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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelthäterin bis übeltönend (Bd. 23, Sp. 51 bis 52)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelthäterin, f., mhd. handwb. 2, 1606; wie übelthäter (s. oben) im strafrechtlichen sinn: 'verbrecherin'; malfaitrice Stöer 495a; und ward die übelthäterin durch sölchen weg z den hellen gesant Stainhöwel de claris mulieribus 181; (sie) nicht thet als eyn übelthäterin, die umb ir sünd gestraffet wäre Arigo decam. 251; die übelthäterin ward ... auff die foltern gespant Nigrinus von zäuberern (1592) 418 f.; sie waren einig, sich alsbald der übelthäterin zu versichern Lohenstein Arminius 615a; wissen sie nicht, dasz ich eingesperrt bin, wie eine übelthäterinn theater der Deutschen 6, 148.
 
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übelthäterisch, adj.: so wirdt das hoch vnd adelich geschlecht auff vbeltheterische weisz gestrafft werden Paracelsus opera 2, 608.
 
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übelthätig, adj. :
1) maleficus vbeldatig Sachse gloss. in Herrigs archiv 47, 442a; maleficiens voc. ex quo; malefactor Diefenbach 344c; kwaaddoende, misdoende Kramer d.-holl. wb. 465a; als gegensatz zu wohltätig gebraucht.
a) dasz nemlich die zween planeten Mars und Saturnus, welche die gestirnkündiger maleficos, das ist schädliche oder schaden zufügende und übelthätige nennen Prätorius blockesberg 502; ein übelthätiger dämon Gerstenberg Hamb. n. zeit. 123, 15; sie sollte gleich andern übelthätigen hexen mit feuer verbrannt werden Arndt schr. 2, 345;

Mars! du bist's! ich bin Saturnus
übelthätige gestirne,
im verein die schrecklichsten
Göthe 6, 137, 19 Weim.;

wohlthätige und übelthätige götter Wieland 13, 244; die neuere dichterwelt hat ihre wohlthätigen und übelthätigen feen davon entlehnt Böttiger 2, 334; beklaget jn selbs persönlich mit bitteren worten, nit anderst als wenn er noch in leben und übelthätig were Stumpf Schwytzerchron. 242b.
b) bei abstracten 'schaden stiftend': im achtzigsten jahre des alters, dem dreiszigsten übelthätiger regierung Stolberg 10, 90; so kalte und übelthätige überbleibsel einer so stark gewesenen jugendfreundschaft Laroche gesch. d. frl. von Sternheim 2, 97; wie übelthätig das vielerlei gemisch (von schriften) dem menschen sey, zeigt die erfahrung Wieland Horazens sat. 2. 46.
2) sündhaft, bösartig: tirannus Diefenbach gloss. 365b; nephandus 378c; malitiosus 344b; sacrilegus 506c; übelthätiger knecht furcifer Dasypodius Niiij;

nun wissent all zuo diser stund,
das ich in meiner pfarre han
gar ain übeltättigen man,
dem gottes dienst ist gar unwert
Kaufringer 3, 150;

da baten sy umb Barnaban;
der was ain übeltättig man
Hätzlerin liederbuch 303.

[Bd. 23, Sp. 52]



ich bin ein übeltetiger mensch gewesen d. heiligen leben i. d. winterteil (1471) 115b; als inen von syner übeltätigen tochter Tullia befolhen was Stainhöwel de claris mulieribus 168; die ... jn aussgeben in der menschen hertzenn als ainen bösen übelthätigen menschen Tauler sermones (1508) 80b; darumb wer ich ... eyn arger vnd vbelthätiger mensch Aimon (1535) i Vb; niemals sah man so viel traurige, übelwollende, übelthätige und erzürnte bestien Göthe 45, 82, 15 Weim.; der mann ist zu übelthätig, um ein bloszer dummkopf zu seyn. wir sehen keinen ausweg, ihn von der schuld eines bösen willens frey zu sprechen Wieland 19, 188; nichts ist übelthetigers, dann der geytzig Hans Sachs 22, 60, 31.
c) bei abstracten: leidenschaft von finsterer übelthätiger art Sulzer theorie 4, 321; jede neidische und übelthätige gesinnung verzerrt unsre gesichtszüge Wieland 6, 110; seine übelthätigen leidenschaften bemänteln 15, 93.
2) verengt, 'verbrecherisch': ein stock, do ynne man gefangen lüte oder übeldetige lüte enthalten mag (15. jahrh.) quelle bei Schmidt els. wb. 365a; die übelthetigen menschen foltern und peinigen Pauli schimpf u. ernst 87; da man ein übelthätige person gerichtet hat Ayrer proc. 532.
 
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übelthätiger, m., vbelthetiger nepharius voc. theut. (1482) hh 8a; maleficus oder zauberer ebd.;

den smelichen toid saltu dar an (am kreuze) liden,
die übeltediger soln dir hangen zu beiden sijten Alsfelder passionsspiel 141, 4405 Grein.


 
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übelthätigkeit, f., malivolentia Diefenbach gloss. 344b: gutherzig, unschuldig und von aller übelthätigkeit entfernt Wieland 15, 206.
 
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übelthätisch, adj.:

auch zwen übelthätisch böszwicht
wurden auch da mit im gericht
Hans Sachs 1, 312, 7 Kelle.


 
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übelthätlich, adv.: wie der unverschempt mund und brun der lügen diese so giftige scheltwort wider den keiser und die deudschen fürsten so felschlich und übelthetlich liege Luther königlicher wird zu Engelland schrifft an die chur und fürsten zu Sachsen 2, 209b.
 
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übelthuer, m., zu übel thun, s. DWB übel thun und o. übel 6, e; si antworten und sprachen zu im: ob dirr nit were ein übeltuer, wir heten in dir nit geantwurt cod. tepl. Joh. 18, 30, erste d. bibel vbelteter.
 
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übelthun, v. , prevaricari Diefenbach gloss. 458b, prostituere 467c, s. oben übel 6, e; häufig substantiviert:
1) sündigen, schaden, gegensatz wohltun: dem menschen alleine ist eine unsterbliche sele gegeben, welcher er durch sein wohl- oder übeltuhn das ewige leben oder den ewigen tod zuzihen kan Butschky Pathmos 231;

o! unglücksvolle zeit,
dasz dieses übelthun mir wohlthun ist
Tieck 2, 174;

übelthun will kein feyertag haben (il mal furo non vuol festa) Arigo decam. 161 Keller; ir seit all über ein leist gemacht und mit ander leut übelthn ewer eigen sünd bedecken unnd verbergen Montanus schwankb. 373; man forschet nach wolredenheit, und erlernet vbelthun Harsdörffer frauenzimmergesprechsp. 4, 121;

hüt dich vir hin vor übeltun,
wiltu werden gottes sun
Mone schausp. 2, 203, v. 489;

alles, alles, was ihn (Jesus) trifft
hat mein übelthun gestifft
Schmolcke trost- u. geistr. schr. 1, 862.


 
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übelthuung, f.: daz sie tunt di dink di da nit geziment, derfullt mit aller vngankait ..., vol neidz, der manslacht, der krieg, der triekait, der vbeltuung cod. tepl. Röm. 1, 29; ebenso erste d. bibel; var. in G beltetung.
 
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übeltönend, adj., absonus Dentzler clavis linguae lat. (1716) 294a; zwey laster der sprach werden gesehen, namlich ein übeltönende oder gradprecht verfügung der wort welich laster im latin genant ist soloecismus Riederer spiegel d. waren rhet. (1493) g 6b; ich weisz nur, dasz sie lange bei tafel saszen, ... dasz rittmeister Hans die übeltönendsten seiner leibflüche mit dem inhalt der verschimmelten mutterfläschchen ... unausgesprochen hinunterspülte Holtei erzähl. schrift. 6, 82.

 

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