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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
vertäuen bis vertauschungswerk (Bd. 25, Sp. 1865 bis 1870)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) vertäuen, verteuen, verteien, verb., fälschlich an tau 'schiffstau' angelehnt, vgl. Falk-Torp etym. wb. 1315; Franck - Wijk 712a. 'ein schiff vor zwei oder mehrere anker legen, damit es bei der ebbe und flut um seinen anker schwänke' Röding wb. der marine 2, 842; Stenzel 447b; dasselbe dann gleichzeitig mit dem heck

[Bd. 25, Sp. 1866]


durch trossen oder ketten an bojen, festmacherpfählen oder festen punkten an land befestigen Kluge seemannsprache 808; ein schiff vorn verankern Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 373; verteuen Beil techn. wb. 1, 629; das vertäuen (auch vermooren, vermuren) findet anwendung, wo in engen gewässern flut und ebbe laufen Meyer konvers.-lex. 6 20, 89a. aus mnd. vortoien, vortogen Schiller-Lübben 5, 475a; in Estland vertauen Sallmann 73b; ostfries. fertöjen Doornkaat 3, 421; nl. vertuien Franck-Wijk 737b; norweg.-dän. fortøie, schwed. förtöja dem nl. entlehnt Falk - Torp 265; 1315. die ältesten nhd. belege stammen aus der zeit um 1800; die bedeutung hat sich aber verallgemeinert, vom festmachen eines schiffes überhaupt, mit ausgesprochener anlehnung an tau als stammwort. neu ist eine verwendung in intrans. sinne: der dampfer vertäute am schuppen Kluge a. a. o.
in den letzten jahren ist das wort in die literarische sprache aufgenommen worden: im morgengrauen lag die schute ... vertaut am abbruch unter dem kellerloch Frenssen Baas 141. sogar bei obd. schriftstellern: die kleine mole .., an der der dampfer vertäut lag E. Ertl in Staackmanns samml. 'vom freudigen schaffen' 118. — dazu vertäuung, verteuung, f., concret: vertäuungen sind ketten oder taue, welche gebraucht werden, um ein schiff längs einer kaje, an bojen u. s. w. festzumachen Kluge; Alten 1, 37; Beil 1, 629; während des erdbebens rissen die vertäuungen des schiffes hamburg. zeitungsnachricht v. 1909 bei Kluge.auch vertäuanker, m., anker zum vertäuen eines schiffes ebd. 27.
 
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vertaumeln, verb. , in verschiedenen bedeutungen als trans. zu taumeln (th. 111, 205) gebildet, das eine heftige bewegung und erregung ausdrückt.
1) schon spätmhd. vertûmelt 'betäubt' Lexer 3, 278;

er lac vertûmelt in dem grase Malagis 63b.

nhd. nur schweiz. nachzuweisen: wo ich ... von dem tumult des tags noch einen so vertaumelten kopf hatte Bräker 1, 158; ich selbst war in jast und hitze wie vertaumelt 154. vgl. vertaumelung. dän. fortumlet i hovedet, 'närrisch im kopf' Helms 125a.
2) in Nürnberger mundart mit umlaut etwas täumeln, vertäumeln, verdummeln, 'heimlich bei seite schaffen, entwenden' Schmeller 1, 604;

so mach dich in die schreibstuben!
da verteummel etlich scharmützel,
an groszer meng da spürt mans lützel
Sachs 3, 68, 18 Keller.


3) in neuerer sprache (seit Göthe) 'etwas im taumel, nicht bei klarer besinnung thun'. von der zeit 'im taumel verbringen, zubringen' Campe; weh dir, wenn du auszer diesem punkte dein leben vertaumelst Kürnberger novellen 3, 214; wege, auf welchen der lustige Julius sein dasein vertaumelte Raabe leute aus dem walde 2, 46;

lasz mich vergessen
alle den harm!
wieder mich wähnen
droben in jugend,
in der vertaumelten
lieblichen zeit
Göthe 17, 46 Weim. (triumph der empfindsamkeit 4).

reflex. 'wie im taumel vergehn':

so vertaumelt sich der schönste theil des lebens 1, 77.

Campe nennt auszer diesen beiden verwendungen noch sein geld, sein vermögen vertaumeln, 'im taumel verthun'; nicht literarisch nachgewiesen.
vertaumelung, f., subst. zu 1, nur in älterer sprache, später durch die neue bildung taumel (th. 111, 202) verdrängt: die mahlkunst ist ein beliebter betrug desz von künstlicher hand geführten pensels, und gleichwie die poeten ihre entzuckungen und vertaumlung in dem kopff Harsdörffer gesprechspiele 1, g ia. dän. fortumling 'verwirrung, betäubung' Helms 125a.
 
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vertausch, m., seltenes subst. zu vertauschen, dem geläufigen tausch nachgebildet. 'umtausch, austausch': Binger quelle v. 1687 bei Diefenbach-Wülcker 569; ob .. keine heyrath, abdanckung, vertausch, verhandlung und cassirung zugelassen werden Fleming d. teutsche soldat (1726) 162, § 6; er reiste aus dem gasthofe ...

[Bd. 25, Sp. 1867]


nicht gern dem vertausche schöner zimmer gegen kahle entgegen Jean Paul werke 11/14, 396; in welchem euch das neue jahr zu dem albernsten vertausche abgenützter wünsche herum treibt Thümmel reise 3, 53; findest du bei dem vertausch deines spiegels keinen vortheil, so bringe ihn mit Pückler briefwechsel 4, 199.
 
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vertauschbar, adj., 'was umgetauscht oder ausgetauscht werden kann': bilder in wechselrahmen sind vertauschbar. ganz junge bildung wie das dazu gehörige subst. vertauschbarkeit, f.: beide (kanonen) hatten ... mit rücksicht auf vertauschbarkeit der rohre die gleiche lafette Alten hdb. f. heer u. flotte 3, 523; der begriff von positivität und negativität, der sich durch die vertauschbarkeit der vorzeichen als relativ erweist Windelband gesch. d. philosophie 2, 23.
 
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vertauschen, verb. , seit dem 14. jh. nachweisbar, zunächst in der urkundensprache. mhd. vertûschen Lexer 3, 279; mutare, commutare, permutare, summutare Frisius 818a ff.; Maaler 434a; Calepinus 189b, 281a; Dentzler 314a; umtauschen Stieler 2265; Kramer 2, 1058b; commutando alienare Frisch 2, 394c; Adelung, Campe. schwäb. vertauschen Fischer 2, 1375; elsäss. vertuschen, vertüschlen Martin-Lienhart 2, 723b. mnd. vortûschen, mnl. vertuuschen, 'verspielen' Schiller-Lübben 5, 479a; Verdam 641a; vertuysschen, permutare, male permutare, alea consumere Kilian 608a; nl. vertuischen 'umtauschen'. ostfries. fertûsken Doornkaat 1, 470a; osnabrück. Strodtmann 262; köln. vertuusche Hönig 195a; götting. vertûschen Schambach 268a; waldeck. fertoūsken Bauer-Collitz 32a; mecklenb. pomm. vertūschen Mi 103b, Dähnert 528b.
die stammworte tausch, tauschen sind nach th. 111, 208, 209 nd. herkunft und enthalten ursprünglich den begriff des betrügerischen austausches und handels; aber die ältesten lexicalischen wie literarischen nachweise für vertauschen sind ausgesprochen obd. (alemannisch) und entbehren des betrügerischen nebensinnes. dieser tritt nach den belegen erst gegen 1700 hervor, um dieselbe zeit der sinn 'irrthümlich und unabsichtlich einen tausch begehn', der in der heutigen sprache vorherrscht, während die älteren verwendungen durch austauschen, eintauschen, wechseln ersetzt worden sind, vgl. Eberhard-Lyon nr. 214. der erweichte anlaut verdauschen (vgl. th. 111, 209) steht selten: ich .. verdauschte es zu Soest .. um gemein .. tuch Simpl. 183 Kögel. die gleichfalls vereinzelte form vertüschen weist auf den zusammenhang mit täuschen hin (ebd. 210): sind also die bistumb vast jerlichen vertüschet und vermencklet worden Hedio chron. germanicum A VIa
1) 'eine waare gegen die andere austauschen, ein ding um ein anderes hingeben', wie verstechen B 1 (sp. 1636) ein früher üblicher ausdruck des tauschhandels und zwar obd.: mutare merces, vertauschen, abwächszlen, waar umb waar gäben Frisius 818a; vertauschen, verstechen, verschangiren eine waar gegen die andere Kramer hoch-niderteutsch. dict. 248b; waaren gegen (nicht mit) waaren vertauschen, troquiren Moritz gramm. wb. 4, 284; Adelung.
vereinzelt bezeichnet das object den eingetauschten gegenstand: wann jemand ein gutt .. für sich erkauft, oder ererbt, oder es sonst vertauschet acta publica 3, 318 Palm;

eben da man ihm sein haupt mit dem ehrenkrantze kräntzet,
da sein' arbeit, fleisz, und müh' ihm den wehrten lohn ergäntzet
und den doctor ihm vertauschet?
Neumark lustwald 2, 270.

sonst mit angabe des hingegebenen als object: achthalb fueder weiszes wein gelts, so die von Marbach ihnen von Hattstatt jährlich gezinnst, vertauscht und verwechselt, lauth tauschbriefs d. weisthümer 4, 164 (a. 1454) Grimm; Oheim Reichenauer chron. 70; und wirt die gab nit von freyer handt ohn alle falsche augen geschenckt, sondern vertauscht Franck sprüchw. (1541) 1, 138a; wie .. die roszmenger die pferde vertauschen Mathesius Sarepta 161b;

[Bd. 25, Sp. 1868]


das lasz der herr weit von mir sein,
das ich das erb der vätter mein ...
solt vertauschen oder hin geben!
Sachs 10, 405, 6 Keller-Götze;

so lang der schnelle Pregel rauschet ...
und reiche wahren hie vertauschet
Dach ged. 752 Österley;

du gehst nach England hinüber, verkaufest, vertauschest zuerst die kleinen steine mit klugheit Göthe 17, 147 Weim.; ich habe ein paar windspiele gekauft und meine bracken vertauscht, ... einen schönen eichenen ausziehtisch eingehandelt und meine grosze nuszbaumlade dran gegeben Keller 4, 298. subst. inf.: da sie das vertauschen oder verstechen der wahr betracht habendt, .. wie schwär und mühsam es were, habendt sie das geldt erfunden Agricola-Bech bergwerkbuch 14.
mit bezeichnung der andern handelnden person: wer ein schelmen von eim pferd hat, vertauscht in bey seinen freunden Fischart Garg. 330 neudr.; wir ... namen mit uns einige messer, hembde ..., und vertauschten sie mit den einwohnern umb viehe Olearius orient. reisebeschreibung 141; ein jeder .. dieses wercklein ... einem welschen würtzkrämer umb ein bixel voll schnupfftaback vertauschen mag Grimmelshausen 4, 503, 14 Keller; das schlosz Bärnegg ... vertauschten sie 1498 an kaiser Max Steub drei sommer in Tirol 1, 160.
mit bezeichnung der eingehandelten waare: die haben es (die grafschaft) den Bernern in einem wechsel an die vogtei Gundes vertauscht Münster cosmographey 411; dasz sie fische mit birnstein vertauschten Schütz preusz. chron. 1, B Ib; er ... solle eine grosze parthey hering kauffen, und sie nach Cölln schicken, und vor wein vertauschen Schupp schriften 660;

die herschaft ist vertauscht umb geld und heyratgut
Rachel ged. 22 neudr.

am üblichsten ist gegen (Kramer, Moritz, Adelung): damit er die ewigen gütter gegen eine kIeine wohllust verhandeln und vertauschen könne Butschky Pathmos 477; deshalb vertauschte er beim barbier .. den .. inhalt seiner sparbüchse gegen ein paar gute rasirmesser Holtei erz. schriften 24, 52. sprichwörtlich vom schlechten geschäft: man vertauscht oft ein einäugig pferd gegen ein blindes Wander 4, 1612; vgl. Martin-Lienhart. subst. inf.: einige mineralien die er wohl zum vertauschen brauchen kann Göthe IV 18, 13 Weim.
übertragen. selten von personen als tauschgegenständen, die man um andre als werthlos hingibt: uxores commutare, die weyber vertauschen oder abwächszlen Frisius 265a; Moyses .. ist warlich zwentzig und hundert jar alt gesin, und hat Sephoram sin eefrowen nit vertuschet Gengenbach 169 Gödeke; vgl. Martin - Lienhart. gelegentlich auf die zeit übertragen:

wie wird der späte enkel lauschen,
und seine zeit an uns vertauschen unechtes gedicht bei
Schiller 1, 50.


2) in weiterem sinne 'mit einem andern etwas austauschen':

begehrend deine gunst,
wolt auch gern küsz vertauschen
Weckherlin ged. 1, 459, 71;

das saltz im lieben ist verwechselte begierde,
vertauschte gegenhuld
Lohenstein Ibrahim (1680) 34, 188;

sich in dem garten der liebe
reichlich zu weiden und freude
vertauschend sich schön zu erquicken
Göthe 5, 40 Weim.;

unsere ältern selbst konnten uns in der kindheit nicht unterscheiden, wenn wir aus muthwillen die kleider vertauscht hatten Lessing 2, 15 (misogyn 1, 5); als ob wir die rollen vertauscht hatten Fontane 5, 56.
'eine sache für die andre nehmen, einen zustand durch einen anderen ersetzen':

wo dein heller Saalstrom rauscht!
den mit seinen segensspuren
niemand für den Rhein vertauscht
Gottsched ged. (1751) 47;

du wirst kein lust verlieren, sunder du würst yn verduschen umb ein gröszeren lust Keisersberg bilgerschafft C IIId; weil sie nicht den genius .. für einen

[Bd. 25, Sp. 1869]


herabschiffenden fremdling vertauschen mögen Herder 5, 122; das ist mein glück, und ich vertausch' es nicht gegen die sicherheit eines todtengewölbes Göthe 8, 218 Weim. (Egmont);

frommer stab! o hätt' ich nimmer
mit dem schwerte dich vertauscht!
Schiller 13, 285 (jungfrau 2583);

zu stolz, auch zu weichlich, den herrn der er bisher gewesen war, mit dem bauern zu vertauschen 4, 65; in diesem falle .. würde ich mich nicht sehr bedenken, Wolfenbüttel mit Wien zu vertauschen Lessing 17, 407; wie die Briten ihren unförmlichen schiffsbau .. mit den erfindungen der vorgeschrittenen schiffahrt vertauschten Ranke 14, 8. subst. inf.: ob mir das plötzliche vertauschen der frischen bergluft mit der im thal .. das übel zugezogen Bräker 1, 55.
etwas 'wechseln, verändern, wandeln'; nicht mehr üblich:

die bächlein auch thun rauschen ...
nit bald den thon vertauschen,
bleibt gleicher klang ohn ruh
Spee trutznachtigall 108;

Horatio. ja, prinz, und euer armer diener stets.
Hamlet. mein guter freund, vertauscht mir jenen namen Shakespeare 3, 157 (Hamlet 1, 2);

ich sehe diese würd'gen peers mit schnell
vertauschter überzeugung unter vier
regierungen den glauben viermal ändern
Schiller 12, 432 (M. Stuart 785);

wir sind was wir sind; unter gegebenen umständen kann unser karakter sinken, unsre natur aber können wir nie vertauschen Herder 20, 343; alltags is nich viel mit ihm, aber mit eins is er wie vertauscht un gar nich mehr derselbe Fontane 5, 184.
3) etwas 'in betrügerischer oder auf täuschung eines andern berechneter absicht verwechseln, austauschen': intervertere, entwenden, unterschlagen, verpartiren, vertauschen Faber 928a; male permutare Kilian; (dasz die kürschner) einen fleck für sich möchten abschneiden .. oder aber das frische futter mit einem schabenfressigen vertauschen Abraham a St. Clara 4, 227 Strigl; ihre begleiterin vertauschte unmerklich die ihr anvertrauten kleinen reste mit den gefundenen Göthe 23, 279 Weim. (Meister); sie (die nixfrauen) sollen vertauschte menschenkinder sein, statt deren die nixen ihre wechselbälge oben gelassen haben Grimm deutsche sagen 1, 39.
4) die der heutigen sprache geläufigste verwendung 'irrthümlich und unabsichtlich verwechseln' ist literarisch wenig bezeugt: wenn der basz-clavis oder die basis selbst mit einer von ihren radical-stimmen verwechselt und vertauschet wird Heinichen generalbasz 623; nicht zu verwechseln mit dem .. in Alexandrien mit Osiris vertauschten Pluto oder Serapis Welcker alte denkmäler 2, 85; in der garderobe wurden überzieher, hüte vertauscht Heyne.
 
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vertäuschen, verb., vereinzelt in älterer sprache für das gebräuchliche täuschen. über die verwandtschaft von tauschen und täuschen vgl. th. 111, 210. lexicalisch nicht nachweisbar. da wurden die Gallier gar vil vertüschet durch werffen und schieszen der pfeylen Stumpf Schwytzerchr. 154b.
 
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vertauscher, m., 'einer der vertauscht, umtauscht'; commutans Stieler 2265. kaum lebendig.
 
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vertauschung, f. , abstractbildung zu vertauschen: mutatio, permutatio, abwächslung, vertauschung, tausch, wächsel Frisius 852a; 986a; Maaler 434a; vertauschung, umtauschung Kramer 2, 1058b; Kirsch 2, 314b; Adelung, Campe. nl. vertuisching. selten ist concreter gebrauch:

und im fremden ort war's leicht,
die vertauschung zu verbergen
Müllner dram. werke 2, 108.

im übrigen bezeichnet vertauschung die handlung des vertauschens und schlieszt sich an die einzelnen gruppen des verbs an.
1) als ausdruck für tauschhandel (vgl. vertauschen 1): also soll man auch alle frevelthaten .. verbieten, ..

[Bd. 25, Sp. 1870]


wie auch verkauffungen, vertauschungen Hohberg georgica 1, 85; es ist hier nur von der eigenthumserwerbung .. die rede, .. keineswegs aber von der bloszen vertauschung einer sache ... gegen eine andere von demselben werthe Fichte 3, 255; ein capitulare von Karl dem Kahlen von 865 verfügt über die formen, die bey vertauschung kirchlicher grundstücke beobachtet werden sollen Savigny geschichte des römischen rechts 2, 94.
'gegenseitiger austausch, auswechslung' von gegenständen oder personen: eine dergleichen vertauschung (von büchern) ist bey allen naturaliencabineten in Europa gebräuchlich Lessing 18, 348; das kriegskollegium schlug ... unsere beiderseitige vertauschung vor J. v. Voss milit. laufbahn 263; tiefe lehren von vertauschung der seelen Hippel kreuz- u. querzüge 2, 325.
2) die ersetzung eines gegenstandes durch einen andern: synecdoche, in der sprachlehre die vertauschung, vermöge welcher bald ein theil für das ganze oder umgekehrt das ganze statt eines theils genannt wird Campe verdeutschungswb. 634a; man stellte einen wahnsinnigen durch die vertauschung seines blutes mit kalbsblut völlig her Hufeland kunst d. menschl. leben zu verlängern 30; jene andeutungen (von habsburgischer seite) über eine vertauschung Baierns mit Neapel Ranke 29, 58; eine vertauschung des afrikanischen wohnortes mit der neuen welt Peschel völkerkunde 101.
'wechsel, veränderung, umwandlung': die freude, welche er über diese vertauschung der tracht äuszerte, bewies, dasz ihm seine vaterländische sitte doch über alles wohl gefallen müsse Forster 2, 39; dasz das erz günstiger für die gestalt sei als der marmor und dasz Michelangelo, wenn er heute lebte, die vertauschung des materiales nicht miszbilligt hätte H. Grimm Michelangelo 1, 216; vertauschung der beneficien, permutatio beneficii Wetzer-Welte kirchenlex. 8, 301; 11, 646.
3) in der absicht zu täuschen vorgenommene veränderung (s. vertauschen 3): als dem verfasser eines wochenblatts .. sey ihm diese vertauschung erlaubt literaturbriefe 6, 342.
4) 'irrthümliche verwechselung' (s. vertauschen 4): eine ziemliche menge kleiner fehler und vertauschungen, von welchen keine einzige zur verschönerung der übersetzung gereicht literaturbriefe 10, 351; im einzelnen sind verwechselungen und vertauschungen von inschriften auf vasen mehrfach nachgewiesen worden Brunn kl. schriften 3, 98. —
dazu die composita vertauschungsurkunde allg. d. bibliothek 67, 242;
 
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-verfahren Laistner nebelsagen 15;
 
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-versuch Lassalle reden 3, 446;
 
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-werk Ranke 31, 150.

 

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