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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelriechend bis übelschwall (Bd. 23, Sp. 43 bis 44)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelriechend, adj., zu übel riechen, stincken Diefenbach 444b, cunnire 163a, stincken Megiserus 2, 145b; die medianader nimpt iren ursprung von der lungen. so sye nit recht geschlagen würt, so macht sye vil eyter, übelryechende wunden, und verderbt den menschen Gersdorff feldtbuch der wundtartzney (1517) 15, 1b; (das spanische frauenzimmer) hat insgemein garstige und übelriechende zähne Amaranthes frauenz. l. 574; der geist wird schwach, der athem übelrüchend Simpl. 459 Kögel; die fäulnisz ist der gährungsprocesz in stickstoff- und schwefelhaltigen organischen materien, wobei gewöhnlich übelriechende producte gebildet werden Liebig chem. br. 152; der übelriechendste proletarier ... ist so gemein nicht, als jene gewalthaber Vischer auch einer 2, 137; erweitert und bildlich: ein übelriechendes lächeln spielte um den mund Heine 3, 220; unsre politik verstimmt mich; wir bleiben treibholz, auf unsern eignen gewässern umhergeblasen von fremden winden; und was für ruppige winde, übelriechende! Bismarck briefe a. s. braut u. gattin 419.
 
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übelrüchig, adj., in den wbb. häufig mit entrundetem vocal: vbelriechig foetidus, putidus et olidus Dasypodius dict. Niiij; unflätig, stinckig Apherdianus methodus (1601) 185; schweig, anbrüchige, übelrüchige, schandenrüchige Rückert 11, 469; vgl. oben th. 1, sp. 429 anrüchig.
 
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übelrüchtig, adj.: er ist etlichermaszen übelrüchtig, fama haud sincera est Stieler (1691) 1632; vgl. oben th. 1, sp. 430 anrüchtig.
 
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übelsäftigkeit, f., cacochymia Nemnich (1801) 17b.
 
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übelsager, m., maledicus zu übel sagen, schelten (s. oben übel 7); noch di gemain unkeuscher, noch di diener der aptgoter ... noch die ubelsager ..., di besitzent nit das reich gotz cod. tepl. 1. Corinth. 6, 10; ebenso andere vorlutherische deutsche bibeln. Luther: lesterer.
 
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übelsagung, f., maledictum; nit widergebt ubel umb ubel, noch ubelsagen um ubelsagunge cod. tepl. 1. Petri 3, 9; ebenso die gedruckten deutschen bibeln des 15. jahrh.; er des bösshafftigen poeten übelsagung wer verantwurten Terenz (1499) IXb.
 
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übelsässig, adj.: den bankprüchigen ... ubelsessigen kaufleuten und fürkeuffern Fischart Garg. 78 neudr.
 
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übelschmack, m.: ubelsmack, ubeler gesmack, oscedo oder spaichel voc. theut. (1482) hh 8b

[Bd. 23, Sp. 44]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelschmeckend, adj. , vbelschmöckend, foetidus Maaler (1561) 441b; übelschmecket Hans Sachs 6, 41 Keller; zu übel schmecken Diefenbach gloss. 394c; entsprechend der doppelbedeutung von schmecken, s. o. th. 9, sp. 962, musz auch hier die beziehung auf geruchs- und geschmacksempfindung geschieden werden.
1) übelriechend, im wesentlichen auf bair. und alem. beschränkt: ubelsmeckende stat oder pruntzstat oletum voc. theut. (1482) h h 8b; ich ... anbette dich myn gott und herren, der du ab wurdest gezogen an der unreinen verschmechten übelschmeckenden stat der ewigen wiszheit betbüchlin (1518) 118b; bekommen darvon übelschmeckende und stinkende athem Tabernaem. 592; dann springt er (d. papist. wolf) hinweg und laszt einen schalkhaftigen übelschmeckenden gestank hinder im Schade sat. u. pasqu. 3, 33; warum ein purpurfarbe rosen ihren geruch vergröszert, wann sie bey einem übelschmeckenden knoblauch wächset? Abr. a. s. Clara mercks Wien (1680) 81.
2) von üblem geschmacke: der raffinirte zucker war nur ein gelber, dicker übelschmeckender brei Ritter erdkunde 8, 436; gibt man ihnen dagegen branntwein, tinte oder sonst eine übelschmeckende flüssigkeit, so wird alles regelmässig zurückgewiesen Brehm thierleben 1, 319.
 
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übelschmeckig, adj., hircosus, virosus, stinckig, vbel schmeckig Apherdianus methodus (1601) 185; der mensch sol oft gedenken die gestalt seines leichnams nach dem tod, wie gar ungestalt, forchtsam grausam und übelschmeckig er den menschen würt Keisersberg granatapfel (1510) C 6a.
 
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übelschwall, m.: durch den überschwall und übelschwall von gebundner dichtung sind wir heutzutage so weit, dasz in Deutschland der versschreiber für einen ... eunuchen gilt, der unter männern nicht mehr mitsprechen darf Liliencron 5, 168.

 

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