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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelmögend bis übelnehmerig (Bd. 23, Sp. 41 bis 42)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelmögend, adj., von übelmögen, invalescere Diefenbach gloss. 306b; mit den unten folgenden ableitungen auf den südwesten Deutschlands beschränkt. übelmöged Staub-Tobler 4, 12; alters halb gantz vbelmögend aevo confectus Maaler (1561) 441b; imbecillus, infirmus, invalidus Dentzler clavis linguae lat. 293b; Bajazet, an jetzo alt vnd vbelmögend Stumpf Schwytzerchron. (1606) 20a; der bischof von Konstanz ... mahnte zur alten liebe. das hohe alter und die salbungsvolle beredsamkeit des übelmögenden kranken herrn rührte die häupter und gemeinen der eidgenossenschaft Zschokke 25, 262.
 
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übelmögenheit, f., unvermögen, verengt: impotentia generandi; die erst schell (der alten narren) ist, sich bekümmeren wegen der vbelmögenheit. dann es werden etliche alten gefunden, die sein dermassen in wollüsten verharrt, das sie ein grosses bedauren darob tragen, wann sie den selbigen nicht mehr wie in der jugend mögen nachkommen Höniger narrensch. (1574) 15b.
 
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übelmögig, adj., arbeitsunfähig Martin-Lienhart 1, 657 und Staub-Tobler 4, 112; die alte Vrene werde so übelmögig und komme nicht überall nach Meyer-Merian Mareili (1892) 27.
 
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übelmüszig, adj.: deren handlung ich dem fleysz der gaistlichen leser untergebe, dann die übelmiessige sophisten will ich nit haben Melanchthon hauptartikel 75.
 
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übelmütig, adj., malivolus Diefenbach gloss. 344b.
 
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übeln, v. :
1) übelen, pro quo dicimus verübelen, male aliquid interpretari Stieler (1691) 1375; und habe ich demnach der jüdischen prinzessin Drusilla nicht übeln können, was sie dem Antiochus angesonnen A. U. v. Braunschweig Octavia 2, 336; vgl. auch Staub-Tobler 1, 56.
2) übel thun, jammern Weinhold schles. wb. 102.
3) übler werden: het's an eim ort g'güetet, se het's am andere g'üblet Staub-Tobler a. a. o.
4) refl., sich übeln = sich verschlimmern, böser werden es übelet sich mit dem kranken, morbus ingravescit Dentzler clavis linguae lat. 293b; Martin-Lienhart 1, 8 und Staub-Tobler a. a. o.; davon sich nachmaln alle sachen hefftig ubelten und gefahrlicher wurden, bisz jm endlich löcher in den arm fielen Fel. Würtz practica der wundartzn. (1612) 52; dann es hatt von einem kleinen schaden angehebt und sich also geublet ebd. 271.
5) unpersönlich 'nichts gutes ahnen': s' hat mir geübelt Crecelius oberhess. wb. 2, 830.
 
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übelnachreder, m., verleumder: doch wird es (das buch) on tadeler vnd vbelnachreder nicht bleiben Nigrinus von zäuberern vorr. 4b..
 
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übelname, m., spottname; wohl eine umdeutung aus übername (s. d.), wie unten übelschwall und übelsichtig; um witzig zu sein, erfindet sie (die klatschbasengesellschaft)

[Bd. 23, Sp. 42]


für alle leute in der stadt übelnamen Zschokke 13, 33; der name Bambarra soll ein verzerrter übelname ... seyn und Bambugr d. i. menschenfresser heiszen Ritter erdkunde 1, 442; dös ruf- und übelnamengeben, dasz mer sich ins g'sicht h'nein freundlich und hintern rucken falsch sein kann Anzengruber 4, 340.
 
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übelnehmer, m., aus übel nehmen (s. oben übel 7): der mürrische schmollte ein weniges bei gelegenheit, der mutwillige reizte den übelnehmer, der sorglose den tadelsüchtigen zu einem kleinen gezänk G. Keller 2, 204.
 
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übelnehmerei, f., empfindlichkeit, gehäszigkeit; ich sprach einst mit einem freunde über das unbehagliche unseres lebens, das in soupçons und übelnehmereien sich abhetze Immermann 20, 210; je älter sie wurden, um so mehr schien sich eine übelnehmerei, eine heftige bitterkeit zwischen ihnen kund zu geben Auerbach dorfgesch. 1, 50; es ist auch nicht das geringste gegen ihn einzuwenden. (Emma:) doch! seine böse laune, seine übelnehmerei Ebner-Eschenbach 4, 285.
 
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übelnehmerig, adj., empfindlich, leicht verletzbar: he sölwst wea oawasch sea äwelnämerig Boldt 12, bei Frischbier 2, 417; wir sind aber nicht übelnehmerig Boy-Ed Velh.-Klas. monatsh. (1901) 1, 151.

 

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