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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
überdurchschnittlich bis übereignung (Bd. 23, Sp. 168 bis 169)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) überdurchschnittlich, adj. u. adv.: die ernteaussichten (sind) noch überdurchschnittlich tägl. rundschau 19. aug. 1897 B. sp. 3; über- und unterdurchschnittliches alter ebda. 1903 nr. 59 hauptbl. 2a; überdurchschnittlich begabt Ostwald grosze männer (1910) 3;
 
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überdürr, adj., sehr dürr:

du überdürrer neid, so wage dich an mich
Schirmer poet. rosengepüsche (1650) 173.


 
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überdurst, m., groszer durst:

er speye lästerung von meinem grosze geitze,
der blosz darinn besteht, dasz ich nicht schwelgen kan,
und keinen überdurst zu groszen gläsern reitze vernünft. tadlerinnen 2, 55;

der wein, den man über den durst trinkt: das soll mein letzter rausch sein ... einen schluck für den durst darf man trinken, aber nicht mehr. komm her, letzter überdurst Auerbach dorfgesch. 2, 212; überdurstig, adj., sehr durstig. hier hielt ein überdurstiger den offnen mund unter den wasserstrahl Liliencron 3, 3.
 
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übereck, adv. , schief. zusammenrückung der präp. über mit eck, ecke (s. o. über c. acc. 1, ε). vereinzelt dreisilbig: überecke Tscherning (1642) 308; sehr häufig adverbialer gen.: überecks, in den mundarten z. b. Staub-Tobler 1, 158; Hunziker 268; Martin-Lienhart 1, 27; Hügel Wiener dial. 169a; Schmidt westerwäld. idiot. 275; Ruckert unterfränk. ma. 185; Kleemann nordthüring. idiot. 3a; auch schriftsprachlich: Heynatz antib. (1796) 2, 488.
1) über die ecke hin, diagonal Jacobsson 4, 465; Adelung lehrgeb. 2, 41; Bucher 415a; ein überecks durchschnittenes viereck Heynatz a. a. o.; übereck gestellte felder in der wapenkunst Jablonski (1721) 805b; die schulter mit übereck gestellten ... quadraten ... bemalt Furtwängler vasenbeschrbg. (1885) 27. hierzu: die übereckstellung, f., Vischer ästhetik 32, 316.
2) der bildliche gebrauch führt wie bei anderen richtungsbegriffen z. b. über quer, überzwerch und auch schlimm, schief zu weiterer verwendung: in seinem hause geht es übereck, every thing goes on very queer Hilpert (1845) 635b; es gieng so toll und bund über eck her, das mir gleichsam das hertz im leib lachte Grimmelshausen vogelnest 373, 31 (s. oben th. 2, sp. 529); es war nichts übereck in der leichenrede Hippel kreuz- und querzüge 1, 572; auf überecks kommen für 'in streit gerathen' nach auf gleich kommen: dasz ich deinetweg' mit dem bauer auf überecks bin gekommen, dasselb' macht mir gar nichts Rosegger 13, 235.
adjectivische weiterbildung: überecksig verkehrt, linkisch Martin-Lienhart a. a. o.; Follmann lothr. ma. 262a; Askenasy Frankf. ma. 231.

[Bd. 23, Sp. 169]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) überedel, adj., sehr edel. mhd. überedel Lexer 2, 1613; nl. overedel. das seind die überedeln menschen. die selben geen über alle ding ordentlich und adelich in disen edeln weingarten Tauler sermones (1508) 25a; jener lahme bettelt umb ein almusen, erlanget aber das bessere die überedle gesundheit Dannhawer catechismusmilch 7, 72;

nun grüne fort, und mit dir auch
der überedle rautenstrauch,
der uns erhält das leben
Opitz opera (1690) 1, 83;

der gebrauch bleibt beschränkt, so dasz Lessing das wort als neuschöpfung empfindet, vgl.: verstärke das beywort edel nach art der Griechen und sage überedel. ich weisz zwar wohl, überedel ist ein neues wort Lessing 1, 363.
 
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übereggen, v., über den acker hin eggen, nochmals eggen. nl. overggen. untrennbare verb.; einen acker übereggen Frisius dict. 702b: nach dem einpflügen des samens wird das übereggen der rauhen oberfläche nothwendig Schwerz pract. ackerbau 348; übereggen der winterungssaat Thaer grundzüge der rat. landwirthsch. 1, 139.
 
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übereifer, m., zu groszer eifer. nl. overijver. übereifer taugt nicht! Rosegger III 8, 334; auch schadete der übereifer, den ... die ausführenden organe entwickelten Prutz pr. gesch. 3, 313; religiöser übereifer Laube 15, 209; vaterländischer übereifer Treitschke deutsche gesch. im 19. jh. 4, 433.
 
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übereifern, v., ereifern. untrennbare verb.; reflexiv: ihro gnaden übereifern sich nicht Holberg dän. schaubühne 1, 413.
 
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übereifrig, adj. und adv., sehr eifrig, zu eifrig. nl. overijverig. erst im 19. jahrh. allgemeiner gebraucht, attributiv bei concreten und subst. actionis, prädicativ, substantiviert und adverbiell: überhaupt ist es geschichtlich unrichtig, wenn man Dante als einen übereifrigen, leidenschaftlich erregten Ghibellinen zeichnet Döllinger academ. vorträge 1, 109; das schimpfen und fluchen welches übereifrigen gutsbeamten eigentümlich ist Polenz Grabenhäger 1, 352; das muster, das er im Wilhelm Meister gab, fand übereifrige weiterbildung schr. d. Göthegesellschaft 14, vorr. 49; welches die veranlassung zu diesem ... übereifrigen angriffe ... gewesen sein mag ... wünschen wir ... nicht zu untersuchen R. Wagner 8, 227; Molleville, anfangs übereifrig in des königs dienst, sah sich zur flucht genöthigt Dahlmann gesch. d. frz. revol. 135; alterthümelnde liebhabereien übereifriger Freytag 14, 289; 'o — dann!' rief Nathanael übereifrig Ebner - Eschenbach 2, 54.
 
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übereignen, v. ,
1) zueignen. untrennbare verb.; in der juristischen prosa für proprietatem fundi in alium transferre, vgl. Haltaus (1758) 1813, hier auch beleg aus der rechtsprosa des 16. jahrh.; diese wiese, übereignete mein groszohm Otto der dritte ... der stadt Köln zu ewigem besitze Alexis Woldemar 2, 126; der erzbischof hat sich anheischig gemacht, die ihm übereigneten besitzthümer binnen einem jahr ... zurückzugeben Ranke 25, 16; unter vorbehalt der väterlichen rechte war das gut ihr übereignet worden Storm 6, 135; von da aus allgemein: denen er so ein liebes kleinod übereignet und schenket Birken fortsetz. der Pegnitzschäferey (1645) 57;

stellt in einem wasserkruge
den waldblumenstrausz, den vorher
Gisela ihr übereignet,
auf die tafel
Wolff landsknecht v. Cochem 23.


2) im 17. jahrh. allgemein für widmen: einem seine arbeit heiligen, widmen; ... übereignen Treuer Dädalus (1675) 1, 237; solche (schrift) e. gestr. und meinem groszgünstigen herren zu schuzze und gewiszem unterpfande treuer dienstfehrigkeit übereignen wollen Butschky hochd. kanz. 182; als habe ich ... es nicht entfernen dörfen, ... dis ... büchlein der ... jungen herrschaft ... zu übereignen Aitinger jagd- und weidbüchlein (1681) 2a.
 
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übereignung, f., übereigenung, traditio Schottel haubtspr. 392. zu übereignen 2 (s. o.): übereignungsbrief, m., dedicatio, z. b. Butschky hochd. kanz. 178; übereignungsschrift, f., dass.: übereignungsschrift an die hochlobliche fruchtbringende gesellschaft Harsdörffer frauenzimmergesprechspiele 2, A 2a; diese meine unterdienstliche übereignungsschrift Rist friedejauchz.

[Bd. 23, Sp. 170]


Teutschland vorr. vijb; schlüslich solte, dem alten herkommen nach, diesem werke, zu mehrem schutze, einige übereignungsschrift vorgestellet werden Butschky Pathmos vorr. 4.

 

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