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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelwollend bis übelzufrieden (Bd. 23, Sp. 54 bis 55)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelwollend, adj. u. adv. , s. oben übelwollen v.; mit umlaut: vbelwöllend maleuolus Maaler (1561) 441c,
bedeutung und gebrauch:
1) 'zu schaden geneigt', dann 'feindselig, gehässig': niemals sah man so viel traurige, übelwollende, übelthätige und erzürnte bestien Göthe 45, 82, 15 Weim.; die gutgesinnten mögen, um dem übelwollenden spotte zuvorzukommen, freiwillig eingestehen, dasz zeitschriften, so wenig als münzen zu ihrer haltbarkeit der beimischung unedler metalle entbehren können Börne 3, 122; mein privatleben will ich nicht der ... übelwollenden neugier zum besten geben Schopenhauer briefe 418; wieder ging vor seinem inneren auge die reihe übelwollender gesichter vorüber Storm 7, 207.
2) substantiviert: übelwollender, infestus, invisus, malevolus Stieler (1691) 746; damit nicht der anfang dieses löblichen werckes einigen bösen schein gewinnen und von übelwollenden miszdeutet werden möchte Neumarck palmbaum 327; warumb solten nun sie diesen scheuen, der ... aus seinem gebiete die übelwollenden nimmermehr verbannen könnte Lohenstein Arminius 1, 25b; damit ich aber meinen übelwollenden das maasz voll mache, will ich ihnen, aus höflichkeit, auch die ursachen von diesem meinen verfahren kürzlich melden Liscow 107; selbst übelwollende schien es bewegt zu haben Tieck 1, vorr. 30; von einem übelwollenden im städtchen verlautete die hämische vermutung Mörike 3, 59; die übelwollenden aber zogen stoff daraus, den dichter von neuem zu verschreien Strausz 6, 213; bei ihm trat der merkwürdige fall ein, dasz all seine feinde eben auch seine freunde waren; nämlich so: dasz ihm in's gesicht keiner sich unfreundlich und übelwollend zeigte, während hinter seinem rücken jeder ... alles nur ersinnliche böse von ihm sprach Holtei erzähl. schr. 8, 187.
besonders in politischem verstande: hiedurch allein werden sie zur beschämung der übelwollenden, zum troste der guten bürger alles das gute stiften, welches ihr herz wünscht Dahlmann franz. revolut. 413; um den übelwollenden ... jede waffe zu nehmen ... will das staatsministerium das reorganisationsprojekt ... adoptiren Roon denkwürdigkeiten 1, 371.
3) adv.: nimm das alles nicht zu ernstlich und nicht übelwollend Caroline Schlegel 2, 340 Waitz;
 
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übelwoller, m.: Deutschlands feinde und übelwoller Jahn 2, 919.

[Bd. 23, Sp. 55]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelwollung, f.: zu welchem ein jeder sein vermügen gebraucht ... vnnd gar nicht gedachten ... die misztrauwen vnnd vbelwöllung desz glücks Amadis 1, 298.
 
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übelwort, n., schmähwort: 'dös hat noch g'fehlt, dasz du, der d'einer mir z'nächst bist, dö übelwort' mir af'n hof, in d' stub'n, zwischen meine vier mäuern tragst!' Anzengruber 2, 263.
 
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übelwünschen, n., fluchen: solch frolocken aber und glückwünschen der neuwen oberkeit verwandelt sich gar bald in gremen, übelwünschen Kirchhof wendunmuth 1, 79; daz ander übel ist daz übelgönnen und wünschen Guarinonius grewel der verw. 354;

mit winckelzügen, heymlich schawlen,
mit übelwüntschen, schelten, flchen,
mit abgunst und mit unglück schen
B. Waldis streitged. geg. hrz. Heinrich d. j. 37 neudr.


 
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übelwünschung, f.: wolt gott das es gebet wären, vnd nicht flüch vnnd rachselige vbelwünschung Nas das antipap. eins und hundert 2, K 5b; aber gewiszlich schiede er nicht one ... begleit vieler verfluchungen vnd vbelwünschung Amadis 1, 225.
 
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übelzech, adj., neigung zum erbrechen verspürend Follmann lothr. wb. (1909) 261b; lux. ma. (1906) 193b.
 
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übelzechkeit, f.: unwohlsein Gangler 221; lux. ma. 193b.
 
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übelzeit, f., mühe, anstrengung: vbelzeyt, es seye am leyb oder am verstand, labor, operositas, poena, opera Maaler (1561) 441c; mit belzeit erlangen, sudore ac labore comparare Dentzler clavis linguae lat. (1716) 294a; bleibt landschaftlich auf Schweiz und Elsasz beschränkt Martin-Lienhart 2, 919; Hunziker 268;

man fyndt gar vil gerechter lüt,
die hye vff erd hant vbelzyt,
vnd loszt jn gott z handen gon,
als ob sie vil sünd hetten gthon
Seb. Brant narrenschiff 58 Zarncke;

man msz drumb nit han übelzyt
der küng ist, dersz mit willen gyt schweiz. schausp. d. 16. jahrh. 1, 145, 980 Bächthold;

dass man mit denen kein gmeinschafft haben sölle, die nit mit arbeit und übelzeyt jr speyss gwünnend, sunder mit rauben und finantzen jr läben enthaltend Gesner thierbuch 2, 261. pl.: also tht der kauffmann mit übelzeiten den gatter zeletst selb auf Wickram 3, 17, 7.
 
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übelzeitig, adj., mühselig; vbelzeytig, laboriosus, operosus Maaler (1561) 441c; er het en übelzitige gang Hunziker 268; Martin-Lienhart 2, 919.
 
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übelzufrieden, adj. u. adv., unzufrieden: übelzufrieden seyn mit etwas, aliquid indignari, periniquo animo pati Nieremberger A a aa aa 2b; moleste ferre Garthius 467b; auf diese weise nun schieden wir allerseits übelzufrieden voneinander A. U. v. Braunschweig Octavia 2, 985. verengt: daher sie malcontenten, das ist vbelzufrieden genannt waren Stumpf Schwytzerchron. (1606) 278b.

 

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