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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
verswerk bis vertabaken (Bd. 25, Sp. 1855)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) verswerk, n., 'reimerei':

Hantz giebt sein verszwerck aus, macht wunderhüpsche reime,
träumt, er sey zum Parnasz; jedoch es seynd nur träume
Reinhold reime dich (1675) 175.


 
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verswesen, n.: die 'ars poëtica' der Lateiner mag als kunst gelten, und von ihr alle künstlichkeit des verswesens .. abgeleitet werden R. Wagner schriften 10, 143. —
 
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verswurm, m.: Gleim übersetzt ferner ein kleines lobgedichtchen auf die kleinen verse: auf einmal wimmelts in allen buchläden von kleinen verswürmern Gerstenberg in d. lit.-denkm. 128, 339. —
 
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verswuth, f., 'reimwuth': Campe; dasz ihn mein übergewicht drückt, und dasz seine verswuth sich vor meiner satyre scheut Gotter ged. 3, 336. —
 
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verszahl, f.;
 
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-zähler, m.;
 
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-zählung, f.: rechnet man die verszahl eines jeden der drei schauspieler wieder im durchschnitt als gleich grosz Freytag werke 14, 130; wenn in den varianten mehrere zusammenhängende verse .. abgedruckt wurden, sind sie mit verszählern versehen, schon wegen der genauen citate Wackernell tirol. passionssp. ccciii; ausgabe .. Breslau 1833, sorgfältig zum erstenmal mit verszählung J. Grimm Reinhart Fuchs, vorr. clxxviii.
 
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verszeile, f.: in welcher die reimwort gleichsam ungezwungen in die rede eingeflochten, und die verszeilen nicht mit gewisser zahl verbunden werden Harsdörffer trichter 2, 85; zur modulation der empfindung genügen die einfachsten mittel, das masz der verszeile, der wechsel des tonfalls Herder 12, 414. —
 
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verszwang, m., 'reimzwang':

daher auch Flaccus schreibet,
als wenn sein versezwang den Memnon hätt entleibet
Reinhold reime dich (1673) a 6b;

ob erkenntnis oder verszwang schuld an dem fehler sei zeitschr. f. österreich. gymnas. 47, 578.
 
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vert, adv. 'im vorigen jahre' mhd. vërne, vërn, vërnet, vërt, vërnent, vërnt mhd. wb. 3, 302b; Lexer 3, 185; voc. inc. teut. ii 5b. vgl. Grimm gramm. 1, 390; 3, 98; 208; 215 und th. 3, 1547f. (ebd. die literarischen belege). nach Wilmanms gramm. 2, § 467, 1 ist vërt ein verdunkeltes compositum mit griech. ἔτος und würde auf ein germ. *per-uti, griech. πέρυτι πέρυσι zurückweisen. in der nhd. schriftsprache spielt vert keine rolle mehr, lebt aber nach wie vor in den obd. und einigen md. mundarten in den verschiedenen formen des mhd.: schweiz. Staub-Tobler 1, 1019; elsäss. Martin-Lienhart 1, 142a; schwäb. Fischer 2, 1251; bair. Schmeller 1, 757; tirol. Schöpf 132; kärnt. Lexer 94; Heanzenmundart Frommanns zeitschr. 6, 179; kurhess. Vilmar 101.
dazu als adj. fernig th. 3, 1538; auch ferndig, fernderig in obd. mundarten a. a. o.; über das vorkommen bei Auerbach, Mörike, Kurz s. Fischer 2, 1252.
 
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vertabaken, verb., in Nordostdeutschland in der form vertobacken, vertowaken verbreitetes, vulgäres wort für 'durchprügeln, verhauen', das der kunden- und verbrechersprache entstammt. md. bezeugt für Thüringen, Eichsfeld, Mansfeld Hertel 241, Kleemann 25a, Hentrich 62, Jecht 119a; in Schlesien Jäschke 148 (auch in der bedeutung 'durchbringen, vergeuden'); in Berlin Meyer 128a; in Mecklenburg (auch 'ausschelten') nd. correspondenzblatt 12, 73; 9, 75. spärlicher in Oberdeutschland: schwäb. Fischer 2, 1372. schweiz. in etwas veränderter form und bedeutung vertubaken 'unbeachtet lassen': nachdem es noch einige worte halb verblümt Michel zugeworfen, welche derselbe aber vertubakte und nicht einmal recht verstand Gotthelf schriften 7, 89.

 

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