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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelwender bis übelwünschen (Bd. 23, Sp. 53 bis 55)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelwender, m.: diese den Achaiern übertragenen Olympier, noch halb waldmännische gutesbringer und übelwender, walteten fort Voss antisymb. 192.
 
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übelwerker, m.: secht die hunt, secht die vbelwerker cod. tepl. Philipp. 3, 2, erste d. bibel: übelen wercker.
 
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übelwillig, adj., denom. von übelwille, das Notker ps. 54, 16 neben arguuillo für malitia setzt, vgl. auch Müllenhof-Scherer denkm. 30, 182. das adj. übelwillig ist bei Otfried und Notker (für malignus und malevolus) wiederholt belegt. vbelwilliger, poszwilliger maliuolus voc. theut. (1482) hh 8a; Diefenbach gloss. 344b; Nyerup 323.
 
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übelwilligkeit, f., voluntas mala Diefenbach nov. gloss. 385b.
 
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übelwollen, v., als gegensatz zu wohlwollen gebildet. meist mit dat.: einem vbelwöllen und böses gunnen, eim schaden trachten vnnd bey jm selbs fürnemmen male cogitare de aliquo Maaler (1561) 441b f.; wann man eim übel wil, so findt man bald ein vrsach Seb. Franck sprüchw. (1545) 1, 64b; da versamleten sich die Jüden ... dasz sie die hand legeten an die, so ihnen übel wolten buch Esther 9, 2; wem der herr wol wil, dem kan niemand vbel Joh. Mathesius Sarepta (1571) 39a; da sahe ich den jungen Simplicium mit affwarten und die zwey patres, die ihm so übel wolten, an der tafel sitzen Grimmelshausen vogelnest 2, 437, 22 Keller; wer meiner seelen übel will, der gönnet auch meinem leib nichts guts Opel - Cohn dreiszigj. krieg 375; will aber jemandem dieser art das schicksal übel, er gelangt nicht dahin, wohin er sich bestimmt fühlet Herder 23, 190; will ich ihm darum übel? mir kann's recht sein Göthe 8, 251, 26 Weim. (Egmont).
mit jemandem: vnd woldten sy all übel mit mir, dasz sy all z wölffen an mir wurden vnd mich all beissen woldten, soll ich ... das selb gütlich leiden Tauler sermones (1508) 8a. ganz allgemein ist das part. praes. in adjectivischer u. adverbieller function, s. d.
 
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übelwollen, n., mit umlaut des o zu ö: denn sehet, so baldt dieses des Wendunmuths das erste buch im vergangen 1565 jahr gedruckt und an des buchbinders laden zu sehen kam, hilff gott, welch ein zürnen, schelten, übelwöllen und reden erhub sich da Kirchhof wendunmuth 4, 3.

[Bd. 23, Sp. 54]



bedeutung und gebrauch: den vom verb. abgelösten substantivischen inf. belegt mhd. handwb. 2, 1606 für das ausgehende mittelalter aus den historienbibeln. allgemein wird der gebrauch erst seit dem 18. jahrhundert.
miszgunst, gehässigkeit als gegensatz zu wohlwollen: was teufels hätte man am ende von der vornehmheit, wenn man nur halb genug zu essen hätte und alles mit miszgunst gesalzen und übelwollen gepfeffert Gotthelf 4, 328; aber schon fühlte dieser sich von verdacht und übelwollen umgeben Ranke 4, 155; das übelwollen in den niederen graden ist sehr häufig Schopenhauer 3, 580; vergessen sie aber auch die litteratur nicht, und seien sie überzeugt, dasz, trotz neid und übelwollen, ihnen ein bewunderndes, dankbares publikum lebt! Pückler briefw. 3, 397; mit dem incognito und seinen annehmlichkeiten ist es vorbei, bis ich dermaleinst wie Fra Diavolo verschollen sein werde, und irgend ein andrer den vorzug hat, gegenstand des allgemeinen übelwollens zu sein Bismarck briefe a. s. braut u. gattin 525; hindernisse, welche mitunter auch durch übelwollen von vereinzelten seiten entstehen Stifter 14, 64; fürst ... ist auf die initiative nur widerstrebend eingegangen. sein persönliches übelwollen war stärker als sein russisches pflichtgefühl Bismarck ged. u. erinn. 2, 127 volksausg.; es scheint nicht, dasz es übelwollen von seiten Bramante's war, wenn er kein besseres gerüst bauen zu können erklärte Grimm Michelangelo 1, 278. auch 'ungnade': ich würde sogar lieber in ein übelwollen von durchlaucht seite mich ergeben, als geschehen lassen, dasz ein mann, der uns so nöthig, uns verloren ginge Pückler briefw. 6, 28.
 
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übelwollend, adj. u. adv. , s. oben übelwollen v.; mit umlaut: vbelwöllend maleuolus Maaler (1561) 441c,
bedeutung und gebrauch:
1) 'zu schaden geneigt', dann 'feindselig, gehässig': niemals sah man so viel traurige, übelwollende, übelthätige und erzürnte bestien Göthe 45, 82, 15 Weim.; die gutgesinnten mögen, um dem übelwollenden spotte zuvorzukommen, freiwillig eingestehen, dasz zeitschriften, so wenig als münzen zu ihrer haltbarkeit der beimischung unedler metalle entbehren können Börne 3, 122; mein privatleben will ich nicht der ... übelwollenden neugier zum besten geben Schopenhauer briefe 418; wieder ging vor seinem inneren auge die reihe übelwollender gesichter vorüber Storm 7, 207.
2) substantiviert: übelwollender, infestus, invisus, malevolus Stieler (1691) 746; damit nicht der anfang dieses löblichen werckes einigen bösen schein gewinnen und von übelwollenden miszdeutet werden möchte Neumarck palmbaum 327; warumb solten nun sie diesen scheuen, der ... aus seinem gebiete die übelwollenden nimmermehr verbannen könnte Lohenstein Arminius 1, 25b; damit ich aber meinen übelwollenden das maasz voll mache, will ich ihnen, aus höflichkeit, auch die ursachen von diesem meinen verfahren kürzlich melden Liscow 107; selbst übelwollende schien es bewegt zu haben Tieck 1, vorr. 30; von einem übelwollenden im städtchen verlautete die hämische vermutung Mörike 3, 59; die übelwollenden aber zogen stoff daraus, den dichter von neuem zu verschreien Strausz 6, 213; bei ihm trat der merkwürdige fall ein, dasz all seine feinde eben auch seine freunde waren; nämlich so: dasz ihm in's gesicht keiner sich unfreundlich und übelwollend zeigte, während hinter seinem rücken jeder ... alles nur ersinnliche böse von ihm sprach Holtei erzähl. schr. 8, 187.
besonders in politischem verstande: hiedurch allein werden sie zur beschämung der übelwollenden, zum troste der guten bürger alles das gute stiften, welches ihr herz wünscht Dahlmann franz. revolut. 413; um den übelwollenden ... jede waffe zu nehmen ... will das staatsministerium das reorganisationsprojekt ... adoptiren Roon denkwürdigkeiten 1, 371.
3) adv.: nimm das alles nicht zu ernstlich und nicht übelwollend Caroline Schlegel 2, 340 Waitz;
 
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übelwoller, m.: Deutschlands feinde und übelwoller Jahn 2, 919.

[Bd. 23, Sp. 55]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelwollung, f.: zu welchem ein jeder sein vermügen gebraucht ... vnnd gar nicht gedachten ... die misztrauwen vnnd vbelwöllung desz glücks Amadis 1, 298.
 
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übelwort, n., schmähwort: 'dös hat noch g'fehlt, dasz du, der d'einer mir z'nächst bist, dö übelwort' mir af'n hof, in d' stub'n, zwischen meine vier mäuern tragst!' Anzengruber 2, 263.
 
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übelwünschen, n., fluchen: solch frolocken aber und glückwünschen der neuwen oberkeit verwandelt sich gar bald in gremen, übelwünschen Kirchhof wendunmuth 1, 79; daz ander übel ist daz übelgönnen und wünschen Guarinonius grewel der verw. 354;

mit winckelzügen, heymlich schawlen,
mit übelwüntschen, schelten, flchen,
mit abgunst und mit unglück schen
B. Waldis streitged. geg. hrz. Heinrich d. j. 37 neudr.

 

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