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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übelgönnen bis übelkeit (Bd. 23, Sp. 38)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelgönnen, v. u. subst. n., dasz ander vbel ist dasz vbelgönnen vnd wünschen Guarinonius grewel d. verwüst. (1610) 354; vgl. ovelgünnen, miszgönnen Stürenburg 170.
 
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übelgönner, m., a malevolent, ill willed or spitefull fellow Ludwig teutsch-engl. wb. 1779; een haater, benyder, een vyand Kramer d.-holl. wb. 465a; das man auch den schein oder verdacht zu fliehen habe, sonderlich da man mit listigen übelgönnern allenthalben umfangen ist Butschky Pathmos 722; lobwürdig bey feind und übelgönnern J. B. Schupp schrift. 753.
 
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übelhaftig, adj., vbelhafftiger oder poszhafftiger, maliciosus voc. theut. (1482) hh VIIIa.
 
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übelhaftigkeit, f., vbelhafftigkeit, poszhafftigkeit, maliciositas voc. theut. (1482) hh VIIIa.
 
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übelhaltung, f., male tractatio Kirsch (1723) 297b; zu übel halten 'grausam behandeln' z. b.: dein same der wirt elende in eim fremden land vnd si werden sy übelhalten 400 iar cod. tepl. apostelgesch. 7, 6 var.; oder als gegensatz von DWB wohlverhalten: so wirdt das menschlich leben allgemach ... erlängert und zu seinem alten ziel durch wolhalten gebraucht werden, so wol als es durch übelhalten darvon geschoben worden Guarinonius grewel der verw. 52.
 
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übelhandlung, f., elogium Diefenbach gloss. 199a; zu übelhandeln obtrectare 391a vgl. auch:

lasz mich, mein Jesu, wandeln,
wie ich dir zugesagt,
damit kein ubelhandeln
mich künfftig mehr verklagt
Schmolcke trost- u. geistr. schr. 1, 227.


 
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übelhauser, m., übelhûser, schlechter haushälter Staub-Tobler 2, 1744; zu übel hausen s. oben übel 4 c. der vater war ein übelhauser Pestalozzi 2, 245.
 
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übelheit, f., vbelheyt, poszheyt, vbeltat, vbelkeyt, malignitas, malignitudo voc. theut. (1482) hh. 8a.
 
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übelhörend, adj. und adv., surdaster. vbel hörend Frischlin nomencl. (1591) 148; und wan er sich nicht besorget hätte gehabt, dasz man ihn etwan unter der blinden, übelhörenden gesellschaft rechnen (möchte) Agyrtas grillenvertreiber (1670) 3, 17; gehörschnecke ist ein instrument, dessen sich übelhörende leute bedienen Chomel ökon. lex. 4, 787; der sohn sagte dem übelhörenden vater laut, der wein sei ihm nicht gesund Gotthelf 1, 142.
 
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übelhörig, adj., schecht hörend, taub; absurdus vbelhorig Sachse gloss. (14. jahrh.) in Herrigs arch. 47, 439a; absurdus Diefenbach nov. gloss. 6a; Martin-Lienhart 1, 369; im übrigen sind beide übelhörig und verstanden zunächst kein gesprochenes wort G. Keller 8, 305.
 
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übelkeit, f. ,
1) unwohlsein, meist verengt: neigung zum erbrechen Frischbier 2, 417; Höfler krankheitsn. 760a; auch ohnmacht. wechselt mit übligkeit (s. d.), das sich besonders im bairischen und alemannischen festsetzt, während übelkeit über das ganze gebiet verbreitet ist; seit dem 18. jahrh. allgemein: nur über sie (die Cordilleren) zu reisen, giebt symptome der übelkeit und entkräftung an menschen und thieren Herder 13, 44; der widrige dunst von fusel und tabak ... machte ihm übelkeit C. Viebig schlaf. heer 1, 239

sie öffnete den mund, ich weisz nicht was, zu sprechen;
doch schwindel, übelkeit und heftig seitenstechen
erlaubten ihr noch kaum, ein kläglich: ach herr Je-!
Rost verm. gedichte (1769) 14;

häufig einen krankheitsanfall bezeichnend und daher auch im pl.: wandelte ihn (den verwundeten) eine übelkeit an und er drohte von dem pferde zu sinken A. Stifter 3, 249; sie unterhält jedermann mit ihren übelkeiten Cramer nord. aufseher 1, 322; ich fühle übelkeiten, sobald mir der mensch unter die augen tritt Lenz 3, 304;

[Bd. 23, Sp. 39]


über Johannas befinden können wir ... nicht klagen. von übelkeiten ist sie noch oft geplagt Bismarck br. a. s. braut u. gattin 322;

gevatter, hört, mein seel', ich halt's nicht aus,
die wund am schienbein macht mir übelkeiten
H. v. Kleist 1, 353 (zerbr. krug).


2) ungelegenheit: hab' ... meinen hauptmann von grossen übelkeiten gerettet Schröder dram. werke (1831) 3, 147.

 

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