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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
vertilgungsmittel bis vertöffeln (Bd. 25, Sp. 1916 bis 1917)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -mittel, n., gegen schädliche insecten: Rossmässler der wald 270; Ritter erdkunde 8, 801; allg. d. bibliothek 86, 178. —
 
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vertilgungsmeer, n.:

suche nicht den strom zu hemmen,
der so lang' sein bett nur füllt,
bis er zornig vor den dämmen
zum vertilgungsmeer entschwillt
Bürger 1, 45a.


 
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vertilgungsplan, -schlusz (entschlusz), m.,
 
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-schlacht, f.: während beide parteien sich schon in vertilgungsplanen steigerten und überboten Zschokke 9, 313; es war eine vertilgungsschlacht Niebuhr röm. geschichte 3, 502;

(sie) gingen über zu des abfalls heer,
wo sie nun vertilgungsschlüsse faszten,
wir beschlossen keine gegenwehr
Jung-Stilling 2, 468.


 
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vertilgungssucht, f.,
 
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-system, n.: die gantze Cristenheit wandte sich gegen diese secten .. mit gleicher vertilgungssucht wie gegen die juden Gervinus gesch. d. d. dichtung 2, 162; aber wer trägt denn die schuld an diesem unsinnigen vertilgungssystem? Hauff 2, 187. —
 
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vertilgungswerk, n.: den sohn in seinem vertilgungswerke zu stören, obwol der dadurch angerichtete schaden ihm sehr empfindlich sein muszte Meyr aus dem Ries 2, 436. —
 
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vertilgungswerth, -würdig, adj.: so war mir seine erscheinung .. unerträglich, vertilgungswürdig Keller 1, 157;

ha, um so mehr
abscheulich, widrig, ganz vertilgungswerth
Fouqué held des nordens 2, 108.


 
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vertoben, verb. , zu toben, mhd. nhd. vertoben mhd. wb. 3, 47b; Lexer 3, 270; defervere Diefenbach-Wülcker 569; Stieler 2283; Kramer 2, 1093c; desaevire Dentzler 314b; leniri, sedari Kirsch 2, 315a; Campe. schweiz. Stalder 1, 272; Seiler Basel 106; schwäb. Fischer 2, 1380. mnl. verdoven Verdam 619a. über die verschiedenen bedeutungen vgl. Wilmanns gramm. 2, § 126, 4b und 6.
1) 'übermäszig in den zustand des tobens gerathen, stark toben', nur in älterer sprache. intrans.: hui teuffel, ich musz verrasen, .. ich vertob, halten mich Fischart Garg. 366 neudr.;

in zwîvelm muote si vil gar vertobeten minnesinger 3, 60b Hagen.

besonders im part. prät.:

daʒ man in sô vertobet sach
ûf die geloubigen an den touf passional 259, 46 Köpke.

mhd. auch reflexiv.
2) perfectiv, 'aufhören zu toben, austoben'. von menschen:

got der sîs gelobtdaʒ et Hagen hât vertobt.
der kunde strîts nie werden sat die klage 1761 Lachmann;

sein zorn ist vertobet Stieler; ich .. msz in also uber stöck und stein füren, wann ich ihn heymbringe, das er hat vertobet Schumann nachtbüchlein 292;

weil dann ein sprichwort sagen thut,
das die jugent vertoben müsz
Ayrer dramen 2658 Keller;

Abraham a St. Clara Judas 3, 412; Kirchhofer schweiz. sprüchw. 194; schwäb. bei Fischer; man musz die jugend vertoben lassen, die jugend musz vertobt seyn Schellhorn sprichw. 99. dafür heute üblicher: jugend musz austoben.
von dingen, die in gährung und wallung begriffen sind: er (der most) habe .. gantz und gar auszgewütet und vertobt Sebiz feldbau 522; (er) liesz den ersten sturm in der stadt vertoben Zschokke 22, 59;

die fluten angst, die sich in mir empöret,
vertobten nach und nach
Haller ged. 156 Hirzel.

[Bd. 25, Sp. 1917]



mit richtungsbestimmung:

der strom vertobt in ein friedliches thal
Chamisso 3, 37.

von gemüthsbewegungen:

doch nach vertobtem wahnsinn fällt wie tau
ein langer schlummer auf dein augenlid
Mörike werke 3, 120.


reflex. gebrauch in demselben sinne: die wilde flamme an ihm (dem angreifer) sich vertoben lassen Schubart schwäb. chron. (1789) 486; das gewitter hatte sich vertobt Rosegger schriften 3, 144; der affect vertobt sich Ludwig 5, 133.
3) trans., 'tobend durchbringen, vergeuden':

die dan dur tôren lop ir guot vertœrent unt vertobent,
die haben der tôren lop
Reinmar v. Zweter 121 (2, 199a Hagen).


nhd. 'die zeit tobend hinbringen, durchrasen': eine ganze stunde vertoben Campe; die jahre, die andere in dem freien leben der universität vertoben Gervinus gesch. d. d. dichtung 5, 130; meine erinnerung an die vertobte vergangenheit drückt mich mehr, als sie mir wohltut Anselm Feuerbach an die mutter 1, 223.
 
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vertöbern, verb., s. vertäuben D (sp. 1865).
 
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vertöffeln, verb. , nur obd.
1) intrans., 'zum töffel (th. 111, 630) werden, verblöden':

der schlug, wenn's etwa galt, auch einmal los
und liesz den mann am herde nicht vertöffeln
Grillparzer 8, 134 (Libussa).


2) trans.: schweiz. elsäss. schwäb. verdöfflen, vertöfflen 'verhauen' Seiler Basel 106; Martin-Lienhart 2, 658a; Fischer 2, 1381. schwäb. auch 'schelten'.

 

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