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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übellaunisch bis übelmögend (Bd. 23, Sp. 40 bis 41)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übellaunisch, adj.: ich wurde finster, miszmuthig und übellaunisch Wieland 27, 223; (er war) überaus übellaunisch über die heutige ausfahrt Auerbach dorfgesch. 4, 83; den schreienden possenmacher wuszte er zu ertragen wie den übellaunischen festgast, der sich übernommen und die freude verdorben hatte G. Keller 5, 252.
 
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übellaut, m., dissonanza. disconza, zu übellauten, Kramer (1678) 1065b; gegensatz: wohllaut; in der musik und sprache: unmelodische oder unsingbare fälle mit fleisz aufsuchen ... ihren übellaut zu bemercken Mattheson vollk. kapellm. 153; die wesentlichen eigenschaften der dissonanzen liegen schon in der benennung. vermöge dieser benennung machen sie einen übellaut Bach clavier z. sp. 2, 25; in den zusammen gesetzten wörtern gehöret bey der syllabierung einem ieglichen sein theil, doch also, das es keynen übellaut gebe Gueintz deutsche rechtschreib. 19; nicht alle härte übrigens ist übellaut, so wie nicht immer das weiche wohllaut ist Knebel nachlasz 3, 473.
metaphorisch: gutgeartete kinder ... werden von selbst diese wonne nicht durch den übellaut einer von ihren eltern gemiszbilligten wahl unterbrechen Hippel über die ehe 32; ich habe ... im Dresdener ... wochenblatt ... gehört, wie sie krank gewesen, wovon das letzte wort freilich wieder gut macht, was das erste schlimm gemacht, ohne jedoch den übellaut des ganzen für mein ohr auszutilgen Görres briefe 3, 111.
 
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übellauten, v., dissonare Kramer (1678) 1065b; auch verengt und bildlich: es lautet übel von ihm, res est non boni rumoris Dentzler clavis linguae lat. 293b; davon das part. praes. in adjectivischer und adverbieller function: übellautend, absonus Diefenbach gloss. 5; würde sie (die glocke) einen vbellautenden klang oder thon den eseln in jhre ohren geben eselkönig 268; wie nun solche depravationes der inauspicatorum verborum oder übel lautender wörter ... bey den teutschen gemein seyn Prätorius blockesberges verr. 67; die langsame abänderung gezogener und zuweilen übellautender töne Gottsched crit. dichtk. 69; um nicht übellautende klänge zu verursachen Quantz anweisung 122. adverbiell: wie wol- oder übellautend diese unteutsche ... ahrt ... für menschlichen gesunden ohren klinget, hierüber wolle ein jedweder vernünftiger teutscher biedermann ... urtheilen Neumark neuspr. teutsch. palmb. 139. steigerungsstufen: bis auf den disharmonischen namen, denn einen

[Bd. 23, Sp. 41]


übellautenderen hatte ich noch nie geführt, gefiel mir das ding ganz leidlich Gaudy 12, 29; er hat die gabe, die übellautendsten verse durch seine recitation angenehm zu machen Sonnenfels 5, 340.
 
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übellauter, m.: man setzt heutiges tages in den meisten opern und kirchenstücken auch zwey bratschen; allein der componist bedarf groszer behuthsamkeit, wenn er nicht dadurch in übellauter, in durchkreuzung mit andern instrumenten, und in verletzungen der harmonie verfallen will Chr. Fr. Dan. Schubart ästhetik der tonkunst 299.
 
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übellautung, f., dissonantia, im gesang diaphonia Dasypod. dict. Niiij.
 
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übelleb, m., scherzbildung: der vbelleb kauffet dem wolleb sein hausz ab Seb. Franck sprüchw. 2, 157a; vgl. auch Kirchhofer sprichw. 343.
 
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übellehrer, m., Stieler (1691) 1129 zu übellehren alqm. depravare mala disciplina ebd.
 
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übelmächtig, adj.: des römpte sich seins schalkhaftigen gewalts der übelmechtig pfalzgraf herzog Ernst 236, 30 Bartsch.
 
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übelmeinend, adj. u. adv., niet wel meenend Kramer d.-holl. wb. (1787) 465a; in nachdrücklichen adressen verlangten die offiziere die entfernung ... übelmeinender persönlichkeiten Ranke 4, 71.
 
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übelmeinlich, adv., gehäszig: handelt — nichts übelmaynlich und böszwilligklich Melanchthon hauptartikel 76.
 
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übelmögend, adj., von übelmögen, invalescere Diefenbach gloss. 306b; mit den unten folgenden ableitungen auf den südwesten Deutschlands beschränkt. übelmöged Staub-Tobler 4, 12; alters halb gantz vbelmögend aevo confectus Maaler (1561) 441b; imbecillus, infirmus, invalidus Dentzler clavis linguae lat. 293b; Bajazet, an jetzo alt vnd vbelmögend Stumpf Schwytzerchron. (1606) 20a; der bischof von Konstanz ... mahnte zur alten liebe. das hohe alter und die salbungsvolle beredsamkeit des übelmögenden kranken herrn rührte die häupter und gemeinen der eidgenossenschaft Zschokke 25, 262.

 

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