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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelmüszig bis übelrathig (Bd. 23, Sp. 41 bis 42)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelmüszig, adj.: deren handlung ich dem fleysz der gaistlichen leser untergebe, dann die übelmiessige sophisten will ich nit haben Melanchthon hauptartikel 75.
 
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übelmütig, adj., malivolus Diefenbach gloss. 344b.
 
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übeln, v. :
1) übelen, pro quo dicimus verübelen, male aliquid interpretari Stieler (1691) 1375; und habe ich demnach der jüdischen prinzessin Drusilla nicht übeln können, was sie dem Antiochus angesonnen A. U. v. Braunschweig Octavia 2, 336; vgl. auch Staub-Tobler 1, 56.
2) übel thun, jammern Weinhold schles. wb. 102.
3) übler werden: het's an eim ort g'güetet, se het's am andere g'üblet Staub-Tobler a. a. o.
4) refl., sich übeln = sich verschlimmern, böser werden es übelet sich mit dem kranken, morbus ingravescit Dentzler clavis linguae lat. 293b; Martin-Lienhart 1, 8 und Staub-Tobler a. a. o.; davon sich nachmaln alle sachen hefftig ubelten und gefahrlicher wurden, bisz jm endlich löcher in den arm fielen Fel. Würtz practica der wundartzn. (1612) 52; dann es hatt von einem kleinen schaden angehebt und sich also geublet ebd. 271.
5) unpersönlich 'nichts gutes ahnen': s' hat mir geübelt Crecelius oberhess. wb. 2, 830.
 
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übelnachreder, m., verleumder: doch wird es (das buch) on tadeler vnd vbelnachreder nicht bleiben Nigrinus von zäuberern vorr. 4b..
 
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übelname, m., spottname; wohl eine umdeutung aus übername (s. d.), wie unten übelschwall und übelsichtig; um witzig zu sein, erfindet sie (die klatschbasengesellschaft)

[Bd. 23, Sp. 42]


für alle leute in der stadt übelnamen Zschokke 13, 33; der name Bambarra soll ein verzerrter übelname ... seyn und Bambugr d. i. menschenfresser heiszen Ritter erdkunde 1, 442; dös ruf- und übelnamengeben, dasz mer sich ins g'sicht h'nein freundlich und hintern rucken falsch sein kann Anzengruber 4, 340.
 
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übelnehmer, m., aus übel nehmen (s. oben übel 7): der mürrische schmollte ein weniges bei gelegenheit, der mutwillige reizte den übelnehmer, der sorglose den tadelsüchtigen zu einem kleinen gezänk G. Keller 2, 204.
 
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übelnehmerei, f., empfindlichkeit, gehäszigkeit; ich sprach einst mit einem freunde über das unbehagliche unseres lebens, das in soupçons und übelnehmereien sich abhetze Immermann 20, 210; je älter sie wurden, um so mehr schien sich eine übelnehmerei, eine heftige bitterkeit zwischen ihnen kund zu geben Auerbach dorfgesch. 1, 50; es ist auch nicht das geringste gegen ihn einzuwenden. (Emma:) doch! seine böse laune, seine übelnehmerei Ebner-Eschenbach 4, 285.
 
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übelnehmerig, adj., empfindlich, leicht verletzbar: he sölwst wea oawasch sea äwelnämerig Boldt 12, bei Frischbier 2, 417; wir sind aber nicht übelnehmerig Boy-Ed Velh.-Klas. monatsh. (1901) 1, 151.
 
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übelnehmerisch, adj., dass.: äbbelnâemerisch Kleemann nord.-thüring. idiot. 3a; man gähnte, war übelnehmerisch, ging einander aus dem wege Immermann 6, 84; er war immer aufgeregt, leidenschaftlich, dabei übelnehmerisch, misztrauisch und rechthaberisch Hoffmann v. Fallersleben leben 2, 221; sie wissen, dasz ich nicht übelnehmerisch bin H. v. Bülow br. u. schr. 5, 517; besonders die Crescenz ist so ein übelnehmerisches ding, muszt nicht auf sie hören Anzengruber 7, 220; md. und nd. auch übelnehmisch: ôwelnömisch Schambach 148b; immer lustig und fidel ist der kleine mann und niemals 'übelnehmsch' Berl. tägl. rundschau (1902) nr. 144, hauptbl. 4c; auch bei sachen für 'leicht verletzbar', 'leicht zu beschädigen': so ene kleene uhr ist sehre ü.; ene ü. farbe Albrecht Leipz. ma. 226a.
 
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übelrather, m., ubelrahter male svasor Stieler (1691) 1517; zu wolrahter gebildet.
 
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übelrathig, adj.: yedoch zwingt mich der übelratige hunger (malesuada fames) Schaidenraisser Odyssea (1537) 76b.

 

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