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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übeltönend bis übelwollen (Bd. 23, Sp. 52 bis 53)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übeltönend, adj., absonus Dentzler clavis linguae lat. (1716) 294a; zwey laster der sprach werden gesehen, namlich ein übeltönende oder gradprecht verfügung der wort welich laster im latin genant ist soloecismus Riederer spiegel d. waren rhet. (1493) g 6b; ich weisz nur, dasz sie lange bei tafel saszen, ... dasz rittmeister Hans die übeltönendsten seiner leibflüche mit dem inhalt der verschimmelten mutterfläschchen ... unausgesprochen hinunterspülte Holtei erzähl. schrift. 6, 82.

[Bd. 23, Sp. 53]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übeltönig, adj.: als ich ... eines morgens in Ende's zimmer trat, fand ich seine gebärde und sprache ungewöhnlich umwölkt und übeltönig Arndt schr. f. u. a. s. l. Deutschen 3, 373.
 
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übelverhalten, n., ein übel verhalten, factum improbum, indignum, turpe, foedum Stieler (1691) 746; misbehaviour Ludwig teutsch-engl. wb. (1765) 1780; gegensatz: wohlverhalten; dasz sich meine mutter stelle, als ob sie wegen meines übelverhaltens verzweiffeln wolte Simpl. 349 neudr.
 
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übelverhaltung, f., kwaadgedrag, wangedrag Kramer d. holl. wb. (1787) 465b.
 
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übelverstand, m., unverstand: du sollst nicht andre götter haben neben mir, spricht der herr, und aus diesem herrn ist unser vater worden, nach dem unterricht des, der gekommen ist, zu suchen und selig zu machen, was durch übelverstand verlohren war Hippel lebensläufe 3, 2, 589.
 
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übelverstanden, adj., miszverstanden, dann vom ursprünglichen verbalbegriff sich entfernend 'unzweckmäszig, verkehrt'. attributiv bei abstracten ganz allgem.: z. b.: übelverstandene anhänglichkeit, eifer, frömmigkeit, groszmut, güte, gutherzigkeit, sparsamkeit, vaterlandsliebe, wohltätigkeit. ein stück nehmlich, in welchem sich die bemitleidete person durch ein übelverstandenes mitleid oder durch eine übelverstandene furcht ins unglück stürze Lessing 10, 115; Dodd's freunde hatten ... aus übelverstandener zärtlichkeit ihre nichtige hoffnung dem unglücklichen gefangenen als so wahrscheinlich vorgestellt, dasz dieser nun noch in den letzten tagen seines verhaftes sich zu eben diesem wahne verleiten liesz Forster 5, 52; er hatte aus übelverstandener sparsamkeit das stehende heer ... abgeschafft Dahlmann gesch. v. Dänemark 1, 216. comparativ: es kann aber wohl nicht leicht eine übelverstandenere policey (polizeimaszregel) seyn, als eben diese Nicolai reise 3, 219.
 
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übelwender, m.: diese den Achaiern übertragenen Olympier, noch halb waldmännische gutesbringer und übelwender, walteten fort Voss antisymb. 192.
 
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übelwerker, m.: secht die hunt, secht die vbelwerker cod. tepl. Philipp. 3, 2, erste d. bibel: übelen wercker.
 
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übelwillig, adj., denom. von übelwille, das Notker ps. 54, 16 neben arguuillo für malitia setzt, vgl. auch Müllenhof-Scherer denkm. 30, 182. das adj. übelwillig ist bei Otfried und Notker (für malignus und malevolus) wiederholt belegt. vbelwilliger, poszwilliger maliuolus voc. theut. (1482) hh 8a; Diefenbach gloss. 344b; Nyerup 323.
 
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übelwilligkeit, f., voluntas mala Diefenbach nov. gloss. 385b.
 
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übelwollen, v., als gegensatz zu wohlwollen gebildet. meist mit dat.: einem vbelwöllen und böses gunnen, eim schaden trachten vnnd bey jm selbs fürnemmen male cogitare de aliquo Maaler (1561) 441b f.; wann man eim übel wil, so findt man bald ein vrsach Seb. Franck sprüchw. (1545) 1, 64b; da versamleten sich die Jüden ... dasz sie die hand legeten an die, so ihnen übel wolten buch Esther 9, 2; wem der herr wol wil, dem kan niemand vbel Joh. Mathesius Sarepta (1571) 39a; da sahe ich den jungen Simplicium mit affwarten und die zwey patres, die ihm so übel wolten, an der tafel sitzen Grimmelshausen vogelnest 2, 437, 22 Keller; wer meiner seelen übel will, der gönnet auch meinem leib nichts guts Opel - Cohn dreiszigj. krieg 375; will aber jemandem dieser art das schicksal übel, er gelangt nicht dahin, wohin er sich bestimmt fühlet Herder 23, 190; will ich ihm darum übel? mir kann's recht sein Göthe 8, 251, 26 Weim. (Egmont).
mit jemandem: vnd woldten sy all übel mit mir, dasz sy all z wölffen an mir wurden vnd mich all beissen woldten, soll ich ... das selb gütlich leiden Tauler sermones (1508) 8a. ganz allgemein ist das part. praes. in adjectivischer u. adverbieller function, s. d.

 

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