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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
veruneinen bis verungebärden (Bd. 25, Sp. 2027 bis 2029)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) veruneinen, v., selteneres synonymon zu veruneinigen: darüber man sich so heftig veruneinet Herder 8, 254 S.; mit sich selbst veruneint Göthe 24, 243 W.; da keiner sonst ... übergeblieben, den er nicht verunglimpft und mit den andern veruneint Alexis Roland v. Berlin 3, 184.

[Bd. 25, Sp. 2028]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) veruneinigen, v. , seit ende des 16. jahrh. in der literatur, seit 1700 in den wb. belegt: Kramer 1, 286a; Ludwig, Steinbach, Adelung (in der edleren schreibart entzweien), Campe. mundartlich nicht häufig: Tobler appenz. sprachsch. 190 (im schweiz. id. dafür veruneinse); Fischer 2, 1395.
1) am häufigsten ist reflexiver gebrauch:
a) sich mit andern v.: darnach veruneinigten sich die gebietiger mit dem hohemeister und den conventen Schütz hist. rer. pruss. 5, e 4e; ich habe mich mit meinen brüdern in dem walde veruneiniget Lessing 1, 226 M. auch geradezu in streit gerathen: esz soll sich keiner auf zug oder wache, oder bey fliegender fahn mit einem andern veruneinigen, noch im läger ... mit ... mördlichen wehren, angreiffen oder schieszen acta publ. 1, 111 Palm; mit den stadtsoldaten hatten sich junge leute veruneinigt, es war nicht ohne thätlichkeiten abgelaufen Göthe 27, 194 W.
b) subject sind beide parteien, die sich v.: sich miteinander zu veruneinigen J. G. Schmidt gestriegelte rockenphilosophia 1, 314; sie (die protestanten) sollten sich weniger untereinander veruneinigen Nicolai reise d. Deutschland u. d. Schweiz 2, 511; können sie denn nicht miteinander reden, ohne sich zu veruneinigen? Chr. F. Weisze lustsp. 1, 328. sich über etwas v.: dasz die wiedrigen götter sich übern trunck veruneiniget Prätorius katzenveit g 6a; da ihr euch doch eigentlich über die farbenlehre veruneinigt hättet Göthes gespräche 3, 317 Biedermann.
2) transitiv. das subject ist:
a) persönlich: es ist mir ein rechter trost sie zu sehen. — man hat uns veruneinigen wollen Schiller 14, 229 G.; die Franzosen thaten ihr möglichstes, Deutschland zu veruneinigen Fr. L. Jahn 2, 525 E.
b) der gegenstand oder grund der veruneinigung: kein glaubenszwiespalt darf ein groszes volk, das sich wieder fühlt und aufrecht erhalten will, veruneinigen Jac. Grimm kl. schr. 7, 562.
dazu veruneiniger: der beständige veruneiniger des menschen mit gott Schelling 2, 4, 250. —
 
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veruneinigung Kramer 1, 286a; discordia Steinbach; Adelung; so laue veruneinigungen verdienten nun nicht den nahmen einer feindschaft Lohenstein Arminius 2, 1245b; v. der vernunft mit sich selbst Kant 3, 323 ak. ausg.
 
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verunendlichen, v.: so dasz es (das endliche) in seiner verbindung mit dem unendlichen ... gegen seine nicht verschwundene, vielmehr perennierende bestimmung verunendlicht werde Hegel 3, 158; die ... einbildungskraft verunendlicht noch weit mehr die schrecken als die wonnen Vischer altes u. neues 1, 215. —
 
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verunengeln, v.: gottes geschöpfe zu v. Kretschmann 5, 373. —
 
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verunfallen, v., seltene, von der zeitschr. d. allg. d. sprachvereins mehrfach (19, 338; 25, 125) beanstandete bildung: im dienst verunfallte wehrpflichtige botschaft d. Schweizer bundesrats v. 16. juni 1900; der verunfallte nahm sogleich seinen beruf wieder auf Wiener klinische wochenschrift 1910 st. 6. über verwechselung mit dial. verûffallen (schweiz. idiot. 1, 737) s. zs. f. d. ma. 2, 312. —
 
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verunflätigen, v.; spätmhd. Lexer, Jelinek, inquinare, sordidum reddere Stieler 495: seyn (des teufels) angesichte was furig und also greszlich, das sich der knecht vor engisten vorunfletigete Rothe dür. chr. 336; mit falschem schmuck, anstrich und kreussen verderben, besudlen und verunfletigen Vigilius de rebis memorandis 4a; übertragen: wie in (den mönch) des teufels argelist vorunfletiget und vorraten hette J. v. Neumarkt leb. d. hl. Hieronymus 213 bibl. d. mhd. lit. in Böhmen.
 
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verunformung, f.: die sowohl einheimische als fremde eigennamen sollen im vers ihren natürlichen wortthon behalten, und werden mit v. anders gethönet Birken teutsche redebind- und dichtkunst 56. —
 
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verunfreunden, v.: wenn freunde sich einmal v. Stieler 558; Kramer 1, 417b. —
 
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verunfrieden, v.: das sie zornen und wunderlich werden, sich und ander

[Bd. 25, Sp. 2029]


leut dadurch vorunfryden Luther 2, 103 W.; sich v. 'mit jemand in unfrieden, streit gerathen' Campe.dazu verunfriedung Campe.
 
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verungebärden, v.: insonderheit verungeberdeten sich die Ubier, Menapier, Eburoner und Gallier mit winseln, haar ausraufen und so weibischen wehklagen Lohenstein Arminius 2, 280a. —

 

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