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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
verteufen bis vertheeren (Bd. 25, Sp. 1874 bis 1875)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) verteufen, verb., s. vertiefen.
 
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verteuflischen, verb., ungebräuchliche denomina tivbildung zu teuflisch. reflex. 'teuflisch werden':

das wesen, das wir als göttin verehrten,
vermenschlicht sich in einem halben jahr,
und soll die sache noch schlimmer werden.
so verteuflischt es sich am ende gar
Castelli werke 12, 152.

part. prät.: verteuflischte narrheiten und afterbossen Augsburger quelle v. 1711 bei Fischer 2, 1376. auch eine mischbildung zwischen teuflisch und verteuflischt scheint vorzukommen: weil sie auch mit ihren verteufflischen wesen .. zu winckel kriechen und da weder gott noch menschen scheuen Prätorius reformata astrologia 200.
 
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verteunen, verb., kunstausdruck der schiffersprache, dem nl. entlehnt: mnl. vertunen, vertuynen Verdam 641a; nl. vertuinen; dem nhd. verzäunen entsprechend, 'die hölzer und planken zur verteunung eines schiffes befestigen oder anlegen' Röding wb. der marine 2, 842; Bobrik naut. wb. 708b; Campe. dazu verteuning, verteunung, f.: 'die obersten theile eines schiffsgebäudes über wasser .. oberhalb dem ... belauf der leiste, welche den bord in der mitte des schiffs begrenzt' Jacobsson techn. wb. 8, 84a; Röding 2, 843.
 
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verteutschen, verb., s. verdeutschen.
 
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verthädingen, verthädigen, verthätigen, verb., s. DWB vertheidigen.
 
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verthädigung, vrrthätigung, f., s. vertheidigung.
 
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verthan, adj. und subst. gebrauchtes part. prät. von verthun (s. d.).
 
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verthanheit, verthunheit, f. vereinzelt in älterer sprache zu verthan gebildet. 'verschwendung': das im sein gemüt von eitlicher kargheit wegen gefallen ist ins laster der verthonheit Boltz Terenz deutsch 107a.
unrichtig gebildet scheint verthunheit: yederman geben, ist ein thorheyt und verthnheyt Franck sprüchw. (1541) 2, 87b; vgl. Lessing 16, 62.
 
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verthanung, verthaunung, f., s. vertonung unter 3vertonen.
 
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verthauen, verb.
1) intrans. zu 2thauen (th. 111, 327). vgl. mnl. verdooyen Verdam 618b. verstärktes thauen, 'schmelzen, sich auflösen, zergehn': die eiszapfen vertauen, wie der gedanke an einen lieben toten Rosegger waldschulmeister 156;

hat euch kluge hand gebraut (zum punsch),
frost und ungestüm verthaut,
wie am morgenstrale
um die heisze schale
Voss ged. 5, 216;

mehr als ein dutzendmal hat der alte, wackelige winter seinen zerschlissenen, vertauten mantel mit neuschnee zu flicken versucht Schlesische zeitung v. 15. mai 1910.
2) mit verdauen verwandt ist eine trans. bildung: eine wunde vertaua (adj. tauig), vermüiha 'verderben, zu schlechter eiterung bringen' in Vorarlberg Frommanns zeitschr. 5, 483.

[Bd. 25, Sp. 1875]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) vertheeren, verb., ausdruck der schiffersprache, 'mit theer verstreichen, verschmieren' Campe. es wird werg in die ritzen des kahns gehämmert, mit leinöl getränkt und dann vertheert: solches (fett) ist geschickt die europäischen schiffe anstatt theer, hartz, pech zu verpichen und zu vertheeren allg. haushalt.-lex. 1, 134a. nl. verteren hat neben dieser bedeutung noch eine zweite, 'theerend verbrauchen' Sicherer-Akveld 1193b.

 

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