem schon Woeste in: d. dt. maa. 5 (1858) 169 Frommann den onomatopoetischen charakter des wortes angedeutet hatte, hat sich seit Winteler naturlaute u. sprache (1892) 26 f. und Suolahti d. dt. vogelnamen (1909) 11 f. allgemein die ansicht durchgesetzt (so Pokorny idg. etym. wb. 325), wiedehopf gehe wie gleichbed. lat. upupa, gr. ἔποψ, lett. puppukis, armen. popop, npers. pūpū auf eine den paarungsruf des tieres nachahmende lautmalende bildung zurück, etwa *wudhup(p) (vgl. steir. wudhupf, wudhup Unger-Khull steir. 639; pfälz. wuddwudd Heeger tiere im pfälz. volksmunde 2, 10; schlesw.-holst. hupphupp Mensing 2, 945), und sei erst später (mindestens aber schon im frühen ahd.) volksetymologisch an witu und hopfen angeschlossen worden. annahme einer entlehnung des zweiten wortteils aus lat. upupa, wie es Kluge-Mitzka etym. wb. 17859 erwägt, ist unnötig.
wiedehopf ist im ahd. vorwiegend fem.: upuba uuitohoffa, uuitohoua (9. jh.) ahd. gl. 1, 295, 4; upupa siue opopa uuitohoffa (9. jh.) ahd. gl. 1, 341, 7 St.-S.; uuitihopha (9. jh.) 343, 13; hupupa uuidehopa (10. jh.) 3, 457, 18, seltener sw. mask.: perdix withopfo (12. jh.) 4, 85, 48; hupupa vuiduhoppo 3, 457, 18 oder st. mask.: uitihof (10. jh.) 1, 343, 13. während im mhd. allein mask. genus bezeugt ist, erscheint im frühnhd.allerdings auf das ostmd. beschränktdaneben auch das fem.: die widhop (akk. sg.) Luther 3. Mos. 11, 19 (aber: der widhop [nom. sg.] ders., 5. Mos. 14, 18); eine wiedehopfe Lohenstein Arminius (1689) 1, 415b. das fem. ist mundartl. bis heute im ostmd. erhalten: wîdehuppen, f. Kleemann nordthür. 25b; ne wiedehoppe Müller-Fraureuth obersächs. 2, 664. nhd. gilt stets mask.die beim stammsilbenvokal des ersten kompositionsteils erfolgte dehnung spiegeln vereinzelte ie-schreibungen seit dem 15. jh. wider: wiedhoph (15. jh.) ahd. gl. 3, 24, 6 St.-S.; von der wiedhopffen Burkard Waldis Esopus 1, 266 Kurz, die erst im 17. jh. stark zunehmen, um im 18. jh. vorherrschend zu werden. späte i-schreibungen: widehopfe Naumann vögel (1822) 5, 437; widehopf Fr. L. Schroeder dram. w. (1831) 4, 6. gelegentliches ei ist durch anknüpfung an weide 'salix' oder 'pascua' bedingt: weidehoppen Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 424. — formen mit nasal beruhen wohl auf volksetymologischer anlehnung an wind: uuindehoppa (11./12. jh.) ahd. gl. 3,

[Bd. 29, Sp. 1507]


457, 18; windhopff erste dt. bibel 3, 393 Kurr.; windhopfen Steinhöwel spiegel menschl. lebens (1479) 88b. — die entwicklung des inlautenden dentalen verschluszlautes entspricht der von westgerm. d (im ahd. bleibt inlautendes d mfränk. und rheinfränk. ebenso wie im nd. erhalten, während es südrheinfränk., ostfränk. und obd. zu t verschoben wird), so dasz ahd. und mhd. d und t nebeneinanderstehen (belege s. unten). schriftsprachl. hat sich d bereits im 16. jh. völlig durchgesetzt. t-schreibungen begegnen seitdem nur noch ganz vereinzelt: witthopff voc. rei nummariae (Wittenberg 1552) F 8b; withopf Lindenborn Diogenes (1742) 1, 105.
für den auslautenden labial des zweiten gliedes gelten meist die fortsetzungen der westgerm. geminata pp. die ausnahmen mit ff wie vpupa withoffe (14. jh. bair.) ahd. gl. 3, 459, 47 musz man mit dem ursprüngl. lautnachahmenden charakter erklären, oder sie sind alem., wo pp auch zu ff werden kann: upuba uuitohoffa (9. jh.) ahd. gl. 1, 295, 4; widhoff (Straszb. 1470; Augsburg 1475) erste dt. bibel 3, 393 Kurr. bei nd. und md. schriftstellern kann dieses f aus falscher verhochdeutschung des md.-nd. pp (< westgerm. pp) herrühren: widhoff Ringwaldt christl. warnung (1588) M 7a; die widhoffe (pl.) Chr. Weise (1668) bei Müller-Fraureuth obersächs. 2, 664. während das ahd. auszer pf auch noch belege für pp bietet, sind aus dem mhd. fast nur zeugnisse mit pf bekannt (ein seltener fall mit p entstammt einer Trierer hs. d. 15. jhs.: widehop Muskatblüt lieder 78, 56 Groote). dieses ist nhd. allgemein gültig, wenn auch bis ins 17. jh. bei md. und nd. schriftstellern vereinzelte unverschobene fälle vorkommen: widhoppen (akk. sg.) Luther 10, 2, 72 W. daneben: widhopfen ders. 41, 57; widehoppe (nom. sg.) Olearius verm. reisebeschr. (1696) 45. — setzt man voraus, dasz das wort sich trotz seines ursprünglich lautmalenden charakters, nachdem es einmal zu 'holzhüpfer' umgedeutet war, lautgesetzlich weiterentwickelte, so müszte die nhd. lautgestalt einerseits mit d, anderseits mit pf — da es kein mundartgebiet gibt, in dem zwar westgerm. pp > pf, nicht aber auch inlautendes westgerm. d > t verschoben istin mundarten entstanden sein, die südlich der appel/apfel-linie liegen und in denen verschobenes t zur lenis (geschrieben d) geschwächt worden ist (Braune-Mitzka ahd. gramm. § 102 b). gerade auf solche landschaften weisen aber die frühen belege mit d und pf: vpupa widehopfo (11./12. jh.; nach auskunft von E. Karg-Gasterstädt wahrscheinlich südrheinfränk.) ahd. gl. 3, 510, 40 St.-S.; widhoph (oberrhein.) St. Georgener pred. 264 Rieder; widehopfen (nom. pl.; ostfränk.) Hugo v. Trimberg renner 9515 Ehrismann; widhopf (bair.) Konrad v. Megenberg buch d. natur 227 Pf.der vokal der kompositionsfuge schwindet seit dem 11 jh.: upupe withophffe (11. jh.) ahd. gl. 3, 23, 63 St.-S., fehlt mhd. und frühnhd. meist und breitet sich erst seit dem 17. jh. wieder stärker aus. fälle ohne fugenvokal begegnen noch im 19. jh.: wiedhöpfe (nom. pl.) Aurbacher volksbüchl. (1835) 234; wiedhopf Rückert ges. poet. w. (1867) 2, 340. — gelegentliches frühnhd. -er- der fuge ist wohl auf volksetymol. anschlusz an wi(e)der zurückzuführen: mit der widerhopffe Butschky Pathmos (1677) 604.
der sg. des mask., dessen nom.wie vereinzelt bereits im ahd. (s. oben) — im mhd. vielfach, seit dem frühnhd. dann stets (ausnahme Olearius s. oben) endungslos ist, flektiert bis ins 17. jh. hinein schwach: des wit(e)hopfen minnesinger 2, 384a v. d. Hagen; dem widhopfen Steinhöwel de claris mul. 335 lit. ver.; dem wiedhopfen S. v. Birken d. verm. Donaustrand (1684) 66; den widhopfen Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 5, 237. die heute gültige starke flexion ist in einzelfällen seit dem 15. jh. bezeugt: des wiedehopffs Kirsch cornucopiae (1718) 910b; dem wiedehopffe Prätorius glückstopf (1669) 294; den widhopff (Mentel 1466; aber: widhopffen [Augsburg 1475 u. sonst]) erste dt. bibel 4, 180 Kurr.; vor einen widhopff Zendorius teutsche winternächte (1682) 215, setzt sich jedoch erst im 18. jh. durch.der

[Bd. 29, Sp. 1508]


sg. des fem. flektiert ahd. stark und schwach: upupam vuitahophun (10. jh.) ahd. gl. 1, 348, 27 St.-S.; upupam uidehoppa (10. jh.) 2, 723, 25, ebenso frühnhd. (s. oben Luther 3. Mose, Burkard Waldis, Butschky). — der pl. flektiert bis ins 18. jh. hinein schwach: die withopfen (nom. pl.) Seuse dt. schr. 458 Bihlm.; widhopffen (akk. pl.) Fischart Garg. 91 ndr.; wiedehopfen (nom. pl.) Bode Montaigne (1793) 3, 317. daneben tritt seit dem 16. jh. ein starker pl. auf (in einer form mit umlaut und einer ohne umlaut), der sich im 18. jh. durchsetzt. die umgelautete form ist vom 16.—19. jh. bezeugt: die widhöpf (akk. pl.; 1552) hist. volkslieder 4, 557 Liliencron; wiedehöpfe Braun orthogr. gramm. wb. (1793) 305; H. Heine s. w. 1, 469 Elster, die heute allein geltende umlautlose seit dem 17. jh.: die widhopffe Weise überfl. ged. 238 ndr.; die wiedehopfe Adelung 4 (1801) 1530; Oken allg. naturgesch. 7 (1837) 202; Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 143. bedeutung und gebrauch.
da aus der familie der upupidae nur eine art, upupa epops, in Deutschland vorkommt, ist wiedehopf zoologisch eindeutig bestimmt. verwechslungen mit anderen heimischen vogelarten sind wegen des fächerartigen schopfes, den das tier trägt, des charakteristischen paarungsrufes hupup, hupupup sowie insbes. wegen des unangenehmen geruches, den das stinkende sekret der bürzeldrüse sowie die starke nestunsauberkeit hervorrufen, kaum möglich. neben der schriftsprachlichen bezeichnung wiedehopf steht eine vielzahl weiterer, meist mundartl. benennungen, von denen hier baumschnepfe (teil 1, sp. 1194), dreckhahn (teil 2, sp. 1358), gänsehirte 2 (teil 4, 1, 1, sp. 1272), heervogel (teil 4, 2, sp. 761), hoppevogel (teil 4, 2, sp. 1800), huppatz Teuchert in: Brandenburgia 34 (1925) 179, kothahn (teil 5, sp. 1896), kuckucksküster (teil 5, sp. 2529), stänker 1 b γ (teil 10, 2, 1, sp. 833), stinkhahn (teil 10, 2, 2, sp. 3167), wachtmeister (teil 13, sp. 198), waldhahn (teil 13, sp. 1143), waldhopf (teil 13, sp. 1148) genannt seien (zur deutung s. Nitsche a. a. o., sp. 1506).
1) im eigentlichen sinne.
a) die bezeugung des wortes setzt im 9. jh. ein (s. oben die belege aus den ahd. gl. sowie die zusammenstellung bei Gröger d. ahd. u. altsächs. kompositionsfuge [1910] 480):

der nahtegalen und der krâ sanc
die gebent ungelîchen klanc;
als tuot der galander (ringlerche)
der hât ein tugent ander
denne der witehopfe
ze zagel und ze kopfe
Heinrich v. d. Türlin diu crône 6306 lit. ver.;

upupa haizt ain widhopf ... er nistet in unrainikait und verunraint auch sein aigen nest. aber ez ist ain schœner vogel und hât ainen vedreinen kamp auf dem haupt Konrad v. Megenberg buch d. natur 227 Pf.;

etleich die legent des withopfen herzen
des nachtes auf die slafenden leut,
das es in haimleich ding bedeut
Vintler pluemen d. tugent 7841 Zingerle;

dann er (Tereus) zu stund ward eyn widhopff,
das schwert wchs im auff seinem kopff.
eyn schmaler schnabel ward sein spies,
damit er vormals schosz vnd stiesz
Wickram w. 7, 297 lit. ver.;

hört wie die nachtigall ihr stik, stik, stik auszschreit!
hört wie der wiederhopf mit seinem up up freiet!
Rist neuer teutscher Parnasz (1652) 354;

ein federbusch auff dem hut macht kein soldaten, sonst wär auch der widhopff ein kriegsofficier Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 94; glück in spiel zu haben, soll man ein eulenhertz oder den stein aus dem rücken einer fledermausz oder den kopff eines wiedehopffs bey sich tragen J. G. Schmidt rockenphilos. (1706) 2, 165; besonders holte er die jungen staaren und wiedehopfen aus den hohlen bäumen Miller Siegwart (1777) 1, 9; die sieben Schwaben nahmen sogleich reiszaus, und liefen ... nach dem nahen zaun, wo sie sich hinaufschwenkten,

[Bd. 29, Sp. 1509]


und sich festhielten an den stauden, so dasz es aussah, als nisteten wiedhöpfe drauf Aurbacher volksbüchlein (1835) 234; allerorts stelzte der wiedehopf und erfüllte den wald mit seinem geläute Löns haidbilder (1913) 32; rein und gesund war der schlaf nach solchem handwerk, ... bis vor sonnenaufgang der kuckuck oder der wiedehopf mich weckten Ernst Wiechert wälder u. menschen (1936) 145.
b) mit attribut: also thut auch der Luther, sitzt im tempel christlicher kirchen wie einer vnreiner widhopff in einem frembden nest Dietenberger das ander buch wider M. Luther (1527) N 8b; gott nehrt einen ... stinckenden widhopffen ... wie viel mehr einen menschen Petri d. Teutschen weiszh. (1605) Gg 3a; unser hoch aufgethürntes frauenzimmer ist den stinckenden widhöpfen nie gleicher gewesen als heut zu tage Kramer t.-ital. 2 (1702) 1343c; der grauen nachtigall pries sein gekröntes haupt ein schöner wiedehopf Gleim s. schr. (1798) 1, 114; ein haupttableau der art war ein schöner wiedehopf in natürlicher grösze, im vollen federschmuck G. Keller ges. w. (1889) 6, 207.
2) in vergleich, redewendung, sprichwort, bild.
a) am wiedehopf rufen vergleiche hervor: der fächerartige schopf: was ist da herrliches, einen busch auf dem kopfe zu haben wie ein wiedehopf (von einem soldaten) Platen w. 2, 258 Hempel. sein spechtartiges klopfen:

wenn er (d. wein) im denn im kopff wirt klopffen,
wie an ein baume die widhopffen
Hans Sachs 9, 431 lit. ver.

sein stolzer gang: so ein bauer, und wenn er auch kaum fünfe zählen könne, habe einen hochmuth wie ein wiedehopf J. Gotthelf ges. schr. (1855) 5, 249. die art, sein nest zu bauen: (der uhu) gleicht dem wiedehopf, denn er macht sein nest aus quark Göthe I 17, 89 W. die verbindung von schönheit und schmutz:

sind gleich dem geier, kautz, uhu,
nachteul, raben, habicht darzu,
dem guckguck und auch widehopff,
ein schöner, doch stinckender tropff
Nigrinus von bruder Johan Nasen esel (1570) F 1a;

ein solcher (weibernarr) kommt mir vor wie ein widhopf, der zwar ein cron von federn auf dem haupt trägt, entzwischen aber ist sein meiste aufenthalt in koth und unflath Abr. a s. Clara etw. f. alle (1699) 1, 36.
b) redensartlich ist der vergleich stinken wie ein wiedehopf: das ytzt bey den rechten christen nichts verachters ist denn der bapst mit alle seine münichen und pfaffen, er stincket wie ein widehopffen (1525) Luther 16, 469 W.; daher er zum halsz ausz stanck wie ein widhopff Höniger sarracen. gesch. (1580) 32; du stinkst nach parfümerien wie ein widehopf Schroeder dram. w. (1831) 4, 6. so noch heute vielfach mundartl., vgl.: Schambach Göttingen 297b; Müller-Fraureuth obers. 2, 664; Spiess Henneberg 282; Schatz Tirol 703.
c) das sprichwort der wiedehopf scheiszt in sein eigenes nest (und ähnlich) erscheint häufig auch in form eines vergleichs:

dstu selbe in din eigen nest;
du glighest wol dem wedehoppen,
wa du dan sitzest ader stest,
dar in so mstu knoppen
Muskatblüt lieder 44, 68 Groote;

der widhopf scheist in sein aigen nest (1433) chron. d. st. Bamberg 1, 112 Chroust;

der widhopff beschmeist selb sein nest;
so dunckt sich der gotlosz der best
Hans Sachs 1, 380 lit. ver.;

in sein eygen nest hofiern wie ein widhopff sprichw., schöne weise klugreden (1548) 21a; die widhopffen, so jhre aigne nester erstencken J. Nas antipap. eins u. hundert (1567) 2, H 5b.
d) bildlich von einem eitlen, moralisch unsauberen menschen:

[Bd. 29, Sp. 1510]


die mönch vnd pfaffen, die widhopffen,
die von den todten sich bekropffen
Fischart Eulenspiegel 447 Hauffen;

vnd rüre mich an, du widehopff (ein betrügerischer zöllner)
du diebscher dieb
Hayneccius Hans Pfriem 61 ndr.;

lasz die creditores immer klopfen!
ich verriegle meine stube wohl,
der gestank von solchen wiedehopfen
stänkert mir die ganze nase voll
Kopp volks- u. studentenlied vorklass. zeit (1899) 221.


e) die nur einmal bezeugte verbindung einen wiedehopf aushecken meint wohl 'einen schlechten gedanken fassen':

als sich der spieler rüren thet,
hett er ihm selber in sein bet
einen widhopffen auszgeheckt,
ihm selbs ein ay dorein geleckt
Hans Sachs 9, 301 lit. ver.


3) übertragen ein handwerkszeug (vielleicht eine picke nach dem spechtartigen klopfen des wiedehopfs): 1 zimmerseegen. 1 kette. 1 wiedhopfen. 4 hebeisen. 4 staudeln inventar von 1773 bei Fischer schwäb. 6, 3417. vgl. auch den übertragenen gebrauch von lat. upupa als 'steinaxt' Georges lat.-dt. hdwb. 92, 3311.
4) zusammensetzungen mit wiedehopf sind selten. die kompositionsfuge ist in älterer zeit meist durch -en, in neuerer durch -s gefüllt oder sie bleibt leer: wiedehopfauge, n. (beim falschschwören verwendet) H. Grosz strafbare handlungen (1909) 69. — wiedehopfenblut, n. H. Frölich offenb. d. natur (1591) 346. — wiedehopfsfeder, f. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 322. — wiedehopfsherz, n. Prätorius glückstopf (1669) 294; widhopffenhertz Hohberg georg. cur. 1 (1682) 425. — wiedehopfenkraut, n. , onobrychis viciaefolia Scop. Tabernämontanus (1588) bei Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 251; Nemnich dt. wb. d. naturgesch. (1796) 645. vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 5, 620. — wiedehopf(en)nest, n. :

dann stinckt er wie ein widhopff-nest
Hans Sachs 4, 241 lit. ver.

spöttisch für einen modischen hut: wiedehoppen-nester der teutsch-frz. modengeist (1689) 14. — wiedehopfenstein, m. : quirin haizt withopfenstain. den vindet man in der withopfen nest. der ist ain meldær haimleicher ding in dem slâf und mêrt die träum und daz gesiht in dem slâf Konrad v. Megenberg buch d. natur 457 Pf. s. auch hdwb. d. dt. abergl. 9, 566f.; 570.
 
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wiedel, m., n., s. wiede 6. — wiedelsilber, n., gezogenes silber; wahrscheinlich von seiner biegsamkeit, wo es zu wiede gehören würde Campe 5 (1811) 706.
 
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wiedemacher, m., hersteller von binderuten: restio wyedemacher (15. jh., md.) Diefenbach gl. 495b.

 

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