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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
überbeiszen bis überbewuszt (Bd. 23, Sp. 138)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) überbeiszen, v. , mhd. überbîzen, nl. overbijten, dän. overbide. untrennbare verb.
1) durch beiszen übertreffen, überwinden Lexer 2, 1609; wann sie (die hähne) sich miteinander beiszen, musz man sie voneinander treiben, weil derjenige, der überbissen wird, hernach den muth verlieret Hohberg georg. curios. aucta 3, 9, 266a. bildlich:

wenn man ein wenig schreit, biszweilen stille liegt
und manches überbeiszt, so hat man doch gesiegt
Weise zeitvertr. 2, 65.


2) refl. sich überbeiszen, to strain one's jaw in biting Hilpert 634b. verengt: der essig überbeiszt sich, acetum moritur Steinbach 1, 116.
3) beiszend bedecken: die sich überbeiszenden lachenden lippen Gutzkow 9, 178. substantiviert. inf.: dies wonnige überbeiszen der lippen, wenn diese männer ... aus ihrer flasche getrunken haben 327.
 
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überbekommen, v., wasser aufnehmen; vgl. Stenzel seemannsspr. 432; das schiff arbeitete heftig und bekam viel seewasser über Weserzeitg. 1859 nr. 1749. im heutigen sprachgebrauch für überdrüssig werden: ich bekomme die sache über.
 
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überbeschäftigt, adj., sehr beschäftigt: Richelieu ein überbeschäftigter mann Laube 5, 123; meine frau, die mit neuen rollen und proben überbeschäftigt ist Hebbel br. 5, 29. hierzu überbeschäftigung, f., Pückler briefwechs. 8, 135.
 
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überbescheiden, adj., sehr bescheiden, dürftig. nl. overbescheiden. so überbescheiden bin ich auch nicht, dasz ich mir meiner vorzüge nicht wohl bewuszt seyn sollte schrift. d. Göthegesellschaft 7, 285; seine (Grillparzers) materiell überbescheidene lebensstellung die quelle 3. jahrg. nr. 9, 2; überbescheiden musz oft hunger leiden Wander 5, 1779.
 
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überbesserung, f., mehrwert, überschusz des wertes, melioration Jablonski 805b; vgl. auch Scherz gloss. 1695a; ita in Suevia utile dominium emphyteutae vocitari solet: weil ad emphyteutam jeniges gehörig, so er über den canonem aus solchen lehengütern erbauet Besold thes. (1697) 950; wann überbesserung an dem pfandt befunden wurde Frankf. ref. 1, 45 § 18.
 
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überbesoldung, f., mehrbesoldung, überbezahlung: daraus kömpt eines jeden doppelsöldners überbesoldung Kirchhof milit. discipl. (1602) 83.
 
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überbestialisch, adj., das trinken ist ein überbestialisches und überviehisch laster Dannhawer catechismusmilch 2, 446; durch den unkeuschen und überbestialischen zwang Guarinonius grewel der verw. 1101.
 
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überbett, n., deckbett, coltra, boldrone Kramer (1678) 1066b.
 
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überbeugen, v., sich oder andere über etwas hin vor- oder zurückbeugen; trennbare verb., vgl. Kramer hochniederd. wb. (1719) 218a; die zweige überbeugen allg. haushalt.-lex. 1, 189b; er hat zu viel übergebeugt, redensart, womit die Deutschen die trunkenheit einer person andeuten Lichtenberg verm. schr. 3, 39; meist reflexiv:

sie beugte sich über zu schöpfen
Göthe 50, 245 Weim.;

so weit sich mein kopf auch rückwärts überbeugte Matthisson 4, 153; er hatte sich vorn übergebeugt Droste-Hülshoff 2, 274; ohne sich vorn überzubeugen Keller 5, 214. davon überbeugung, f.: überbeugung nach hinten Sömmerring bau d. menschl. körpers 2, 34.
 
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überbevölkern, v., so viel wie bevölkern oder übervölkern. dän.-norw. overbefolke, schwed. öfverbefolka. meist im part.: überbevölkert, nl. overbevolkt. verlassen sind die alten myrtenwälder, die einst so überbevölkert waren Heine 3, 433. hierzu überbevölkerung, f., zu dichte bevölkerung Pestalozzi 6, 96.
 
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überbewuszt, adj., zu selbstbewuszt, anmaszend: Moltke br. u. denkw. 1, 93. hierzu überbewusztheit, f., anmaszung: die überbewusztheit moderner köpfe Vischer vorträge u. abhandl. gesch. inhalts (1865) 377.

 

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