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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelthätlich bis übelwender (Bd. 23, Sp. 52 bis 53)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelthätlich, adv.: wie der unverschempt mund und brun der lügen diese so giftige scheltwort wider den keiser und die deudschen fürsten so felschlich und übelthetlich liege Luther königlicher wird zu Engelland schrifft an die chur und fürsten zu Sachsen 2, 209b.
 
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übelthuer, m., zu übel thun, s. DWB übel thun und o. übel 6, e; si antworten und sprachen zu im: ob dirr nit were ein übeltuer, wir heten in dir nit geantwurt cod. tepl. Joh. 18, 30, erste d. bibel vbelteter.
 
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übelthun, v. , prevaricari Diefenbach gloss. 458b, prostituere 467c, s. oben übel 6, e; häufig substantiviert:
1) sündigen, schaden, gegensatz wohltun: dem menschen alleine ist eine unsterbliche sele gegeben, welcher er durch sein wohl- oder übeltuhn das ewige leben oder den ewigen tod zuzihen kan Butschky Pathmos 231;

o! unglücksvolle zeit,
dasz dieses übelthun mir wohlthun ist
Tieck 2, 174;

übelthun will kein feyertag haben (il mal furo non vuol festa) Arigo decam. 161 Keller; ir seit all über ein leist gemacht und mit ander leut übelthn ewer eigen sünd bedecken unnd verbergen Montanus schwankb. 373; man forschet nach wolredenheit, und erlernet vbelthun Harsdörffer frauenzimmergesprechsp. 4, 121;

hüt dich vir hin vor übeltun,
wiltu werden gottes sun
Mone schausp. 2, 203, v. 489;

alles, alles, was ihn (Jesus) trifft
hat mein übelthun gestifft
Schmolcke trost- u. geistr. schr. 1, 862.


 
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übelthuung, f.: daz sie tunt di dink di da nit geziment, derfullt mit aller vngankait ..., vol neidz, der manslacht, der krieg, der triekait, der vbeltuung cod. tepl. Röm. 1, 29; ebenso erste d. bibel; var. in G beltetung.
 
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übeltönend, adj., absonus Dentzler clavis linguae lat. (1716) 294a; zwey laster der sprach werden gesehen, namlich ein übeltönende oder gradprecht verfügung der wort welich laster im latin genant ist soloecismus Riederer spiegel d. waren rhet. (1493) g 6b; ich weisz nur, dasz sie lange bei tafel saszen, ... dasz rittmeister Hans die übeltönendsten seiner leibflüche mit dem inhalt der verschimmelten mutterfläschchen ... unausgesprochen hinunterspülte Holtei erzähl. schrift. 6, 82.

[Bd. 23, Sp. 53]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übeltönig, adj.: als ich ... eines morgens in Ende's zimmer trat, fand ich seine gebärde und sprache ungewöhnlich umwölkt und übeltönig Arndt schr. f. u. a. s. l. Deutschen 3, 373.
 
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übelverhalten, n., ein übel verhalten, factum improbum, indignum, turpe, foedum Stieler (1691) 746; misbehaviour Ludwig teutsch-engl. wb. (1765) 1780; gegensatz: wohlverhalten; dasz sich meine mutter stelle, als ob sie wegen meines übelverhaltens verzweiffeln wolte Simpl. 349 neudr.
 
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übelverhaltung, f., kwaadgedrag, wangedrag Kramer d. holl. wb. (1787) 465b.
 
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übelverstand, m., unverstand: du sollst nicht andre götter haben neben mir, spricht der herr, und aus diesem herrn ist unser vater worden, nach dem unterricht des, der gekommen ist, zu suchen und selig zu machen, was durch übelverstand verlohren war Hippel lebensläufe 3, 2, 589.
 
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übelverstanden, adj., miszverstanden, dann vom ursprünglichen verbalbegriff sich entfernend 'unzweckmäszig, verkehrt'. attributiv bei abstracten ganz allgem.: z. b.: übelverstandene anhänglichkeit, eifer, frömmigkeit, groszmut, güte, gutherzigkeit, sparsamkeit, vaterlandsliebe, wohltätigkeit. ein stück nehmlich, in welchem sich die bemitleidete person durch ein übelverstandenes mitleid oder durch eine übelverstandene furcht ins unglück stürze Lessing 10, 115; Dodd's freunde hatten ... aus übelverstandener zärtlichkeit ihre nichtige hoffnung dem unglücklichen gefangenen als so wahrscheinlich vorgestellt, dasz dieser nun noch in den letzten tagen seines verhaftes sich zu eben diesem wahne verleiten liesz Forster 5, 52; er hatte aus übelverstandener sparsamkeit das stehende heer ... abgeschafft Dahlmann gesch. v. Dänemark 1, 216. comparativ: es kann aber wohl nicht leicht eine übelverstandenere policey (polizeimaszregel) seyn, als eben diese Nicolai reise 3, 219.
 
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übelwender, m.: diese den Achaiern übertragenen Olympier, noch halb waldmännische gutesbringer und übelwender, walteten fort Voss antisymb. 192.

 

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