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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelredner bis übelschmack (Bd. 23, Sp. 43)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelredner, m., schmalkachel (gaunerwort für) ubelredner Luther 26, 654 Weim.; seint etliche brieder under uch, unkeüsch, geitig, den abgötteren dienent, ubelredner, druncken reuber, mit denen soltent ir nit essen Murner a. d. adel 47 neudr.
 
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übelredung, f., haesitantia Stieler (1691) 1542.
 
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übelreich, adj., reich an übeln:

sie selbst, die grimme schlang' und übelreiche pest,
vergiesze geist und blut
Gryphius trauersp. 691.


 
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übelriechend, adj., zu übel riechen, stincken Diefenbach 444b, cunnire 163a, stincken Megiserus 2, 145b; die medianader nimpt iren ursprung von der lungen. so sye nit recht geschlagen würt, so macht sye vil eyter, übelryechende wunden, und verderbt den menschen Gersdorff feldtbuch der wundtartzney (1517) 15, 1b; (das spanische frauenzimmer) hat insgemein garstige und übelriechende zähne Amaranthes frauenz. l. 574; der geist wird schwach, der athem übelrüchend Simpl. 459 Kögel; die fäulnisz ist der gährungsprocesz in stickstoff- und schwefelhaltigen organischen materien, wobei gewöhnlich übelriechende producte gebildet werden Liebig chem. br. 152; der übelriechendste proletarier ... ist so gemein nicht, als jene gewalthaber Vischer auch einer 2, 137; erweitert und bildlich: ein übelriechendes lächeln spielte um den mund Heine 3, 220; unsre politik verstimmt mich; wir bleiben treibholz, auf unsern eignen gewässern umhergeblasen von fremden winden; und was für ruppige winde, übelriechende! Bismarck briefe a. s. braut u. gattin 419.
 
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übelrüchig, adj., in den wbb. häufig mit entrundetem vocal: vbelriechig foetidus, putidus et olidus Dasypodius dict. Niiij; unflätig, stinckig Apherdianus methodus (1601) 185; schweig, anbrüchige, übelrüchige, schandenrüchige Rückert 11, 469; vgl. oben th. 1, sp. 429 anrüchig.
 
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übelrüchtig, adj.: er ist etlichermaszen übelrüchtig, fama haud sincera est Stieler (1691) 1632; vgl. oben th. 1, sp. 430 anrüchtig.
 
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übelsäftigkeit, f., cacochymia Nemnich (1801) 17b.
 
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übelsager, m., maledicus zu übel sagen, schelten (s. oben übel 7); noch di gemain unkeuscher, noch di diener der aptgoter ... noch die ubelsager ..., di besitzent nit das reich gotz cod. tepl. 1. Corinth. 6, 10; ebenso andere vorlutherische deutsche bibeln. Luther: lesterer.
 
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übelsagung, f., maledictum; nit widergebt ubel umb ubel, noch ubelsagen um ubelsagunge cod. tepl. 1. Petri 3, 9; ebenso die gedruckten deutschen bibeln des 15. jahrh.; er des bösshafftigen poeten übelsagung wer verantwurten Terenz (1499) IXb.
 
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übelsässig, adj.: den bankprüchigen ... ubelsessigen kaufleuten und fürkeuffern Fischart Garg. 78 neudr.
 
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übelschmack, m.: ubelsmack, ubeler gesmack, oscedo oder spaichel voc. theut. (1482) hh 8b

 

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