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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
unholdenkunst bis unholdin (Bd. 24, Sp. 1069 bis 1070)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -kunst (Wickram 4, 139 anm. 1),
 
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-stein (B. v. Münchhausen balladen 78),
 
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-streich (Bode Montaigne 1, 163 zu unholde II 2 c),
 
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-tag (Prätorius Blockesb. verr. 309, 396),
 
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-tal (Schm. 1, 1091),
 
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-werk (Parac. chir. 94 B, Fischart Bodin 204a, Albrecht magia 175, Riezler hexenproc. 280),
 
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-wesen (Gervinus g. d. d. dicht. 3, 128). —
 
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unholder, m., s. DWB unhold B I 1: drittens (sündigen gegen gott) die unholder und hexen, welche den teufel anbeten Albertinus Luc. königr. 84, 36 L.; Staub-Tobler 2, 1183; veraltet. dazu unholderei, f., zauberei: Staub-Tobler 2, 1183 aus quellen des 15. bis 17. jhs.: Brandstetter Cysat § 168 (von apostützlerei unterschieden); Albertinus Luc. königr. 88, 30 L.; Sanders erg. wb. 275c; heute nur noch in wissenschaftlicher darstellung, z. b. Riezler hexenproc. 200. —
 
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unholderkraut, n. = unholdenkraut: unholterkraut. Hohberg georg. 3, 254b; viehb. 50. —
 
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unholdig,

[Bd. 24, Sp. 1070]


adj., seitenstück zu unhold, unholdisch, unholdselig, unhuldig (holdig Tieck jucundus). vgl. mnl. onhoudelike. a) gth. v. huldig 2, immitis J. Bohemus Horaz 1, 33. b) unhold 3 entsprechend: unholdiger geist (scherzhaft) Carol. Schlegel 1, 17 Waitz (1785); die unholdigen schwestern Göthe 1, 206 W. (der getreue Eckart). c) unhold 5 entsprechend: vom steppenstaub Kohl bei Sanders 1, 800a. selten,
 
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unholdin, f., ersatz für das veraltete f. unholde (holdin u. huldin 'grazie' stehen abseits). Staub - Tobler 2, 1182 (1383?). seit dem 16. jh. in bed. 2 a vielfach bezeugt. 1) von dämonischen wesen: dessen weib aber rennete zu fusze daher als ein besessenes mensch oder hellische unholdin Buchholtz Herkuliskus 1115; höllische unholdinnen oder rachgötzinnen Francisci luftkreis 150; Lohenstein Arm. 1, 452b. Eris mit zwanzig ihrer untergebenen unholdinen A. U. v. Braunschweig Oct. 1, 905; von Eumeniden Herder 15, 411, J. H. Voss krit. bl. 2, 258, Harpyien antisymb. 1, 257, Gorgonen C. A. Böttiger kl. schr. 1, 194 u. ä. im 17. u. 18. jh. gern v. abstracten begriffen: uneinigkeit ... die u. aus der höllen Harsdörffer poet. trichter 3, 465; Butschky Pathmos 694; sogar eine u. (beeinträchtigung) der tapferkeit Lohenstein Arm. 1, 1012b; wann ..., unholdinnen gleich, die sorgen mit uns wachen A. v. Haller ged. (1882) 181; diese u., die faulheit Kant 10, 306. unholdinnengefolge Ramler lyr. ged. 160. 2) hexe. a) dämonologisch: Staub-Tobler 2, 1182; Parac. 2, 256 A; Fischart Bodin 192b; der u. Erichtho Prätorius Blockesberges verr. 302; eine hexe oder u. glückstopf 170; Lohenstein Arm. 2, 109a; unholden und unholdinnen Abbt 6, 4, 192; Herder 21, 4; nun, ihr geheimniszvollen, schwarzen, mitternächtlichen unholdinnen, wie geht's? Bürger 304 (Macbeth 4, 2); A. W. Schlegel Shak. 3, 27 (hag); Grimm sagen 1, 184. scherzend Raabe Horacker 196. unholdinkraut rhododaphne, -kertzen verbascum Reyher O va; vgl. DWB unholdenkerze, -kraut. b) nichtmythologisch, in rüge u. schelte, wobei dann ähnlich wie bei unhold, m., 3 b auch andere bedd. des adj. unhold einflieszen: die alte hure, ihre mutter, war eine ungestalte und scheuszliche u. Bütner epitome 227a; Lehman florileg. 2, 655; eine zwergin! eine u.! Wieland 11, 225;

nur in Plutos grausen landen
hätten mit der brust von erz,
taub für lust und taub für schmerz,
unholdinnen widerstanden,
nicht der holdin weiches herz
Bürger 73b;

dieser männerscheuen u. Schiller 13, 424; der städt' u. Enyo J. H. Voss Il. 5, 333 (πτολίπορθος); v. Cleopatra Mommsen red. u. aufs. 174. c) abgeblaszt: die kleine unholdin Holtei erz. schr. 13, 83; S. Brunner erz. 1, 47. —

 

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