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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übellauten bis übelmögig (Bd. 23, Sp. 40 bis 41)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übellauten, v., dissonare Kramer (1678) 1065b; auch verengt und bildlich: es lautet übel von ihm, res est non boni rumoris Dentzler clavis linguae lat. 293b; davon das part. praes. in adjectivischer und adverbieller function: übellautend, absonus Diefenbach gloss. 5; würde sie (die glocke) einen vbellautenden klang oder thon den eseln in jhre ohren geben eselkönig 268; wie nun solche depravationes der inauspicatorum verborum oder übel lautender wörter ... bey den teutschen gemein seyn Prätorius blockesberges verr. 67; die langsame abänderung gezogener und zuweilen übellautender töne Gottsched crit. dichtk. 69; um nicht übellautende klänge zu verursachen Quantz anweisung 122. adverbiell: wie wol- oder übellautend diese unteutsche ... ahrt ... für menschlichen gesunden ohren klinget, hierüber wolle ein jedweder vernünftiger teutscher biedermann ... urtheilen Neumark neuspr. teutsch. palmb. 139. steigerungsstufen: bis auf den disharmonischen namen, denn einen

[Bd. 23, Sp. 41]


übellautenderen hatte ich noch nie geführt, gefiel mir das ding ganz leidlich Gaudy 12, 29; er hat die gabe, die übellautendsten verse durch seine recitation angenehm zu machen Sonnenfels 5, 340.
 
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übellauter, m.: man setzt heutiges tages in den meisten opern und kirchenstücken auch zwey bratschen; allein der componist bedarf groszer behuthsamkeit, wenn er nicht dadurch in übellauter, in durchkreuzung mit andern instrumenten, und in verletzungen der harmonie verfallen will Chr. Fr. Dan. Schubart ästhetik der tonkunst 299.
 
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übellautung, f., dissonantia, im gesang diaphonia Dasypod. dict. Niiij.
 
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übelleb, m., scherzbildung: der vbelleb kauffet dem wolleb sein hausz ab Seb. Franck sprüchw. 2, 157a; vgl. auch Kirchhofer sprichw. 343.
 
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übellehrer, m., Stieler (1691) 1129 zu übellehren alqm. depravare mala disciplina ebd.
 
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übelmächtig, adj.: des römpte sich seins schalkhaftigen gewalts der übelmechtig pfalzgraf herzog Ernst 236, 30 Bartsch.
 
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übelmeinend, adj. u. adv., niet wel meenend Kramer d.-holl. wb. (1787) 465a; in nachdrücklichen adressen verlangten die offiziere die entfernung ... übelmeinender persönlichkeiten Ranke 4, 71.
 
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übelmeinlich, adv., gehäszig: handelt — nichts übelmaynlich und böszwilligklich Melanchthon hauptartikel 76.
 
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übelmögend, adj., von übelmögen, invalescere Diefenbach gloss. 306b; mit den unten folgenden ableitungen auf den südwesten Deutschlands beschränkt. übelmöged Staub-Tobler 4, 12; alters halb gantz vbelmögend aevo confectus Maaler (1561) 441b; imbecillus, infirmus, invalidus Dentzler clavis linguae lat. 293b; Bajazet, an jetzo alt vnd vbelmögend Stumpf Schwytzerchron. (1606) 20a; der bischof von Konstanz ... mahnte zur alten liebe. das hohe alter und die salbungsvolle beredsamkeit des übelmögenden kranken herrn rührte die häupter und gemeinen der eidgenossenschaft Zschokke 25, 262.
 
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übelmögenheit, f., unvermögen, verengt: impotentia generandi; die erst schell (der alten narren) ist, sich bekümmeren wegen der vbelmögenheit. dann es werden etliche alten gefunden, die sein dermassen in wollüsten verharrt, das sie ein grosses bedauren darob tragen, wann sie den selbigen nicht mehr wie in der jugend mögen nachkommen Höniger narrensch. (1574) 15b.
 
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übelmögig, adj., arbeitsunfähig Martin-Lienhart 1, 657 und Staub-Tobler 4, 112; die alte Vrene werde so übelmögig und komme nicht überall nach Meyer-Merian Mareili (1892) 27.

 

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