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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
typenhaft bis tyrannchen (Bd. 22, Sp. 1958 bis 1974)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) typenhaft, adj., 'einem typus (1) zugehörig, typisch' (1): das unveränderliche und typenhafte J. G. Kohl alpenreisen bei Sanders 2, 2 (1865) 1405; mit dem beisinn von 'formelhaft, unpersönlich': sie (Bernadette) sagt einmal zu (der nonne) Nathalie: 'man hat mir halt diese krankheit geschickt, weil man gar nichts andres mit mir anzufangen weisz ...' in diesen lächelnden worten steckt keine spur von typenhafter demut ... diese antwort kam nicht aus der demut, sondern aus einer noch selteneren tugend, aus der herbsten, der nüchternsten selbsteinschätzung Werfel Bernadette (1948) 451.
 
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typenmuster, n., als wiedergabe von engl. typesample in der kaufmannssprache aufgekommen, s. A. Schirmer wb. d. dt. kaufmannsspr. (1911) xli und 194 sowie Agnes Bain Stiven Englands einfl. a. d. dt. wortschatz, diss. Marburg 1936, 54 (daneben findet sich typ im sinne von 'sorte', s. ebda).
 
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typhon, m., 'wirbelsturm', über frz. typhon (s. König überseeische wörter im frz. [1939] 208 anm. 2, sowie Bloch-v. Wartburg dict. étym. de la langue française

[Bd. 22, Sp. 1959]


[1950] 626) bzw. lat. tȳphōn auf griech. τυφών 'wirbelsturm' zurückgehend, das zu einer idg. wurzel dheu- 'stieben, wirbeln' mit bh-erweiterung gehört, (s. Boisacq dict. étym. d. l. langue grecque 995 u. Walde-Pokorny 1, 840; über die in der antike mit typhon verbundenen mythologischen vorstellungen und deren orientalische quellen s. Zacher in: zfdph. 30 [1898] 289-301; Seippel d. typhonmythos, diss. Greifswald 1939, insbesondere kap. IX, und Otten vorderasiat. mythen als vorläufer griech. mythenbildg. in: forsch. u. fortschr. 25 [1949] 145-147): könfftige wind mag er (der meyer) an folgenden vorwarnungen erkennen ... wann der wind typhon (le vent typhon) genant, welcher die sturmwind zuerregen pfleget, heftig prauset vnd die lufft voll dicker, tunckeler wolcken ist Sebiz feldbau (1580) 43. typhon, das auch in die übrigen germ. dialekte gedrungen ist (ndl.-engl. typhon; norw.-schwed. tyfon), wird jedoch im dt. nicht geläufig; das in neuerer überlieferung gelegentlich auftretende typhon 'wirbelsturm in ostindischen bzw. chinesischen gewässern' (Heine s. w. 3, 481 Elster; Grabbe s. w. 4, 592 Bl.) ist wohl lediglich als orthographische variante des an die engl. form typhoon (s. Murray 10, 1, 559) anschlieszenden taifun (s. Kluge seemannsspr. [1911] 771; Lokotsch etym. wb. [1927] 157; sowie bei Dornseiff d. griech. wörter i. dt. [1950] 36) aufzufassen.
 
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typhös, adj. , ndl. typheus, engl. typhous, norw. tyfos, schwed. tyfös.
1) '(nach wesen und herkunft) dem typhus zugehörig': manche arten der letzteren (der bösartigen geschwülste), die typhöse, die scrophulöse ... bilden ein streitiges grenzgebiet Sömmerring bau d. menschl. körpers 8, 1 (1845) 229; da erkrankte ich an einem typhösen fieber Holtei erz. schr. 37 (1866) 229; ich wuszte, dasz sie an einem typhösen fieber erkrankt war (11. 8. 1908) Rilke br. 1907 -14 (1938) 37.
2) 'typhuskrank': Schönlein hat auf die mikroskopischen krystalle in den excrementen typhöser aufmerksam gemacht und glaubte, sie zur diagnose des typhus benutzen zu können Sömmerring bau d. menschl. körpers 6 (1841) 7.
 
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typhus, m., latinisierte form des griech. τῦφος (zur idg. wurzel dheu-bh 'stieben, rauchen' gehörig, s. u. typhon; urspr. 'qualm, rauch', dann 'umnebelung der sinne, albernheit', bereits bei Hippokrates als bezeichnung einer krankheit, der blödsinnskrankheit, s. Seiler entwicklg. d. dt. kultur i. spiegel d. dt. lehnworts 3 [1910] 402 u. Dornseiff d. griech. wörter i. dt. [1950] 58), die im 19. jh. als medizinischer terminus üblich geworden u. auch in die anderen germ. sprachen (ndl.-engl. typhus, norw.-schwed.-dän. tyfus) sowie ins romanische (frz. typhus, port. typho, it.-span. tifo) und slavische (poln. tyfus, russ. tif, bulg. tifus) entlehnt worden ist. — 'bezeichnung verschiedener fieberhafter infektionskrankheiten, die gewöhnlich mit schweren störungen des bewusztseins verlaufen, typhus schlechtweg gewöhnlich t. abdominalis unterleibstyphus ...' (H. Volkmann med. terminologie [1948] 978): da die seuche ... nichts anderes als ein gewöhnlicher typhus gewesen zu seyn scheint Niebuhr röm. gesch. (1811) 3, 477; im typhus und anderen krankheiten des unterleibes ..., sieht man lauter weit offene bälge (von drüsen) Sömmerring bau d. menschl. körpers 5 (1844) 84; mein literarischer freund professor Emil Kuh, der immer halsleiden hatte, ist jüngst unverhofft am typhus gestorben (6. 1. 1877) G. Keller br. u. tageb. 3, 192 Erm.; typhus, gelbes fieber, selbst cholera, jeder krankheitsverlauf braucht seine zeit Werfel geschw. v. Neapel (1931) 339; wir haben (im lazarett) flecktyphus und einfachen typhus A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 122. vereinzelt auch metaphorisch, in der allgemeineren bedeutung 'seuche' gebraucht: unser (Annettes u. d. fürstbischofs von Diepenbrock) gemeinschaftliches vaterland ist bisher gottlob frei vom allgemeinen typhus der demoralisation (1845) A. v. Droste-Hülshoff br. 2, 400 Schulte-K.dazu: typhuskrank, adj., substantiviert: Scherer fand kohlensaures

[Bd. 22, Sp. 1960]


ammoniak in dem aus der ader gelassenen blute eines typhuskranken Sömmerring bau d. menschl. körpers 8, 1 (1845) 56; im november (1813) hatten wir (in Weimar) fünfhundert typhuskranke — bei einer population von sechstausend seelen Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 216.
 
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typisch, adj. , charakteristisch, vorbildlich; ableitung des 18. jhs. von typus, die nach lat. typicus, griech. τυπικός mit dem dt. suffix -isch gebildet wurde, s. Henzen dt. wortbildg. (1947) 204 u. vgl. ndl. typisch, norw.-dän.-schwed. typisk, sowie das an frz. typique bzw. lat. typicus anschlieszende engl. typic, typical.
1) 'einem typus (1) gemäsz, für die vertreter einer art charakteristisch, bezeichnend': die idee des schönen, womit das typische der gesichter und zum theil der tracht sich in widerstreit befindet Welcker alte denkm. (1849) 1, 60; in gleicher weise ist die baumlosigkeit ... als ein typisches merkmal der tundra überhaupt anzunehmen A. v. Middendorff sibir. reise, bei Nehring tundren u. steppen (1890) 8; Denain ist eine langgestreckte arbeiterstadt und zeigt das typische gepräge der nordfranzösischen industriesiedlungen qu. v. j. 1917; ihre (der pathologischen fälle) typischen formen hatten ... sein beklommenes nachdenken erregt Wassermann Etzel Andergast (1931) 305; jede jugendzeit kennt ihre tragischen possen, ihre maszlosigkeit, ihren überschwang und ihre sehnsucht, die sich an dingen oder personen berauscht, die unerreichbar sind ... diese typischen phasen kehren schlieszlich in jedem leben wieder E. Langgässer unauslöschl. siegel (1946) 411; die aufgabe der poetik ist es, im einzelnen werk ... die allgemeinen, typischen und objektiven elemente aufzuspüren, die über seine geschichtliche einmaligkeit hinausweisen und es in gröszere ordnungszusammenhänge einfügen Martini in: dt. philol. i. aufrisz 1 (1952) sp. 216 Stammler; prädikativ: 'typisch', sagte Ollenhauer. 'ganz typisch. davon aufhören, was wir alles angestellt haben. und dann darüber schimpfen, dasz uns die Russen immer blosz kasch zu fressen geben ...' Erich Loest jungen, d. übrig blieben (1950) 222; häufig findet sich eine präpos. ergänzung mit für: ihre (der eltern des verfassers) lebensform scheint mir dermaszen typisch für das sogenannte 'gute jüdische bürgertum', ... dasz ich mit dem bericht ihres gemächlichen und lautlosen daseins eigentlich etwas unpersönliches erzähle Stefan Zweig welt v. gestern (1947) 21; es war der geruch, der für soldatenstuben so typisch ist Erich Loest jungen, d. übrig blieben (1950) 13.
adverbiell, im sinne von 'dem typus (der für die vertreter einer art charakteristischen form) entsprechend': (das riechbein) zeigt auch nie irgend eine auffallende ähnlichkeit mit einem typisch gebauten wirbelbeine Sömmerring bau d. menschl. körpers 7 (1842) 393; bei andern minder typisch durchgebildeten gegenständen Brunn kl. schr. (1898) 3, 67; eine typisch deutsche eigenschaft ... die gründlichkeit Klemperer l. t. i. (1949) 88; bei aller sympathie, die man ihm (dem Hanauer pfarrer in Grimmelshausens 'Simplicissimus') entgegenbringt, musz man ihn einen typisch menschlichen vertreter seiner religion nennen J. H. Scholte in: zfda. 82 (1950) 3, 276.
2) einen typus (2) darstellend, vorbildlich, s. Fischer Göthe-wortschatz (1929) 900.
a) 'symbolisch, sinnbildlich' (s. DWB typus 2 a und vgl. vortypisch 'vordeutend' teil 12, 2, sp. 1802): die sämmtlichen wunder Jesu stehen bei Johannes als symbolische facta, als typische denksäulen da Herder 19, 266 S.; typisch tipico, figurativo Jagemann diz. 2 (1803) 1188; typische (mit der methode der allegorischentypologischenschriftauslegung arbeitende) theologie théologie typique Mozin wb. 4 (1856) 879; adverbiell: was man ein paar jahrtausende lang mit der bibel vorgenommen hat ... man hat sie, dogmatisch, exegetisch, typisch, mystisch, prophetisch erklärt Nicolai Seb. Nothanker (1773) 3, 65.
b) 'als charakteristischer vertreter bzw. muster alle wesenszüge eines typus (1) zeigend'.

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α) 'art-echt' (s. DWB typus 2 b): der typische neger ... ist selbst unter negern eine seltene spielart Peschel völkerkde (1874) 497 anm. 2; in seiner erscheinung war er klein und fein, typischer Sachse Fontane ges. w. (1920) II 1, 133; die jungen mädchen in diesen ... hochthälern, wie in Alpbach, in Dux und manchen ähnlichen ... sind ..., was die züge betrifft, sehr typisch Steub drei sommer i. Tirol (1895) 111; daneben behaupten sich auf Seeland sowohl wie in Schweden und Norwegen auch noch manche angehörige der alten arktischen flora, sogar typische vertreter derselben Hoops waldbäume u. kulturpfl. i. germ. altert. (1905) 26; unter den tänzern war ein älterer herr mit groszer, schmaler nase, der typische aristokrat Renn adel i. untergang (1947) 356.
β) 'stilisiert' (s. DWB typus 2 c): auch von den übrigen personen ist keine ein Eisfelder porträt, sie sind sämtlich typische gestalten, von denen jede kleine stadt, fast jedes dorf individuelle verwirklichungen aufweisen kann O. Ludwig ges. schr. 2 (1891) 6; typische gestalten hervorzuheben und in sich gerundete lebensbilder zu zeichnen, schien mir ... als am zweckmäszigsten Rosegger schr. (1895) I 4, 4.
γ) 'mustergültig, beispielhaft, repräsentativ' (s. DWB typus 2 d): ich wuszte zwar schon aus ihrem (Ludmilla Assings) freundlichen munde manches bedeutsame über dies reiche ... frauenleben (der gräfin Elisa v. Ahlefeldt); aber dasz es in solchem grade typisch und poetisch und an die höchsten ereignisse anknüpfend sei, davon hatte ich freilich keine ahnung (5. 7. 1857) G. Keller br. u. tageb. 2, 451 Erm.; es kommt wohl daher, dasz ... seine (Göthes) dichtungen ... nur selbsterlebtes schildern, das aber zugleich so in die höhe des allgemein menschlichen, des idealen und typischen zu entrücken weisz, dasz demselben alle erdschwere abgethan ist D. Fr. Strausz ges. schr. 6 (1877) 207; das typische beispiel (für den christologischen mimus, der glauben, zeremonien und martyrium der Christen zur allg. belustigung darstellt) ist der mimus des Genesius P. v. Winterfeld dt. dichter d. lat. mittelalters (1922) 512; im Dulcitius (Hrotsvits) haben wir die typische märtyrerkomödie ebda; in den typischen krankheitsfällen beginnt der typhus nach einer inkubationszeit von 1-4, meist 3 wochen d. gr. Brockhaus 19 (1934) 217; (Bach schreibt zwei passionen,) welche textlich und formell von den typischen schöpfungen jener zeit ganz abhängig sind, die aber der geist, der darin lebt, verklärt und aus der vergänglichkeit zur unvergänglichkeit erhoben hat A. Schweitzer Bach (1948) 3. auch im sinne von 'als norm geltend, im allg. angestrebt': übrigens bezeichnet die hufe nur den idealen, typischen anteil des einzelnen am ganzen gemeindegrunde Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 41.
 
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typ(us), m. , grundform, muster, über lat. typus auf griech. τύπος schlag, gepräge (zu τύπτειν schlagen, idg. [s]teu-p 'stoszen', s. Walde-Pokorny 2, 618) zurückgehend, das auch in die anderen germ. dialekte entlehnt worden ist (engl., ndl., norw., dän. type; schwed. typ), sowie in die slavischen sprachen (poln. typ, russ. tip, slov. tip, bulg. tip). im dt. erscheint typus, nach vereinzeltem auftreten in älterer religiöser sprache (s. u. 2 a), seit dem 18. jh. als geläufiger terminus der sich entwickelnden modernen natur- u. geisteswissenschaft, von da in den allg. sprachgebrauch übergehend (zur bedeutungsgesch. d. wortes typus s. auch Heyde in: forsch. u. fortschr. 17 [1941] 220-223; über typus als strukturbegriff der einzelwissenschaften, seine bedeutung für die philosophie und seine begriffsgeschichte s. Bergfeld d. begriff d. typus [1933] u. d. gr. Brockhaus 19 [1934] 219f.). während im singular die lat. form typus weitgehend bewahrt bleibtdie kurzform typ wird erst in neuerer umgangssprache, sowie als wort der technik geläufighat der plural schon früh die endung der schwachen deklination angenommen (typen, s. Paul dt. gr. 2, 141), die vereinzelt auch beim singular erscheint: dasz der mensch keine schönere gestalt kennt als seine eigene und sich selbst ... zum typen aller schönen formen macht Wieland w. 26, 159 Hempel.

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1) 'in charakteristischen zügen (bei allen vertretern der gleichen art mehr oder weniger typisch [s. d. 1]) ausgeprägte grundform'.
a) von erscheinungen der organischen und anorganischen welt: grosze schwierigkeit, den typus einer ganzen klasse im allgemeinen festzusetzen, so dasz er auf jedes geschlecht und jede spezies passe; da die natur eben nur dadurch ihre genera und species hervorbringen kann, weil der typus, welcher ihr von der ewigen nothwendigkeit vorgeschrieben ist, ein solcher Proteus ist, dasz er einem schärfsten vergleichenden sinne entwischt Göthe II 6, 312 W. (über den begriff des typus im Göthischen denken s. Bergfeld a. a. o. 51 -85, Boucke wort u. bedeutg. in Göthes spr. [1901] 39, 107 u. 262, Korff geist d. Göthe-zeit 2 [1930] 54ff. sowie Göthe-handb. 3 [1918] 446 Zeitler und Fischer Göthe-wortschatz [1929] 900); was also bei ... der pflanze die ursprüngliche form leistet, muszte hier (bei dem moralischen wesen) von einem innern principium erhalten werden, gegen welches sich die beweggründe ... ohngefehr eben so verhielten, als die bewegenden kräfte der pflanze gegen den beständigen typus ihres baues Schiller 4, 290 G.; ein ... landstrich, welcher ... den reinsten afrikanischen typus in hinsicht seiner ganzen beschaffenheit aufbewahrt hat Ritter erdkde (1822) 1, 340; sie (die quarzkristalle) haben gewöhnlich den prismatischen typus Oken allg. naturgesch. (1839) 1, 137; mehrere wolfsschädel, welche ich aus den Wolga-steppen erhalten habe, zeigen einen fast windhund-ähnlichen typus Nehring tundren u. steppen (1890) 97. häufig auch im pl. typen 'grundformen strukturell verschiedener arten, auf die sich die mannigfaltigkeit der individuellen erscheinungen systematisierend zurückführen läszt': formen, welche zwischen den aufgestellten typen (der drüsen) in der mitte stehen Sömmerring bau d. menschl. körpers 6 (1841) 907; gebirgsarten, typen der formationen Humboldt kosmos (1845) 1, 11; pflanzenphysiognomische typen der australischen flora Ratzel völkerkde (1885) 2, 9; typentheorie (heiszt) die von Cuvier und Baer aufgestellte anschauung, dasz man das tierreich nicht entwickelungsgeschichtlich in eine einzige grosze reihenfolge anordnen dürfe, sondern mindestens vier typen (wirbeltiere, gliedertiere, weichtiere und strahltiere) unterscheiden müsse, deren angehörige einer sonderentwickelung unterliegen Meyers konv.-lex. 19 (1908) 847; drei typen der physikalischen beschaffenheit der fixsterne Boltzmann pop. schr. (1905) 63.
b) der körperlichen bzw. seelischen konstitution des menschen.
α) allg., mit bezug auf die besondere prägung eines bestimmten menschen-'schlages': diese leidenschaftliche frau trägt den typus ihrer nationalität in jeder fiber ihres antlitzes Gutzkow ritter v. geiste (1850) 3, 187; kaum zwei und zwanzig jahre alt, war sie von hohem und festem wuchse, ihr gesicht hatte den ausgeprägten typus unseres geschlechtes, aber durch eine ungewöhnliche schönheit verklärt G. Keller ges. w. (1889) 1, 186; ein hübsches blutjunges ding von entschieden wendischem typus Fontane ges. w. (1905) I 1, 218; er (der präfekt v. Neapel) hat den trainierten körper und das scharfgeschnittene gesicht, kurz den schönen, willensstarken typus, der sich seit einigen jahren hier durchgesetzt hat Werfel geschw. v. Neapel (1931) 424; was ist ähnlichkeit! (sagte August v. Göthe zu Charl. Kestner) ich behaupte keine gleichheit der einzelzüge (zwischen Charlotte u. Ottilie v. Pogwisch), sondern die schwesterlichkeit der gesamterscheinung, die identität des typus Th. Mann Lotte i. Weimar (1946) 313. als bezeichnung für die charakteristische erscheinungsform der vertreter eines standes, einer berufsschicht: ein paar geschickte federstriche (des malers) genügen dagegen oft, um den typus eines offiziers, eines lehrers oder eines angehörigen irgendeiner anderen berufsgenossenschaft zu kennzeichnen Finck die haupttypen d. sprachbaus (1910) 2; das dritte reich spricht mit einer schrecklichen einheitlichkeit aus all seinen lebensäuszerungen und hinterlassenschaften, aus der maszlosen prahlerei seiner prunkbauten und aus ihren trümmern, aus dem typ der soldaten,

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der sa- und ss-männer Klemperer l. t. i. (1949) 16; oder einer bestimmten menschlichen art: ein gewisser typus von 'altem weib' stand ja zu gewissen zeiten ohne weiteres im verdachte des hexentums Th. Mann Faustus (1948) 61. gelegentlich in der wendung zu einem typus gehören bzw. vertreter eines typus sein 'wesensmäszig einerdurch besondere (typische) eigenschaften gekennzeichnetenart angehören': Kraus gehörte zu dem in Deutschland nicht seltenen typus von professoren, denen ... Meinecke v. Boyen (1896) 1, 26; sozial betrachtet gehörte sie einem verbreiteten typus an, artistin mit bürgerlichen ambitionen Wassermann Etzel Andergast (1931) 294; in diesem so merkwürdigen freunde hat Knecht den vertreter eines typus erspürt ... eines typus, der noch nicht vorhanden war auszer in dieser einzigen vorläufergestalt, den typus des Kastaliers nämlich Hesse glasperlenspiel (1943) 1, 385; vereinzelt auch zu einem typus werden 'die (typischen) wesenszüge einer bestimmten menschlichen art annehmen': dieser (erziehungs-)plan (der oberin des klosters und der novizenmeisterin) will, dasz die persönlichkeit zu einem bestimmten typus wird, zum typus aller damen von Nevers, der eine benediktinische frömmigkeit mit groszer aktivität in den werken der nächstenliebe verbindet Werfel Bernadette (1948) 438.
β) als terminus der anthropologie, psychologie, soziologie u. ä. disziplinen, die damit typische (s. d. 1) — durch strukturvergleich bzw. durch das idealtypische verfahren der isolierung und idealisierung (s. Spranger lebensformen [1925] XIII, sowie den untenstehenden beleg) ermitteltegrundformen menschlichen wesens bezeichnen: (die forschung) erkennt ferner in den körperbautypen nicht nur anatomische merkmalskombinationen, sondern auch träger bestimmter psychischer besonderheiten; sie unterscheidet drei typen; ... der früher unterschiedene zerebrale typ fällt vielfach mit dem leptosomen zusammen; ... merkmale des leptosomen typus sind ... Brockhaus 10 (1931) 417; die hinsichtlich des seelenlebens gleichgearteten individuen werden (durch die psychologie) ... zu 'typen' zusammengeordnet, wobei sich die gleichartigkeit sowohl auf bestimmte einzelne angeborene oder erworbene fähigkeiten beziehen kann (z. b. gedächtnis, intelligenz usw.) wie auch auf das zusammenspiel der einzelnen fähigkeiten (z. b. charakter) und schlieszlich auf das seelisch-körperliche gesamtgepräge einer individualität d. i. auf die 'persönlichkeit' ebda 19 (1934) 220; ich sehe voraus, dasz man auch den hier entwickelten typen (des theoret., ökonom., ästhet., sozialen, religiösen u. d. macht-menschen) gegenüber, die durch ein verfahren der isolierung und idealisierung entworfen werden muszten, mit dem einwand kommen wird: das leben enthalte solche einseitigkeiten nicht Spranger a. a. o. XI; indem wir zu den differenzierten formen übergehen, die der typus des theoretikers annehmen kann, berühren wir zugleich die grade, in denen sich die theoretische geistesart verwirklicht ebda 138; Muschg ist weit entfernt, seine teils psychologischen, teils soziologischen typen hermetisch voneinander abzuschlieszen (denn) ... gerade die gröszten dichtergestalten zeichnen sich dadurch aus, dasz sie an mehr als einem typus teilhaben Günther Müller in: zfda. 82 (1948/50) 4.
c) von erscheinungen des geistigen (α), technischen (β) und gesellschaftlichen (γ) bereiches.
α) der teleologische typus (der religion erscheint) am meisten im christentum ausgeprägt Schleiermacher s. w. (1834) I 3, 56; es zeigt sich ... sogleich, dass der typus der sprache bei diesen schöpfungen thätig eingriff; sprachen also, die ein grammatisches geschlecht unterscheiden ..., enthalten grosse verlockungen zur mythenbildung Peschel völkerkunde (1874) 266; Müllenhoff hat ... richtig erkannt, dasz der typus des neuhochdeutschen zuerst in den deutschen urkunden der böhmischen kanzlei ... erscheint ... aus Böhmen zieht dieser neue kompromisztypus mit seinem halb bayerisch-österreichischen, halb mitteldeutschen vokalismus in die sprache der schlesischen, der meisznischen kanzlei Burdach vorspiel

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1, 2 (1925) 136; typen der religion sind charakteristische grundformen der frömmigkeit, die in der religionsgeschichte mit einer gewissen regelmäszigkeit wiederkehren; indem man typen aufstellt, faszt man also das gleichmäszige in der mannigfaltigkeit religionsgeschichtlicher vorgänge zusammen zu einer verhältnismäszig kleinen gruppe religiöser grundrichtungen d. religion i. gesch. u. gegenw. 5 (1913) 1401 Schiele-Zscharnack; die typen der weltanschauung Dilthey ges. schr. 8 (1931) titel; der letzte (schrift-)typ war in Corbie neben einer anderen form hergegangen und hatte sie schlieszlich abgelöst, die als Maurdramnus-typ bezeichnet wird Löffler einf. i. d. handschriftenkde (1929) 97. auch in bezug auf diedurch charakteristische (typische) züge gekennzeichnetestruktur künstlerischer gebilde: das bildnisz Christi nach Hemling ... ist ganz nach dem von alten zeiten her als bildnisz Christi überlieferten typus Göthe I 49, 1, 429 W.; Herakles als drachentödter ...: häufiger typus römischer medaglioni Ed. Gerhard ges. akad.-abhandl. 1 (1866) 53; zu beiden seiten je ein greif ... sitzend im typus der olympischen bronzegreife Furtwängler beschr. d. vasenslg. d. Berl. mus. (1885) 36; typologie, typik (heiszt) system der typen, d. h. in ähnlicher form wiederkehrender künstlerischer prägungen auf den verschiedenen gebieten (z. b. madonna-typus, heroentypus, turm-typus, palast-typus usw.) Vollmer kunstgesch. wb. (1928) 250; übereinstimmung (der von der poetik bestimmten unterscheidungskennzeichen läszt) eine bestimmte dichtart als grundform erkennen ...; der typus der dichtart, etwa der ode, elegie, des romans, der novelle oder der arten des dramas blickt durch gehalt und gestimmtheit, bauform und gliederung ... des künstlerischen gebildes hindurch Martini in: dt. philol. i. aufrisz 1 (1952) sp. 248 Stammler. in freierer abstrakterer anwendung auch auf die grundform einer bewegung bzw. eines vorgangs im geistigen bereich bezogen: typen sprachlicher bewegungen H. Becker in: zs. f. ma.-forschg. 18 (1942) 59; sowie einer tätigkeit: die typen des sprechens und ihr wert für die sprecherziehung Marie-Hedwig Kaulhausen (1940) titel.
β) mir fehlt noch ein Hottentotten kraal um die typen — das ist ja ein modewort — von menschenwohnungen durchgegangen zu sein Th. Huber bemerk. üb. Holland (1811) 254; die gegenständlichen schöpfungen des volkes, die sachgüter, sind in allen ihren wesentlichen typen aufgesucht Erich-Beitl wb. d. dt. volkskde (1936) V. besonders geläufig wurde die kurzform typ als wort der modernen technik, die besondere bauart (modellform) serienmäszig hergestellter fabrikate aller art bezeichnend: auf der fahrt ... nach Langendreer sieht der ... reisende unter den vielen fördergerüsten mehrere besonders eigentümliche bauarten, die von den neuzeitlichen typen unserer fördergerüste erheblich abweichen A. Driszen d. dt. bergmannsspr. (1930) 50; ein neuer typ (eine neue bauart, form) eines flugzeugs, autos d. gr. Duden, stilwb. d. dt. spr. (1934) 552 Basler; zum ersten male wurde ein düsenjäger neuer bauart eingesetzt; auch am montag haben flugzeuge des gleichen typs in die kämpfe eingegriffen Berliner zeitungen v. j. 1951; der typ '300', dessen dreiliter-motor bei 115 ps eine spitzengeschwindigkeit von 155 km/st ermöglicht, ist der erste deutsche nachkriegswagen in dieser leistungsklasse und kann sich ohne weiteres mit den ausländischen typen dieser stärke vergleichen ebda; auf der Leipziger messe wurden zwei typen von fernsehempfangsapparaten gezeigt ebda; vgl. auch DWB typenmuster.
γ) die gemeinde als gesellschaftliche grundgestalt ... durchwaltet ... den wandel der geschichte; sie selbst, als soziologischer typus, ist unwandelbar Werner Ziegenfuss Augustinus (1948) 57 (ebda 56 auch: der reine typus der gemeinde); die partei neuen typus Duden, rechtschreibg. (1951) 415.
2) den charakter einer art am vollkommensten darstellender vertreter, vgl. prototyp Schulz-Basler dt. fremdwb. 2, 710 f. sowie DWB typisch 2.

[Bd. 22, Sp. 1965]



a) als theologischer terminus im sinne von 'symbol, vorbild' (s. teil 12, 2, sp. 909 sowie unter typisch 2a; vgl. auch L. Goppelt typos, die typologische deutung d. alten testaments i. neuen [1939]): weil nun so viel am typo und frbildt gelegen, so kmpt S. Paulus hie, und wil ... sich selbst zum exempel darneben frstellen J. Mathesius erkl. d. ep. a. d. Corinther (1591) 1, 39b; o wie ein feiner typus unnd vorbild ist das (speisopfer) der nudipedum studiosorum Joh. Olorinus Martins gansz (1609) 37; typus vorbild, z. e. wie im alten testamente gewesen, so auff Christum gezielet Wächtler manual (1703) 315; und so ist unser ganzes verhältnisz zu ihm fortwährend dasselbe, welches uns in Christus zum typus aufgestellt ist Solger nachgel. schr. u. briefw. (1826) 1, 603 Tieck-Raumer; typus 'eine das neutestamentliche voraus darstellende person oder ein das neutestamentliche vorbedeutendes geschehen im alten testament' d. religion i. gesch. u. gegenw. 5 (1913) 1419 Schiele-Zscharnack; mit der allegorischen auslegung (der bibel) artverwandt, aber wohl von ihr zu unterscheiden ist die typologische auslegung, die in den alttestamentlichen personen, institutionen und vorgängen ... vorbilder oder typen künftiger erscheinungen sieht, die gewissermaszen ihre schatten vorausgeworfen haben ebda 1 (1909) 364.
b) charakteristischer, idealer, klassischer vertreter eines bestimmten menschen-'schlages', vgl. typisch 2 b α: während die jüngere schwester als typus einer germanischen ... blondine gelten konnte Fontane ges. w. (1905) I 5, 11; er ist der ausgesprochene typ eines Sachsen d. grosze Duden, stilwb. d. dt. spr. (1934) 552 Basler; Jonathan Leverkühn war ein mann besten deutschen schlages, ein typ, wie er in unseren städten kaum noch begegnet Th. Mann Faustus (1948) 22; insbesondere eines standes bzw. einer berufsklasse: er (Jenny Laszbergs stiefsohn) ist ... der wahre typus eines österreichischen offiziers (18. 11. 1843) A. v. Droste - Hülshoff br. 2, 236 Schulte - K.; (Semper) ist ... persönlich ein wahrer typus der einfachen und gediegenen künstlernatur (21. 2. 1856) G. Keller br. u. tageb. 2, 399 Erm.; der stubengeneräle ... ausgeprägtester typ A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 40; einer zeitrichtung: diese letzteren (polemiker gegen den materialismus) haben den vorzug ... als typen ganze ... zeitrichtungen zu vertreten Lange gesch. d. materialismus (1866) IX; Steinhöwel (tritt) uns in diesem gewande (seiner satir. dichtung) als typus seiner zeit entgegen ...; die ganze art seiner moralsatire ... ist ja durchaus charakteristikum für die bürgerliche literatur jener tage Borvitz d. übers.-technik H. Steinhöwels (1914) 129; (Heinrich Manns 'untertan',) ein zeitbild aus dem kaiserreich, abgehandelt an einer einzigen person, die zum typus wird, zum repräsentanten einer ganzen epoche deutscher geschichte schutzumschlag zu H. Mann d. blaue engel (1950); oder einer bestimmten menschlichen art: endlich kamen doch ein paar annehmbare typen des weges Steub drei sommer i. Tirol (1895) 2, 84; e flotte typ Basler studentenspr. (1910) 18; vereinzelt auch menschlicher art schlechthin: aber nicht jeder mensch ist ... eine vollendete ausprägung der idee 'mensch'; ich würde nicht zögern, Göthe in diesem sinne als typus zu verstehen zu suchen Bergfeld a. a. o. 20. in besonderer anwendung der modernen umgangsspr. findet sich typ mit zusatz eines possessivums: er (August von Göthe) liebte in ihr (Ottilie) den typ seines vaters (die ideale verkörperung der art, die seinem vater zusagte) Th. Mann Lotte i. Weimar (1946) 238; vielleicht paszt ihm (leutn. Pardow) deine nase nicht; wirst nicht sein typ sein Erich Loest jungen, d. übrig blieben (1950) 69.
c) stilisierte figur mit generellen, nicht individuellen zügen, vgl. DWB typisch 2 b β.
α) in literaturwissenschaftlicher fachsprache; 'durch wenige charakteristische eigenschaften als vertreter einer bestimmten art gekennzeichnete literarische gestalt' (s. auch Ludwig unter d): ihre (der fabel) charaktere sind lebendigfortwährende ewige typen, die vor uns stehen und uns

[Bd. 22, Sp. 1966]


lehren (ä. redaktion: sie sind dargestellte grosze naturexemplare) Herder 23, 253 S.; die zahl seiner (Lessings) dramatischen grundformen ist nicht grosz; um das zärtliche, edle, entschlossene mädchen ... stellen sich die dienenden vertrauten, der würdige vater ... und doch gerade in diesen typen ist die mannigfaltigkeit der abwandelungen bewunderungswürdig G. Freytag ges. w. 14 (1887) 226; sie (die poesie des 16. jhs.) ist nicht ohne productives vermögen in bezug auf die erfindung, sie verbraucht massenhaften stoff und schafft einzelne moralische typen, meist resultate des hasses oder scherzes, oft von groszartigem wurfe Scherer lit. gesch. 719; (wir erkennen,) dasz der dichter bewuszt den charakter seines teufelsspiels auf die standessatire einstellt, dasz er dazu allgemeine typen und keinerlei bestimmt gezeichnete individuen vorführen will Holl gesch. d. dt. lustspiels (1923) 32; in dieser volkstümlichen literatur hält man sich vor allem an feste typen und stehende figuren ... wir sehen die festen typen des 'treuen freundes', des 'schlimmen ratgebers' ... Walser in: kultur- u. universalgesch., festschr. f. W. Goetz (1927) 125; der regimentskaplan dagegen spielt in der handlung des romans (Grimmelshausens 'Simplicissimus') kaum eine rolle, wird aber als typus in einigen worten charakterisiert J. H. Scholte in: zfda. 82 (1948/50) 276. in freierer anwendung: infolge von alledem (seiner berufstätigkeit) wird der schneider in der regel eine schmächtige, bläszliche, reizbare, nette und putzige figur mit einer überwiegenden tendenz zur vornehmheit ... so ist der schneider als solcher für den humor im leben und in der kunst ein typus geworden Melchior Meyr erz. a. d. Ries (1868) 2, 262.
β) als terminus der bildenden kunst (entsprechend wie α): die ältere florentinische und sanesische schule entfernten sich von den trockenen typen der byzantinischen kunst dadurch, dasz sie überall in ihren bildern porträte anbrachten Göthe I 49, 1, 245 W.; bei der ersten (preis-) aufgabe ... verlangte man von den concurrierenden künstlern keineswegs die darstellung dieser figuren (Aphrodite, Paris und Helena) in ihrer ganzen herrlichkeit, wie etwa die idealischen typen der antike sie uns zeigen ebda I 48, 66; alles ist einfach ... (in Holbeins bildern des todes); immer gibt Holbein den höhepunkt einer situation, ... und seine menschen, obwohl typen ihrer gattung, sind so natürlich ..., dasz sie lebendig wirken Waldmann in: Hans Holbein, bilder d. todes (1950) geleitwort, insel.
d) sachbezogen, im sinne von 'beispielhafter vertreter, muster', vgl. typisch 2 b γ: wie folgende drei beispiele belegen, die man als typen oder repräsentanten dreier arten von irrthümern ansehen mag Schopenhauer w. 1, 127 Grisebach; diese repräsentanten der classencharaktere (der organ. verbindungen) wurden typen genannt und einerseits in mechanische ... typen, andererseits in chemische typen unterschieden, wobei man den mechanischen typus einfach durch die anzahl der atome in einem molekül, den chemischen typus durch den chemischen charakter bestimmte; ... (die neuere typenlehre) ging von 3 haupttypen aus ... und fasste die einzelnen verbindungen aus diesen grundformen, durch theilweise oder vollständige vertretung der typischen atome durch andere gleichwerthige ... gebildet auf (s. folgenden beleg) Karmarsch-Heeren techn. wb. 9 (1888) 743f.; typen ... (heiszen) in der chemie gewisse einfache verbindungen, die als vorbilder zahlreicher andrer verbindungen betrachtet werden können; ... ein körper ist nach dem typus wasser ... konstituiert, wenn seine atome in analoger weise miteinander verbunden sind Meyers konv.-lex. 19 (1908) 847; die acht sprachen, die in diesem buche (die haupttypen des sprachbaus) geschildert werden, kommen nicht um ihrer selbst willen zur darstellung, sondern als typische vertreterinnen von acht gruppen, auf die sich nach meiner überzeugung sämtliche idiome der erde ... verteilen lassen .. (zu beachten ist), dasz die anordnung nach sprachstämmen ... nur zum teil mit der gruppierung um die geschilderten acht typen zusammenfällt

[Bd. 22, Sp. 1967]


Finck d. haupttypen d. sprachbaus (1910) V; neugebildete wörter müssen in der regel derselben wortklasse angehören wie ihre muster ...: der typus schneider< schneiden liefert nur substantiva Henzen dt. wortbildg. (1947) 115. als philosophischer terminus bei Kant (s. Schmid wb. z. Kant [1798] 532 u. Bergfeld a. a. o. 7): Kant (bezeichnet) ... das naturgesetz als den typus (etwa gleichbedeutend mit 'versinnlichendes schema, repräsentant in der sinnenwelt') des sittengesetzes in demselben sinne ..., wie in der kritik der reinen vernunft die zeit als schema für die subsumtion der erscheinungen unter kategorien figurierte Windelband gesch. d. neuer. philos. (41907) 2, 119 anm.; gelegentlich auch im sinne von 'stilisierte idealform' (vgl. 2 c α): soll nun die (dramatische) handlung ein typus sein, soll sie ... zu ihrem eigenen ideale simplifiziert werden ..., so müssen auch die charaktere typen sein O. Ludwig ges. schr. (1891) 5, 68.
 
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tyrann, m. , allein-, gewaltherrscher, über lat. tyrannus auf griech. τύραννος zurückgehend, das seinerseits aus dem tyrrhenischen entlehnt worden ist (der wortstamm ist in dem etrusk. appellativum turan 'herr, herrin' enthalten, s. Lenschau in: Pauly-Wissowa realencycl. d. class. altertumswiss. 7 A, 2 [1948] 1822 und über abweichende etymologien der älteren forschung bei Boisacq dict. étym. de la langue grecque [41950] 992). durch lat. bzw. frz. vermittlung drang tyrann in die germ. u. slav. sprachen (engl. tyrant, ndl. tiran, dän.-norw. tyran, schwed. tyrann; tschech.-poln. tyran, slowen. tiran, serb. tir(j)anin, bulgar. tiranin, russ. tiran), ins dt. etwa zur zeit des frühhumanismus (erstbeleg Heinrich v. Mügeln s. u. DWB B 2 b, im nd. [ca. 1360] Johann v. Brakel übers. v. Aegidius Romanus, de regimine principum 7 Mante: tyranne nom. pl.), wobei es die endungen der schwachen deklination annahm, s. Paul dt. gr. 2, 135 u. über vereinzelte stark flektierte formen ebda 136 anm. 2 u. 3. ältere sprache zeigt mitunter die regelmäszige nominativform der schwachen flexion tyranne ([1480 Lübeck] städtechron. 31, 1, 234; Wigand Gerstenberg chron. 74 Diemar; H. Sachs 1, 225 lit. ver.; Petri d. Teutschen weiszh. [1605] F 4a; Gryphius trauersp. 19 Palm; Joh. El. Schlegel w. 1 [1761] 11; s. auch Paul a. a. o. 136 anm. 1), daneben jedoch schon früh die kurzform tyrann ([1432] meister Ingold gold. spiel 6 Schröder; H. Sachs 1, 223 lit. ver.; Luther br. 8, 574 W.; mit den orthogr. var.: tyran Luther 9, 135 W.; Petri d. Teutschen weiszh. [1605] Cc 1a; Heinse s. w. 7, 90 Schüddekopf; Brentano ges. schr. [1852] 2, 159; thyran H. Sachs 1, 225 lit. ver.; tiran Murner kl. schr. 1, 120 Pfeiffer-Belli; thirann H. Sachs 22, 114 lit. ver.; [1531] tirann Knebel chron. v. Kaisheim 223 lit. ver.; Zimm. chron. 24, 300 Barack; Schiller 7, 10 G.), die sich in neuerem sprachgebrauch allgemein durchsetzt.
die ursprüngliche, neutrale bedeutung '(allein-)herrscher' (A) findet sich gelegentlich als ausdruck der antike in historischer darstellung. üblich wird tyrann im dt. jedoch allein in der schon im lat. vorherrschenden pejorativen bedeutung 'gewaltherrscher, despot' (über den begriffswandel der tyrannis im denken der antike s. Pauly-Wissowa a. a. o.; über tyrann als literarische figur, insbesondere des altertums, des lat. mittelalters und der italien. renaissance, s. Walser d. gestalt des tragischen u. d. komischen tyrannen in mittelalter und renaissance in: kultur- u. universalgesch., festschr. f. W. Goetz [1927] 125 -144), anfangs vor allem auf despotische herrscher des altertums, insbesondere der bibel bezogen, deren gestalten im zeitalter des humanismus und religiöser auseinandersetzungen deutlicher in den gesichtskreis traten und begriff und bezeichnung des 'tyrannen' in die literatur des frühen nhd. (zunächst in die übersetzungslit.) trugen. beflügelt wird dieser gebrauch (B 1) durch die haupt- und staatsaktionen, sowie das literarische trauerspiel des barock (s. Dora Schulz d. bild d. herrschers i. d. dt. tragödie v. barock bis z. zt. d. irrationalismus, diss. München 1931, 21 ff); durch das freiheitsstreben der aufklärung, des sturm und drang (s. D. Schulz a. a. o. 54 ff. u. 84ff.),

[Bd. 22, Sp. 1968]


der dichter der befreiungskriege (s. u. DWB B 1 b), sowie des jungen Deutschland (zur geschichte von 'tyrann' als literarisches motiv vgl. auch J. Wiegand gesch. d. dt. dichtg. [1922] 126, 128, 155, 189 u. 243) erlebt er einen letzten groszen auftrieb und trittnach dem untergang der absoluten dynastien endgültig auf histor. erzählung beschränktimmer mehr gegenüber der anwendung im weiteren sinne für einen despotisch auftretenden schlechthin (B 2) sowie dem metaphorischen gebrauch (B 4) zurück. neuere ornithologische fachsprache verwendet tyrann in anschlusz an lat. tyrannus als bezeichnung für eine würgerartige vogelart (C).
A. '(allein-)herrscher': tyrann war vor zeyten ein ehrlicher nam, heyst ein könig, fürst, regent Simon Rot teutscher dict. (Augsb. 1571) Q 4b; ehmals bedeutete das wort tyrann auch nur lediglich einen einzelherren und man zhlte darunter auch sehr weise und gerechte mnner Haller staatswiss. (1816) 1, 484; die gröszeren städte Syriens ... versuchten sich bald als freie gemeinden, bald unter sogenannten tyrannen auf eigene hand zu behaupten Mommsen röm. gesch. 3 (41866) 46. gelegentlichmit betonung der illegitimitätim sinne von 'usurpator': der letzte knig, oder vielemehr der tyrann Gilimer, der wider recht das wandalische reich in Africa knig Hilderichen entzogen vnd auff sich gebracht htte Micraelius altes Pommerland (1639) 1, 63; nach einer reihe von so genannten tyrannen, das ist, von beherrschern, welche sich der einzelnen und willkührlichen gewalt über den staat bemächtigt hatten, ohne auf einen beruf von den bürgern zu warten Wieland Agathon (1766) 2, 85; tyrann hiesz bei den alten derjenige, der sich in einem freyen oder republikanischen staat eigenmchtig zum oberherrn aufwarf, wenn er gleich übrigens nachher noch so glimpflich und gelind regierte frauenz.-lex. 2 (1773) 3674; ähnlich in historischer erzählung bei W. Bergengruen der großtyrann und das gericht (1935) titel.
B. 'gewaltherrscher'.
1) im eigentlichen sinne.
a) 'despotischer landesfürst': aber wer da scht nun sein nutz und nit den gemainen, der hayszt von recht nit ein küng, aber ein tyrann und ain wthrich. das ander da die gemain regnierend ... und schend den gemainen nutz, das hayszt aristocratia (1432) meister Ingold gold. spiel 6 Edw. Schröder; hat diser Cicero an andern enden kaiser Julium nit allain nit gelobet, sunder sine werck geschulten vnd jnn nit gütig, sunder ainen tyrannen genennet Niclas v. Wyle transl. 341 Keller;

könig Antiochus, der zwölfft tyrann (überschrift)
... Antiochus, der zwölfft wütrich,
ein küng Syrie grausamlich
H. Sachs 1, 227 lit. ver.;

als er (Herodes) inne wird ...
erwürget der tyrann die kinder grosz und klein
Opitz dt. poem. 187 ndr.;

blutdürstigster tyrann! hat wohl die grosze welt
ein dir (Leo Arminius) gleich tiegerthier? hat das verbrennte feld
des wüsten Lybiens so ungeheure leuen?
kan uns die hölle selbst mit mehrer mordlust dräuen?
verfluchter fürst! ich irr; kann der ein fürste seyn ...
Gryphius trauersp. 88 Palm;

tyrannen haben wohl oft vlker aufgerieben:
nur gute frsten nicht!
Gottsched deutsche schaubühne 6 (1745) 49;

das gesez hat noch keinen groszen mann gebildet, aber die freyheit brütet kolosze und extremitäten aus. sie (d. untertanen) verpallisadiren sich im bauchfell eines tyrannen, hofiren der laune seines magens und lassen sich klemmen von seinen winden Schiller 2, 30 G. (d. räuber);

du (Frischlin) sprachst den stolzen purpurnen tyrannen
ins antlitz hohn
Schubart s. ged. 2 (1825) 309;

als gott die tyrannen erschuf, diese folterknechte der welt, hätte er wenigstens die völker sollen sterblich machen Börne ges. schr. (1862) ...; Friedrich d. Gr. z. b. ist von zwei Engländern ... dargestellt worden, bei

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Macaulay ein harter, perfider tyrann, bei Carlyle ein heros (6. 9. 1890) G. Freytag br. a. s. gattin 543 Strakosch-Freytag u. Walter-v. d. Bleek.
schon früh in sprichwörtlichen wendungen, die wesen und geschick des tyrannen charakterisieren: dem tyrannen ist die zal seyner iar verborgen Hiob 15, 20; wenn gott ein landt straffen vnd plagen will, so gibt er ihm einen tyrannen vnd wuettrich, der es alles on raht mit der faust wil auszrichten Latendorf sprichw. (1532) 229; muthwil ist der tyrannen rath vnd lehr Petri d. Teutschen weiszh. (1605) Pp 5b;

ein freye statt vnd freyen mann
stets feindlich neidet ein tyran ebda T 8a;

vnschuldig blut ertrckt alle tyrrannen vnnd die jhnen helffen ebda Vv 4b; es taug nit das ein tyrann eines rechten tods sterbe Eyering prov. cop. (1601) 2, 590 (ähnlich bei: Graf-Dietherr dt. rechtssprichw. [1864] 524);

gar wenig man tyrannen findt,
die rechten tods gestorben sind
Seybold lustgarten (1677) 8;

der tyrann musz einen pfaffen haben und der pfaff einen tyrannen Kirchhofer schweiz. sprichw. (1824) 352.
in epigrammatischer wendung der neueren literatursprache: der macht sich zum gespötte, der einen tyrannen durch beredsamkeit zu gewinnen gedenkt Lessing 8, 57 L.-M.; sklaven weinen nicht, wenn sie einen tyrannen verlieren Th. Abbt verm. w. 2 (1770) 44; heute ist ein land frei und morgen liegt's einem tyrannen zu füszen Hippel s. w. 1 (1827) 9; unter tyrannen denkt der brger nur an sich F. M. Klinger neues theater (1790) 1, 8 (Aristodymos, 1. akt);

pfaff samt tyrann
ankerketten sind's an gewicht
Platen ges. w. 2 (1843) 255;

die welt erträgt weit eher den tyrannen
als halbheit, schwäche, wankelmuth
Geibel ged. a. d. nachlasz (1896) 238;

als wortspiel findet sich: ein tyranne kan unter dem volcke nicht so tyrannisiren, als ihm die tyrannische furcht das joch der grausamsten tyranney auf den hals gewltzet hat Chr. Weise polit. redner (1679) 64.
b) 'gewalttätiger, despotisch unterjochender eroberer':

wo denn ausz frevel und hochmut
der Türck oder ander tyrannen
wider dich auff-würff sein streytfannen
H. Sachs 1, 218 lit. ver.; vgl. auch ebda 211 u. 221 sowie städtechron. 31, 1, 234;

daz jung wildt blt (Ludouicus) überhb sich desz glücks, verherget alles vnderwegen mit mord vnd raub bisz ghen Rom; da kam alle geistlicheyt disem tyrannen z ehr entgegen Seb. Franck Germ. chron. (1538) 81b; ich ziehe meine truppen zusammen, gott behüte uns für den tirannen (der feindlichen macht) (23. 3. 1657) urk. u. aktenst. z. gesch. d. kurf. Friedr. Wilh. v. Brandenb. 5, 893 Erdmannsdörffer;

ja, eroberer, ja, — du wirst unsterblich seyn.
...
schau gen himmel, tyrann — wo du der sämann warst,
dort vom blutgefild stieg todeshauch himmelan
Schiller 1, 42 G.;

ihr (der preusz. jäger) bestes wild ist ein tyrann,
drauf zielen alle mann für mann
Schenkendorf ged. (1815) 44;

laszt jeden von uns ... es feierlich erklären, dasz wir ihn (Napoleon) niemals kaiser nennen wollen, möge auch kriegsgefangenschaft oder irgend ein ganz unvorherzusehender unfall den einzelnen in die gewalt des tyrannen führen Fouqué gefühle, bilder 1 (1819) 100; dasz ... das undankbarste aller völker einen guten könig geschlachtet habe, um sich vor den triumphwagen eines freiheitsmörderischen tyrannen (Bonaparte) zu spannen Fontane ges. w. I 1 (1905) 32.
2) in erweiterung des anwendungsbereichs als bezeichnung für jedenin kleinerem oder gröszerem kreisedespotisch auftretenden machthaber.

[Bd. 22, Sp. 1970]



a) für geistliche würdenträger, die ihre gewalt miszbrauchen; dieser gebrauch lebt in der sprache der reformation auf: lass uns frey, Emsser, und gib nach, wie dich deynn gewissenn dringt, das der bapst eyn tyrann sey, keynn recht habe gesetz zu machen Luther 7, 669 W. (vgl. auch ebda 8, 502 u. 26, 577 sowie die komposita beicht-tyrannen u. seel - tyrannen unter D 2); wie wol die geystlichen tyrannen ein weltlich uberkeyt aus der Christenheit gemacht haben ebda 11, 410 (ebenso 12, 35); ebenderselbige bischof und tyrann ist darnach von groszen mäusen gefressen worden ders., tischr. 3, 644 W.; aber die tyrannen, pebst ... vervolgen die selbigen (die rechte lehre) (1539) Melanchthon in: Luther br. 8, 529 W.;

ich sehe schon den Tyberstrom
die herrschaft geistlicher tyrannen
mit muth und kraft aus dem gedrckten Rom verbannen
Gottsched ged. 1 (1751) 301;

(der pöbel) nennt seine landsleut' affen,
den pabst tyrann und seine geistlichen — pfaffen
Blumauer ged. (1782) 133;

vgl. auch: im orient ... ward der wahrsager der tyrann und der gehlfe der herrscher, immer fesselte er das volk Niebuhr röm. gesch. 1 (1811) 93.
b) für alle, welche im gesellschaftlichen leben ihre durch soziale stellung bzw. besitz oder amt erlangte macht willkürlich und miszbräuchlich ausüben:

die rîchen und tyrannen sint gerecht den armen selden
Heinrich v. Mügeln fabeln 16 Müller;

dise ding (jagen der herren auf den äckern der bauern) seint hert für die puren, aber gunstlich für die tyrannen, die semliche ding inen zeignen Keisersberg narrensch. (1498) 146d; solts nu dahin kommen, dasz die herrschaften tyrannen wolten sein (wie der graf v. Mansfeld) vnd mit den leuten, als wehren sie hunde vnd sawe, vmbgehen, wie sich etzliche anlaszen, so wehre es ein schrecklich zeichen göttliches zorns vber den adel Luther br. 10, 8 W.;

... leute, die das volk geplagter bürger flieht, ...
aus furcht es mehre sich die anzahl der tyrannen,
die stets ein härter joch um ihre hälse spannen
Gottsched ged. (1751) 1, 397;

sein (Karl Moors) dolch schröckte die kleinere tyrannen und authorisirten beutelschneider, aber sein beutel war der nothdurft geöffnet Schiller 2, 355 G.; von kleinen tyrannen hat das volk am meisten zu befürchten J. M. Sailer vorl. a. d. pastoraltheologie 1 (1788) 302; Richard Frei gehörte zu den menschen, ... die ... sich gar zu gern demokraten schelten lassen, — dabei denn doch, was ihre person, ihr ganzes wesen, ihre bedürfnisse, ihre ansprüche, ihr benehmen gegen diener oder sonst von ihnen abhängige personen betrifft, voll von recht übeln, hochmüthigen, hyperaristokratischen prätensionen stecken ...; nach oben hinauf fordern sie gleichheit, nach unten hin sind sie tyrannen, recht stolze despoten Holtei erz. schr. 23 (1861) 21; vielleicht sah ein alter vernünftiger gesetzgeber zu Tahiti voraus, dasz, wenn jene classe kleiner tyrannen allzu zahlreich wrde, der gemeine mann unter dem joche derselben bald wrde erliegen mssen J. G. Forster s. schr. (1843) 2, 100; (der gendarm) war ein furchtloser und heftiger mann, tyrann der strasze und in polizeisachen die rechte hand des bürgermeisters G. Freytag ges. w. 1 (1887) 39; (der fabrikant Dreisziger:) bin ich ... ein tyrann? bin ich denn ein menschenschinder? Gerhart Hauptmann weber (1892) 85; hier drauszen herrscht das junkerregiment ... es musz daher alles aufgeboten werden, um ihre macht zu stürzen ... im grunde haben sie nämlich angst vor uns; die tyrannen zittern! Wilh. v. Polenz Grabenhäger 2 (1898) 313; wir dienen dem groszen ganzen, wenn wir jedem unserer freunde vorwärtshelfen. denn die freunde einer volkspartei sind alle, auszer den tyrannen Heinr. Mann untertan (1950) 118. vereinzelt auch für die revolutionäre menge, diezuchtlos und politisch unreifdas gemeinwesen tyrannisiert: nu ists besser von einem tyrannen, das ist von der berkeit, unrecht leyden, denn von unzelichen tyrannen, das ist

[Bd. 22, Sp. 1971]


vom pöfel unrecht leyden Luther 19, 635 W. (s. auch Herder 17, 88 -91 S.);

... wer beschützte die menge
gegen die menge? da (im Frankreich von 1789) war menge der menge tyrann
Göthe I 1, 320 W. (vgl. auch ebda I 3, 253).


c) für autoritäten, die in despotischer weise einem kleineren kreise vorstehen; insbesondere für den vater und ehemann, vgl. haus-tyrann unter D 2, tyrannelein und tyrannin 2 a: wenn n eyn vater seyn kind zur ehe dringet, da das kind nicht lust noch liebe hyn hat, da tritt er uber und ubergehet seyne gewallt und wird aus vater eyn tyrann, der seyner gewallt braucht nicht zur besserung, ... sondern zum verderben Luther 15, 164 W.; mancher tyrann hielte sein ehrlich weib ärger als einen hund Grimmelshausen Simpl. 71 Scholte; der tyrann entzog seinem weibe alles, was zur leibes nahrung und nothdurft gehrt Hippel s. w. 3 (1828) 79; 'hast du nicht ärger genug mit dem haushalt, den tollheiten der kinder und zuweilen mit deinem tyrannen, dasz du dir mehr ersehnst?' (sagte der freiherr zu seiner gattin.) 'du lieber tyrann!' rief die baronin G. Freytag ges. w. 4 (1887) 28; natürlich, nun bin ich wieder der tyrann, der ewige griesgram, der allen die freude verdirbt! Kahlenberg fam. Barchwitz (1899) 9; nach dem tode ihres mannes, der ein böser tyrann und hypochonder gewesen war, hatte sie begonnen zu leben Wassermann fall Maurizius (1928) 44; ebenso vom lehrer: wie manch edles ingenium wird durch scholastische tyrannen von den studiis abgeschreckt! Schupp schr. (1663) 50; der lehrer soll nicht beherrscher und tyrann, sondern freund der gemeinde seyn Miller pred. fürs landvolk (1776) 2, 34; so saszen wir einst, während unsre tyrannen (lehrherrn) uns im schweisze unsers angesichts glaubten, ganz gemütlich beisammen O. Ludwig ges. schr. (1891) 2, 426; an der thüre dieses verschlages befand sich ein rundes fensterchen, durch welches der tyrann (oberschulmeister) öfters den kopf zu stecken pflegte, wenn drauszen ein geräusch entstand Keller ges. w. (1889) 1, 37; ein schüler war ein mausgraues, unterworfenes und heimtückisches wesen, ohne anderes leben als das der klasse und immer im unterirdischen krieg gegen den tyrannen Heinr. Mann d. blaue engel (1950) 26.
d) für diktatorisch das geistige leben bestimmende persönlichkeiten: sie werfen sich keineswegs zu eigenmchtigen tyrannen der litterarischen welt auf deutscher Merkur (1773) 1, 19; ein tyrann des geschmacks ist ... die albernste figur, die je die sonne beschienen Herder 22, 105 S.; vgl. auch: ein sprach tyranne Chr. Weise überfl. ged. 171 ndr.
e) in scherzhafter anwendung für ein seine umwelt in launischer willkür beherrschendes kind, s. auch unter tyrannin 2 c: wie die wärterin dem schreienden kinde alle möglichen spiele ... für den künftigen tag zusagt, damit es nur endlich die augen schliesze und ihr gestattet sei, ihre augen von dem lästigen kleinen tyrannen ... ab- und eigener häuslicher beschäftigung zuwenden zu dürfen; so lullte und sang er sein groszes kind ... mit süszen weisen erlogener liebe ein Holtei erz. schr. 3 (1861) 128; Heinrich (kind von Annettes bruder Werner) ist jetzt sehr hübsch und, wenn man ihn allein hat, allerliebst, zwischen den andern kindern aber ein kleiner tyrann (9. 2. 1838) Annette v. Droste-Hülshoff br. 1, 267 Schulte-K.; in der mitte seiner tyrannen (der straszenjugend) stand Moses Freudenstein W. Raabe hungerpastor (1864) 1, 62; die (verwöhnten kinder) lernen schon in jungen jahren die leiden der tyrannen kennen M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 1, 32; vereinzelt für einen so auftretenden schauspieler gebraucht: in diesem augenblick erhalte ich (als theaterdirektor) das verruchte billet des unseligen tyrannen! E. T. A. Hoffmann s. w. 4, 27 Grisebach.
f) gelegentlich auch für ein tier, das durch seine physische überlegenheit den ganzen umkreis beherrschend in bann hält: die hechte ... seind aber eyn schdlicher fisch vnd

[Bd. 22, Sp. 1972]


nicht anders dann eyn tyrann inn den süssen flüsswassern Sebiz feldbau (1579) 465; der tyrann des Nils, das satte krokodill, lag mit offenem rachen am ufer Kretschman s. w. (1784) 6, 189;

ein jäger ...,
welcher der wälder tyrannen (man darf ihn nicht nennen) mit pfeilen
auf dem hohen gebirg' erschossen, und nun im triumphe
dessen grauen langzottigen pelz auf der spitze der stange
durch Arkadien trägt
Joh. Nik. Götz verm. ged. (1785) 1, 74;

ironisch: ein blitzblankes bauer, drin ein grauer kakadu, der eigentliche tyrann des hauses, sein von der dienerschaft gleichmäszig gehasztes und beneidetes dasein führte Fontane ges. w. I 3 (1905) 16.
3) für einen rohen, gewalttätig seinen willen durchsetzenden menschen schlechthin, 'wüterich', vgl. tyrannei B 3, C 4 u. D 1 sowie tyrannisch unter 2 a α: die bemelten beiden burger ausz der Altenstadt (haben) sie (Katharina Plugken) mit frevel ausz dem kloster zu schleppen understanden, und do ihr die ander jungfrawen zu hulfe gekummen, haben die beide tyrannen mit ihren feusten die armen kinder vor ihre bruste gelaufen und also unmenschlich von sich gestossen (1524/25 Magdeburg) städtechron. 27, 147; der riesz Kuperan, der ein ungläubiger heyd, Epicurer, tyrann vnd todschlger ist, antwort ... er sey darumb ein ritter vnnd kriegsmann, dasz er die leut erschlagen wöll J. Ayrer hist. process. juris (1600) 362; (Zettel:) eigentlich habe ich noch das beste genie zu einem tyrannen; ich könnte einen Herkles kostbarlich spielen, oder eine rolle, wo man alles kurz und klein schlagen musz Shakespeare (1797) 1, 189; so noch in der mundartlichen komposition erztyrann 'wer auf ganz brutale weise seinen willen durchsetzt' bad. wb. 1, 712; vereinzelt auch abgeschwächt für einen gegen seine umwelt rücksichtslos auftretenden menschen: ... dasz kein polizeidiener es wage, bei nachtzeit, wenn müde leute schlafen wollen und sie (die im bierhaus nach freiheit schreienden) brüllend durch die gassen ziehen, ihnen den rachen zu stopfen, mit einem worte, dasz niemand sie in der freiheit beschränke, tyrannen anderer zu sein Holtei erz. schr. 20 (1862) 19.
4) metaphorisch in verschiedener, an B 1 bzw. 2 anschlieszender anwendung.
a) im vergleich, wobei besonders die eigenschaften der willkür, grausamkeit, härte und unduldsamkeit als tertium comparationis dienen:

er (gott) thutt nit wie tirannen:
so es in glicklich ghett,
alle welt wellens verpannen
mit frevel und unnrath (um 1550) volks- u. gesellschaftslieder d. 15. u. 16. jhs. 69 Kopp;

(die prälaten) handlen wie die wüsten tyrannen Aventin s. w. 1, 209 bayer. akad.; denn ich bilde mir nicht ein, wie ein tyrann von gottes gnaden, dasz sie (die leser) meine sklaven oder sonst ein verkäufliches eigenthum sind Bode Thomas Jones (1786) 1, 133;

ich bin wie ein tyrann auf menschenjagd
Immermann w. 16, 447 Hempel;

können sie (anrede) mir die (teilnahme) versagen, ohne grausamer zu sein als der härteste tyrann? Pückler briefw. u. tageb. (1873) 1, 430 Assing; der knabe ... war der stubenälteste ... und wegen seiner brutalität und rauflust gefürchtet, er schaltete wie ein tyrann mit den jungens Wassermann fall Maurizius (1928) 143. auch naturerscheinungen werden mit einem tyrannen verglichen:

der winter folgt ihm (dem herbst) bald, scheint hart, als ein tyrann
Giseke poet. w. (1767) 6 Gärtner;

im westen stand das nächtliche gewitter und wüthete, wie ein tyrann, und von osten her stieg die sonne herauf, ruhig und schweigend, wie ein held H. v. Kleist w. 5, 147 E. Schmidt; als prädikatsnominativ ohne vergleichspartikel:

der winter stand, ein eiserner tyrann,
nie lösend seine faust, die festgeballte,
die eisig sich um berg' und thäler krallte;
ihr leben lag erstarrt in seinem bann
Lenau ged. 2 (1858) 185.

[Bd. 22, Sp. 1973]


gelegentlich wird tyrann auch in der neutralen bedeutung 'herrscher (A 1)' zum vergleich herangezogen: der berg S. Oreste oder Sorakte ist das herrlichste auf der ganzen reise; er steht da wie der tyran der weiten gegend und beherrscht alles, ewig fest auf sich selbst gegründet Heinse s. w. 7, 90 Schüddekopf.
b) bildlich; dieser gebrauch war besonders in der sprache der barockdichtung lebendig, auf den allmächtigen, willkürlich-launisch waltenden liebesgott bezogen:

Cupido der tyrann
Opitz teutsche poem. 39 ndr.;

hebe dich weg Cupido, du tyranne!
Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 420;

o Amor, du grimmiger tyrann! Grimmelshausen 2, 531 Keller; ich sehe ... dasz durch die eusserste pein, mit welcher ewer g. der tyrann Amor plagt .. Amadis 17 lit. ver.; gelegentlich auch sonst in poetischem stil: ward sie (die poesie) zu einem ... werckzeuge der drey vornehmsten lasterhaften neigungen, der wollust, der ehrsucht, und des geitzes gemachet, und muszte diesen tyrannen als eine gefangene sclavin dienen Breitinger crit. dichtkunst (1740) 1, 104; indesz der tyrann der musik, die orgel, wie ein orkan darein rast und tiefe fluthen wälzt Heinse s. w. 4, 31 Schüddekopf; aber die königin philosophie ist doch nur allzuoft ein tyran für die musen gewesen Kretschman s. w. (1784) 1, 24;

denn des barometers walten
ist der witterung tyrann
Göthe I 3, 362 W. (s. auch ebda 29, 91).


c) übertragen, in mannigfaltiger anwendung, vgl. DWB tyrannin 3 b, tyrannei B 4 b und tyrannisch 2 a δ.
α) von überindividuellen, geistigen wesenheiten, denen der mensch unterworfen ist: und nicht mit uns umbgehe wie mit Moses volck, wilchs als ein knechtisch volck nicht ynn kindlicher liebe, sondern ynn knechtlicher furcht mit drewen, schlegen, straffen und wurgen gehalten wird unter dem tyrannen, dem gesetz, als unter dem hencker und stockmeister Luther 19, 160 W.; die ehre ist unser tyrann, wir folgten ihrem winke Kotzebue s. dram. w. (1727) 1, 211; eine solche sclavische hingebung in die launen des tyrannen schicksaal ist nun freilich eines freien, denkenden menschen höchst unwürdig H. v. Kleist w. 5, 41 E. Schmidt; jeder (sittliche) wert hat — wenn er einmal macht gewonnen hat über eine person — die tendenz, sich zum alleinigen tyrannen des ganzen menschlichen ethos aufzuwerfen Nic. Hartmann ethik (21935) 524.
β) von menschlichen schwächen, trieben und affekten, deren willkür die individuen beherrscht: item dasz die sünde der aller gewaltigste und grausamste, schädlichste tyrann sei uber alle menschen dieser ganzen welt Luther tischr. 6, 103 W.; zu frnen der blinden lieb; sie ist ja ein tyrann A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 110;

sey deiner neigungen herr, so wirst du das unglück beherrschen;
der schöpfer ist liebe und huld, nur jene sind deine tyrannen
E. v. Kleist s. w. (1771) 1, 148;

deine begierden und dein geschmack sind itzt deine tyrannen Lessing 2, 285 L.-M.;

o zorn! du abgrund des verderben,
du unbarmherziger tyran,
du friszt und tödtest ohne sterben
und brennest stets von neuem an
Brentano ges. schr. (1852) 2, 179.

nur vereinzelt vom intellekt: der gedanke ist bei mir meistens tyrann, und das läszt keine schönheit aufkommen (12. 12. 1838) Hebbel br. 1, 370 Werner; ähnlich: eine fiktion (selbsttäuschung), mit der man sich entschlossen hat zu leben, ist ein tyrann, der verlernt hat zu sehen und zu hören Wassermann fall Maurizius (1928) 285.
C. ornithologische bezeichnung für einen würgerartigen, wagemutig sein nest auch gegen raubvögel und kleinere säugetiere verteidigenden vogel (s. auch unter tyrannchen): wesen

[Bd. 22, Sp. 1974]


und eigenart der würger und fliegenfänger vereinigen in sich die tyrannen oder königswürger (tyrannidae) Brehm tierl. 4, 545 P.-L.; der königsvogel oder tyr ann (tyrannus carolinensis ...) zählt zu den mittelgroszen arten seiner gattung (der königswürger, tyrannidae) ebda 547; tyrann (königswürger, königstyrann, tyrannus carolinensis ...) sperlingsvogel aus der artenreichen, nur in Amerika vertretenen familie der königswürger (tyrannidae), ... nährt sich von kerbtieren und verfolgt mit dem gröszten mut raubvögel, krähen und katzen ... zum schutz des eigenen nestes Meyers konv. lex. 19 (1908) 852.
D. in der komposition. das als simplex dem dt. geläufige tyrann gewaltherrscher (B) bestimmt auch in der komposition fast ausschlieszlich das bild des sprachgebrauchs.
1) als erstes kompositionsglied.
a) vor adjektiven. vereinzelt als gelegenheitsbildung bei Fischart: tyrannodisciplinisch Garg. 192 ndr.; auch aus neuerem sprachgebrauch wenig bezeugt, wobei wie bei b genitivkomposition (tyrannen-) vorliegt.tyrannenartig, adj. , 'wie ein tyrann geartet': der mann, wenn er, in sich selbst so schlecht verwaltet, dasz du ihn schon als einen solchen tyrannenartigen für den unseligsten erklärtest Schleiermacher Platon 3, 1 (1828) 460. — -mörderisch, adj. , zu tyrannenmörder (s. u.b) gebildet: zunächst noch fesselten ihn (Schiller) ... Höltys bald wehmutsvolle, bald harmlos heitere freundschafts- ... lyrik, die tyrannenmörderische freiheitsdichtung des gräflichen brüderpares Stolberg Berger Schiller 1 (1905) 91.
b) vor substantiven. seit dem 16. jh. erscheint tyrann als determinativum vor abstrakten und konkreten, die dem begriffsbereich tyrann im verhältnis der zugehörigkeit (var. dieses typus sind: tyrannen-blut, -herrschaft, -knecht), wesensgleichheit (typus tyrannen-fürst, -teufel, -verhängnis, -volk) oder objektbezogenheit (typus tyrannen-feind, -hasz, -mord, -mörder) zugeordnet werden. diese zusammensetzungen folgen unten an alphabetischer stelle, s. sp. 1981ff.
2) als zweites kompositionsglied. seit dem 16. jh. findet sich tyrann gelegentlich auch als grundwort mit vorausgehendem, die art bzw. den wirkungsbereich des tyrannen verdeutlichendem bestimmungsglied: beicht- tyrannen Luther bücher u. schr. 1 (Jena 1567) 550a; blut-tyrannen K. Beck d. fahrende poet (1838) 208; dorf-tyrannen G. Keller ges. w. (1889) 1, 72; haus-tyrann Mozin wb. 3 (1856) 857; ober-tyrannen Johanna Kinkel bei Sanders 2, 2 (1865) 1405b; schul-tyrann Körner w. 3, 267 Streckfusz; seel-tyrannen Luther 12, 158 W.; sprachtyranne Chr. Weise überfl. ged. 171 ndr.; universaltyrann Göthe I 29, 90 W.; unter-tyrannen F. Gentz bei Sanders 2, 2 (1865) 1405b; volks-tyrann ebda; welttyrannen Dannhawer catech. (1657) 5, 1269; Grabbe w. 3, 607 Bl.; vereinzelt mit verstärkendem präfix: erz-tyrann bad. wb. 1, 712.
 
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tyrannchen, n. , ndl. tirannetje, diminutivbildung zu tyrann; im dt. vereinzelt als vogelname bezeugt (vgl. DWB tyrann C u. tyrannelein).
a) 'zaunkönig': in einigen gegenden wird der zaunkönig ... das tyrannchen genannt Adelung 4 (1780) 1109; tyrannchen art zaunkönige (motacilla regulus) Schrader dt.-frz. wb. 2, 1394.
b) sylvia rufa Lath. thyrannchen Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 2, 581.
c) 'weidenzeisig' Weber allg. oekon. lex. (1838) 603.

 

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