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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
verunflätigen bis verungleichen (Bd. 25, Sp. 2028 bis 2029)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) verunflätigen, v.; spätmhd. Lexer, Jelinek, inquinare, sordidum reddere Stieler 495: seyn (des teufels) angesichte was furig und also greszlich, das sich der knecht vor engisten vorunfletigete Rothe dür. chr. 336; mit falschem schmuck, anstrich und kreussen verderben, besudlen und verunfletigen Vigilius de rebis memorandis 4a; übertragen: wie in (den mönch) des teufels argelist vorunfletiget und vorraten hette J. v. Neumarkt leb. d. hl. Hieronymus 213 bibl. d. mhd. lit. in Böhmen.
 
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verunformung, f.: die sowohl einheimische als fremde eigennamen sollen im vers ihren natürlichen wortthon behalten, und werden mit v. anders gethönet Birken teutsche redebind- und dichtkunst 56. —
 
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verunfreunden, v.: wenn freunde sich einmal v. Stieler 558; Kramer 1, 417b. —
 
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verunfrieden, v.: das sie zornen und wunderlich werden, sich und ander

[Bd. 25, Sp. 2029]


leut dadurch vorunfryden Luther 2, 103 W.; sich v. 'mit jemand in unfrieden, streit gerathen' Campe.dazu verunfriedung Campe.
 
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verungebärden, v.: insonderheit verungeberdeten sich die Ubier, Menapier, Eburoner und Gallier mit winseln, haar ausraufen und so weibischen wehklagen Lohenstein Arminius 2, 280a. —
 
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verungelten, verumgelten, v., zu ungelt, umgelt, s. th. XI, 3, sp. 732; mhd. Lexer 3, 281, Diefenbach 570, Scherz-Oberlin; mnd. vorungelden Schiller-Lübben 5, 480; in neuerer zeit nicht mehr üblich; die wörterbücher bringen nur ältere belege. object ist meist der gegenstand, für den ungelt bezahlt wird, 'etwas versteuern, verzollen' (Martin-Lienhart), besonders von getränk: zeitschr. f. gesch. d. Oberrheins 21, 148 (a. 1348 im stadtrecht von Feldkirch); wo er den wein (aus einem auswärtigen weingarten in die stadt) brechte, sol er denselben wie ein ander burger seinen hier erwachsenen wein verungelden (1543) thür. rechtsdenkm. 62 Michelsen.
 
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verungenieren, v., s. verruinieren. —
 
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verungenossen, v., unebenbürtig verheiraten; früh veraltet: Herrgott genealogia diplomatica gentis habsburgicae 2, 709 (1363). — ebenso verungenossamen: von der verheirathung von kirchlichen hintersassen mit weltlichen: weisthümer 1, 34 (1347); anzeiger f. kunde d. deutschen mittelalters 3, 251 (Reichenau 1456). —
 
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verungestalten, v., s. verunstalten. —
 
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verunglaubigen, v., als unglaubwürdig hinstellen: es haben die dechant, capitul und gemeine pfaffheit ... uns an unseren ehren, briefen, siegeln und glauben unterstanden zu verunglaubigen und zu schmehen (1524) Schannat hist. episcop. Worm. 2, 362. —
 
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verungleichen, v., ungleich machen; reflexiv: sich verungleichen dem göttlichen willen Geiler v. Keisersberg pater noster h4; transitiv:

dasz morgen wir zu neuem kampfe gehn,
du ohne den Bayard, ich ohne stute,
denn welche tapferkeit den ritter ehrt,
das rosz verungleicht immer ihren werth
Gries Bojardos verliebter Roland 1, 117;

auf eigensinnige art war der boden zwischen den verschiedenen zimmern verungleicht, es muszten immer stufen gestiegen werden, um aus einem zimmer ins andre zu gelangen Arnim 3, 398 Grimm.

 

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