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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelsässig bis übelsprache (Bd. 23, Sp. 43 bis 44)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelsässig, adj.: den bankprüchigen ... ubelsessigen kaufleuten und fürkeuffern Fischart Garg. 78 neudr.
 
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übelschmack, m.: ubelsmack, ubeler gesmack, oscedo oder spaichel voc. theut. (1482) hh 8b

[Bd. 23, Sp. 44]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelschmeckend, adj. , vbelschmöckend, foetidus Maaler (1561) 441b; übelschmecket Hans Sachs 6, 41 Keller; zu übel schmecken Diefenbach gloss. 394c; entsprechend der doppelbedeutung von schmecken, s. o. th. 9, sp. 962, musz auch hier die beziehung auf geruchs- und geschmacksempfindung geschieden werden.
1) übelriechend, im wesentlichen auf bair. und alem. beschränkt: ubelsmeckende stat oder pruntzstat oletum voc. theut. (1482) h h 8b; ich ... anbette dich myn gott und herren, der du ab wurdest gezogen an der unreinen verschmechten übelschmeckenden stat der ewigen wiszheit betbüchlin (1518) 118b; bekommen darvon übelschmeckende und stinkende athem Tabernaem. 592; dann springt er (d. papist. wolf) hinweg und laszt einen schalkhaftigen übelschmeckenden gestank hinder im Schade sat. u. pasqu. 3, 33; warum ein purpurfarbe rosen ihren geruch vergröszert, wann sie bey einem übelschmeckenden knoblauch wächset? Abr. a. s. Clara mercks Wien (1680) 81.
2) von üblem geschmacke: der raffinirte zucker war nur ein gelber, dicker übelschmeckender brei Ritter erdkunde 8, 436; gibt man ihnen dagegen branntwein, tinte oder sonst eine übelschmeckende flüssigkeit, so wird alles regelmässig zurückgewiesen Brehm thierleben 1, 319.
 
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übelschmeckig, adj., hircosus, virosus, stinckig, vbel schmeckig Apherdianus methodus (1601) 185; der mensch sol oft gedenken die gestalt seines leichnams nach dem tod, wie gar ungestalt, forchtsam grausam und übelschmeckig er den menschen würt Keisersberg granatapfel (1510) C 6a.
 
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übelschwall, m.: durch den überschwall und übelschwall von gebundner dichtung sind wir heutzutage so weit, dasz in Deutschland der versschreiber für einen ... eunuchen gilt, der unter männern nicht mehr mitsprechen darf Liliencron 5, 168.
 
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übelsehend, adj., zu übel sehen caecutire Dentzler clavis ling. lat. 293b; für 'übelaussehend', häszlich: nyd und hasz bey einer todfarwen, vngestalten übelsehenden bildung ... nyemer lachet Riederer spiegel d. waren rhet. (1493) K IVb.
 
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übelsehig, adj., luscus Dasypodius dict. Niij.
 
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übelsein, n., unwohlsein, krankheitsanfall, gegensatz: wohlsein: davon hängt mein wohlsein oder übelsein ab Hilpert 633b; halff dieses dermassen zu seinem übelseyn, dasz er eine geraume zeit ganz wie aus sich selber bliebe und sich auff ein ruhebett niederlegen muste A. U. v. Braunschweig Octavia 5, 316; dort nöthigte uns ein übelseyn Lavaters auszusteigen und einzukehren Göthe IV 34, 102, 20 Weim.;

im augenblick nach dem verbotenen genusz ...
verspürten sie kein übelseyn, kein zittern
Baggesen 4, 203,


 
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übelsichtig, adj., strabo scheyl, uber-, ubilsichtig Diefenbach nov. gloss. 349b.
 
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übelsinnig, adj., lippidus Diefenbach nov. gloss. 236b;

zum gerichte rief der frühling.
denn mit strenge zu verfahren
gegen ketzerisch verstockte,
übelsinnige verzweiflung
haben seine heiligkeit
bei der sonne glanz geschworen
Gottf. Keller 9, 44.


 
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übelsprache, f., maledictio Diefenbach gloss. 344c ; vgl. Graff 1, 94.

 

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