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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
verunachten bis verunehlichen (Bd. 25, Sp. 2025 bis 2026)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) verunachten, v., levipendere Diefenbach; versnoden, levipendere, vilipendere voc. 1482 k k 1a; dasz er ... gottes leichnam verunachtet Schütz hist. rer. pruss. 3, A a 4c. —
 
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verunähnlichen, v.: so gar seind sie durch die aussprache und schreibahrt zugleich verdunkelt und verunähnliget Zesen rosenmând (1651) 167; weder ähnlich noch unähnlich, weder ein verähnlichtes noch ein verunähnlichtes Schleiermacher Platons werke 2, 159. —
 
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verunantwortlich, adj., unverantwortlich: aber disz halte ich für verunantwortlich, dasz wir ... Lohenstein Arminius 2, 22b.
 
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verunarten, v., transitiv, zu unart machen: dadurch also unsere teutsche wörter (durch eingeschobene ausländische brocken) zu unwörtern, die teutsche sprache sprachlos, der teutsche geist erfrömdet, die rechte art verunartet, verstaltet und in eine gantz andere form gegossen wird Schottel haubtspr. 167; ähnlich Neumark palmbaum 4. öfter intransitiv, entarten, ausarten: eine lobschrift, worein die zuschriften nach ietziger schmeichlerischer weltart in gemein verunarten Ryssel von dem seelenfrieden, widmung; ein jeder mensch, er wäre denn gar in ein wildes thier verunartet 96; das wahrscheinliche, ohne welches das wunderbare seine kraft zu ergetzen verliehret, und in das abentheurliche verunartet Breitinger crit. dichtkunst 1, 211.
 
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verunbilligen, v., dissapprovare, non approvare Kramer 1, 112b; so haben doch die ... heydnische völcker ... dergleichen vermischung abhorrirt und verunbilliget Dannhawer catechismusmilch 3, 245; in welchem buch ... die schärfe unserer theologen sehr verunbilliget wird Löscher abgewiesener Demas 77. mit persönlichem dativ, einem etwas übel auslegen, verübeln: sol es doch niemant verunbillicht werden, der sollichs übel understat mit schriften, radt oder that z vorkommen Dietenberger das ander buch wider Martinum Luther A 1a; welches ihr uns verunbilliget, und solche wort (eines briefes) sehr frembde auffnemet Schütz hist. rer. pruss. 6, g 3a. —
 
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verundeuten, v., nur vereinzelt: der herr wolle mirs nicht misdeuten, verundeuten Kramer 1, 221a. —
 
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verundeutlichen, v., erst im 19. jahrh. belegt: mit nichtssagenden, oder selbst die gemeinsten und faszlichsten wahrheiten durch wortschwall verundeutlichenden floskeln Schopenhauer 4, 174 Gr.
 
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verundeutschen, v., Campe. meist von sprache, wörtern, namen: massen die nachwelt ausz denen verunteutschten namen, die sie ihren schriften vorzusetzen pflegen, sie mehr vor Griechen oder Lateiner als geborne Teutsche halten würde Grimmelshausen 4, 379 Kurz; wan sie (die deutsche sprache) ... sich verundeutschen lassen musz Schottel haubtsprache 110; dieser nachdruck unterscheidet sich von jenem mit nichts merkwürdigem, als dasz s. 134 'verbat' mit 'depreciret' verbessert, wir wollten sagen, verundeutschet ... worden allgem. deutsche bibl. 24, 271; er (der name Almuth) musz sich in eine Alma verundeutschen lassen Allmers marschenbuch (1891) 187. sonst selten: man hat die universitäten so verundeutscht Jahn briefe 333. —
 
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verunechten, v., neuerer ausdruck der historischen quellenkunde: ob sie (die geschichtsquellen) nicht etwa ganz oder zum teil gefälscht, verunechtet sind Bernheim einl. i. d. geschichtswiss. 114; dazu verunechtung 115; 119.

[Bd. 25, Sp. 2026]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) verunedeln, v. , mhd. unbelegt, mnd. vorunedelen Schiller-Lübben 5, 480, nhd. Adelung, Campe, Veith bergwb. den hd. mundarten fremd.
1) seit dem 16. jahrh. als bergmännischer ausdruck: verunedlet ist wenn eine kluft zum gängen kömmt und das gute ertz verschiebet Junghans gräublein ertz f 2b; gang übergiebt seine ertzliche kraft; der gang verunedelt sich Schönberg berginformation 2, 36; daferne aber zufallende faule geschicke den frischen gang durchsetzen, so heiszet es: der gang verunedelt sich Herttwig bergbuch 154a; andre gänge verunedlen ihn Novalis 4, 121 Minor. bildlich: wie aber im ehestand oft ein theil das ander verunedelt, ... so gehet es auch im berge zu Mathesius ausgew. w. 4, 209. — dazu verunedlung Veith bergwb. 164.
2) sonst erst seit mitte des 18. jahrh. im gebrauch:
a) unedel machen: herr und diener, beide verunedlen einander wechselsweise Schlözer öffentl. u. privatleben 126. reflexiv: das gesichte des ewigen lachens wird unausstehlich und musz sich verunedlen Lavater physiogn. fragm. 1, 93. von geistigem: wo die wirkenden, die mitwirkenden kräfte verunedelt und aufgelöset sind Herder 30, 203 S. von reinheit des blutes: es kann ... einer unter 24 stammmüttern leicht etwas menschliches wiederfahren seyn, dasz also das edle geblüt durch einen fremden zuflusz verunedelt worden Sonnenfels ges. schr. 2, 359.
dazu verunedlung: und gereichet nachgehends der edlen jägerey zur verunedelung, wenn schlechte jäger sich überall unter die guten mit einmischen Heppe aufrichtiger lehrprinz xx 3b; verfall, verunedlung, vergröberung, verderbnis Lavater physiogn. fragm. 1, 70; von der moralischen verunedlung Fichte 6, 231.
b) unedel auffassen, darstellen: welcher abstand von Luther und Christus — dem vielleicht veredelten Luther, dem gewisz verunedelten Christus! Lavater aus Herders nachlasz 2, 88. —
 
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verunehlichen, v.: ich sage, dasz man ohne noht unsre teutsche sprache mit frembden worten nicht verunehlichen soll Harsdörfer teutscher secretarius 1, 4.

 

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