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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelthätiger bis übelverhaltung (Bd. 23, Sp. 52 bis 53)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelthätiger, m., vbelthetiger nepharius voc. theut. (1482) hh 8a; maleficus oder zauberer ebd.;

den smelichen toid saltu dar an (am kreuze) liden,
die übeltediger soln dir hangen zu beiden sijten Alsfelder passionsspiel 141, 4405 Grein.


 
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übelthätigkeit, f., malivolentia Diefenbach gloss. 344b: gutherzig, unschuldig und von aller übelthätigkeit entfernt Wieland 15, 206.
 
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übelthätisch, adj.:

auch zwen übelthätisch böszwicht
wurden auch da mit im gericht
Hans Sachs 1, 312, 7 Kelle.


 
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übelthätlich, adv.: wie der unverschempt mund und brun der lügen diese so giftige scheltwort wider den keiser und die deudschen fürsten so felschlich und übelthetlich liege Luther königlicher wird zu Engelland schrifft an die chur und fürsten zu Sachsen 2, 209b.
 
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übelthuer, m., zu übel thun, s. DWB übel thun und o. übel 6, e; si antworten und sprachen zu im: ob dirr nit were ein übeltuer, wir heten in dir nit geantwurt cod. tepl. Joh. 18, 30, erste d. bibel vbelteter.
 
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übelthun, v. , prevaricari Diefenbach gloss. 458b, prostituere 467c, s. oben übel 6, e; häufig substantiviert:
1) sündigen, schaden, gegensatz wohltun: dem menschen alleine ist eine unsterbliche sele gegeben, welcher er durch sein wohl- oder übeltuhn das ewige leben oder den ewigen tod zuzihen kan Butschky Pathmos 231;

o! unglücksvolle zeit,
dasz dieses übelthun mir wohlthun ist
Tieck 2, 174;

übelthun will kein feyertag haben (il mal furo non vuol festa) Arigo decam. 161 Keller; ir seit all über ein leist gemacht und mit ander leut übelthn ewer eigen sünd bedecken unnd verbergen Montanus schwankb. 373; man forschet nach wolredenheit, und erlernet vbelthun Harsdörffer frauenzimmergesprechsp. 4, 121;

hüt dich vir hin vor übeltun,
wiltu werden gottes sun
Mone schausp. 2, 203, v. 489;

alles, alles, was ihn (Jesus) trifft
hat mein übelthun gestifft
Schmolcke trost- u. geistr. schr. 1, 862.


 
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übelthuung, f.: daz sie tunt di dink di da nit geziment, derfullt mit aller vngankait ..., vol neidz, der manslacht, der krieg, der triekait, der vbeltuung cod. tepl. Röm. 1, 29; ebenso erste d. bibel; var. in G beltetung.
 
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übeltönend, adj., absonus Dentzler clavis linguae lat. (1716) 294a; zwey laster der sprach werden gesehen, namlich ein übeltönende oder gradprecht verfügung der wort welich laster im latin genant ist soloecismus Riederer spiegel d. waren rhet. (1493) g 6b; ich weisz nur, dasz sie lange bei tafel saszen, ... dasz rittmeister Hans die übeltönendsten seiner leibflüche mit dem inhalt der verschimmelten mutterfläschchen ... unausgesprochen hinunterspülte Holtei erzähl. schrift. 6, 82.

[Bd. 23, Sp. 53]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übeltönig, adj.: als ich ... eines morgens in Ende's zimmer trat, fand ich seine gebärde und sprache ungewöhnlich umwölkt und übeltönig Arndt schr. f. u. a. s. l. Deutschen 3, 373.
 
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übelverhalten, n., ein übel verhalten, factum improbum, indignum, turpe, foedum Stieler (1691) 746; misbehaviour Ludwig teutsch-engl. wb. (1765) 1780; gegensatz: wohlverhalten; dasz sich meine mutter stelle, als ob sie wegen meines übelverhaltens verzweiffeln wolte Simpl. 349 neudr.
 
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übelverhaltung, f., kwaadgedrag, wangedrag Kramer d. holl. wb. (1787) 465b.

 

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