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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
übeldäuig bis übelfertig (Bd. 23, Sp. 34 bis 35)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übeldäuig, adj.: er (der schnabelfisch) hat ein zartes, wohlschmeckendes fleisch, fast dem lachse und forellen gleich, ist aber dabey übeldauig und blehhaftig Chomel ökon. lex. 8, 935.
 
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übeldäuung, f., dyspepsia Chomel 8, 2191; so ists ein zeichen, das wegen vbeldawung desz magens solche rote dempff auffwerts ins haupt steigen Paracelsus chirurg. schr. 743c.
 
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übeldenkend, adj., malevolus: die übeldenkenden schurken sind geflüchtet Zschokke 2, 96;

sie könnte doch
in übeldenkenden gefährlichen
verdacht erregen
Herder 25, 291.


 
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übeldeuten, v., kwaalyk, verkeerd duiden, uitleggen Kramer d. holl. wb. (1787) 464c; wer etwas miszdeutet, giebt ihm blosz einen unrechten sinn, wer es übeldeutet, giebt ihm zugleich einen bösen sinn Rumpf 470; und als ein ander mahl der stul unter ihm zerbrach, sprang er freudig auf, und sagte zu seinen solches übeldeutenden kriegersleuten Lohenstein Arminius 1, 736a; ich hoffe dasz ewr excellenz mein anliegen nicht übeldeuten A. Schopenhauer 6, 219; im part. praes. 'gehässig': denen übeldeutenden Momis und Zoilis aber setze ich den wahlspruch eines hohen ordens wohlbedächtig entgegen: honni soit, qui mal y pense Ziegler asiat. Banise vorr. 12.
mit dativ der person: es wird mir aber ... niemand verargen oder vbel deuten mögen Mathesius Sarepta (1571) 1b;

man will's den damen übel deuten,
dasz sie wohl zu gewissen zeiten
ihr herz mit mehrern theilen können!
Göthe 4, 213 Weim.


 
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übeldeutung, f., säet einer zanck, verachtung, übeldeutung, das nehmen alle gottlosen menschen ein J. Böhme 4, 139.
 
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übelduft, m.:

oft weicht ihr übelduft nur übelduft'gen pflanzen
Fr. Rückert 8, 279.


 
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übelduftig, adj., s. DWB übelduft.
 
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übelfahrt, f., zu wohlfahrt gebildet, ohne sich in der sprache festsetzen zu können: übelfahrt der gottlosen, impiorum pessima fortuna Stieler (1691) 404; alle wolvnd vbelfart zu got vnd auf dem glück stunde Arch. z. Weimar (1526) bei Diefenbach-Wülcker 879; aller grund, des menschens wol- oder vbelfart stet awf seinem freyen willen Berth. v. Chiemsee theologey 290; daraus zebesorgen ist, jmm swantz gegenwirtiger übelfart möcht in teütschlanden überbeleyben ain aberglaub oder ketzerey. oder sonnst ain grosse plag ebd. 5.

[Bd. 23, Sp. 35]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) übelfarb, adj., miszfärbig, häszlich:

auch ander sein gt friund
kamen mit mair Betzen dar,
Diethrich der übelfar,
Cnrat der plattenkopf
Hätzlerin liederbuch 259.


 
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übelfeil, adj., als gegensatz zu wohlfeil in der Schweiz und im Elsasz gebräuchlich: in schlimmer lage, krank, elend Alem. 2, 171; Staub-Tobler 1, 773; Martin-Lienhart 1, 108.
 
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übelfertig, adj., zum bösen geneigt:

der schalk erweist sich übelfertig
Göthe 15, 51 (Faust II).

 

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