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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
twatt bis twirl (Bd. 22, Sp. 1954 bis 1956)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) twatt, subst., wohl nebenform zu watt (s. teil 13, sp. 2599): twatte die weissen sandberge am meerufer, so die wellen abhalten Schottel haubtspr. (1663) 1020 anm.;

komm abwerts, wo man mag die weissen twatte sehn,
so länglich an der see in eilands ordnung stehn ebda 1005.

[Bd. 22, Sp. 1955]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) twe(h)le, f., 'zweig', s. u. DWB zweele teil 16, sp. 970 u. vgl. schwalenberg. twelen, f., gabelart Böger 166.
 
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twele, f., 'handtuch', s. DWB zwehle teil 16, sp. 970; quehle teil 7, sp. 2338; wehel teil 14, 1, sp. 69 u. vgl. das ins obersorb. entlehnte twjela 'groszes weiszes oder buntes handtuch' Bielfeldt d. dt. lehnwörter i. obersorb. (1933) 279.
 
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twenter, adj., zweijährig, eigentl. 'zwei winter alt'; insbesondere als bezeichnung für ein zweijähriges tier gebraucht (s. winter teil 14, 2, sp. 421f. [B 1] und vgl. [m]nd.- [m]ndl. enter 'einjähriges tier' Schiller-Lübben 1, 672; Verwijs-Verdam 2, 673; teil 3, sp. 512; fries. inter Dijkstra 2, 20). anord. tvévetr, norw. tvivetter Gering vollst. wb. z. Edda (1903) 1049; Fritzner 3, 733; ae. twiwintre Bosworth-Toller 1027; me.-ne. twinter Murray 10, 1, 537; mnd.-ndl. twenter Schiller-Lübben 4, 641; Dale 2, 1806; fries. twa-inter, twinter Dijkstra 3, 355 u. 358. im dt. auf die nordwestdt. maa. beschränkt: twenter zweijähriges schaf, auch sonst rindvieh, pferd von zwei jahren Schütze holst. 4, 293; so auch bei Krüger Emden 70; Mensing schlesw.-holst. 5, 218; Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 454 u. Böning Oldenburg 120; im brem.-nieders. wb. als twenter, twinter 5, 138.
 
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twer, adj., 'schräg, kreuzend', s. u. DWB quer teil 7, sp. 2357 u. zwerch teil 16, sp. 1084 sowie bei V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 198—203; nur vereinzelt hat sich mundartlich der unverschobene dental erhalten, s. Frischbier 1, 162 s. v. dwêr, Jutz alem. maa. (1931) 188 u. vgl. schweiz. twerbalken schweiz. id. 4, 1191; twer(ch)bank ebda 1388.
 
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twicke, f., nd. für 'hacke', s. teil 16, sp. 1112 s. v. zwicke (2): twicke, twiecke (in Niedersachsen) 'plaggenhacke' Weber oec. lex. (1838) 603; es ist schon ein wunder, wenn ich irgendwo in der haide die twicke eines haidhauers aufblitzen und seine weiszen hemdmaugen ('hemdsärmel', s. Mensing schlesw.-holst. 3, 602) leuchten sehe Löns auf d. wildbahn (12o. j.) 126; statt der heidenarbe die bodennarbe mit der twicke abzuhauen Burckhardt aus d. walde bei Sanders erg.-wb. (1885) 583.
 
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twiesel, f., nebenform von zwiesel (s. dort unter 3 c u. vgl. twieselbeere u. -kirsche): traubenkirsche (prunus padus L.) ... hexenholz, druthenblüthe und twiesel in verschiedenen gegenden Deutschlands Metzger pflanzenkunde (1841) 795; Mensing 5, 221 bezeugt für das schlesw.-holst. twissel, twiesel 'doppeltes, sich verzweigendes, bes. doppelnusz'. — dazu: twieselbeere, f., 'im nd. für zwieselbeere' (Adelung 4 [1780] 1108; s. ferner unter zwieselbeere sowie unter quisselbeere teil 7, sp. 2378 u. quitzbeere ebda 2384): twisselbeeren können zu brandtewein gebraucht werden Hannov. magazin (1772) 1520; twieselbeere ... prunus padus L. et avium L. Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 385; Mensing schlesw.-holst. 5, 221 bezeugt twisselber wilde kirsche für Storm.
 
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twieselkirsche, f., vereinzelt für zwieselkirsche (s. dort): Metzger nennt als provinzialnamen (der traubenkirsche) ahlkirsche ... twieselkirsche Rossmässler wald (1863) 507.
 
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twiete, f., schmaler durchgang, enge strasze, gasse; wohl über adän. tvede auf anord. þveit (a piece of land, paddock Cleasby-Vigfusson 752, ebda auch öng-þveiti a narrow lane, strait) zurückgehend, ein zu anord. þveita 'hauen', ae. þwītan 'schneiden' gehöriges verbalabstraktum etwa mit der grundbedeutung 'eingeschnittenes, gerodetes' (vgl. anord. þveitr querhieb, einschnitt; norw. tveit querhieb, einschnitt, furche; graslichtung im walde oder zwischen felsen, rodung; dän. tvede landzunge, im ä.dän. auch 'streifen wiesenlandes' Falk-Torp 1302; schwed. tveta 'avsöndrade jordstycken', i vissa namn p tvet- 'röjning' Hellquist 31251), das auch ins englische (thwaite a piece of ground cleared from forest Murray 9, 2, 399; s. auch Falk-Torp a. a. o.) u. niederländische (duit < þveiti a kind of small coin, subdivision of an ounce, a fraction, cut-off piece Cleasby-Vigfusson a. a. o., s. auch Franckvan Wijk 141) gedrungen ist. twiete ist seit dem 14. jh.

[Bd. 22, Sp. 1956]


im nordwestdt. sprachgebiet nachweisbar u. bleibt im wesentlichen darauf beschränkt; dem entspricht die heutige mundartliche verbreitung, (s. auch Kretschmer wortgeogr. 493): twyte Richey id. Hamburg. 319; twite Krüger Emden 70; twiete Schütze holst. 3, 293; twiet Mensing schlesw.-holst. 5, 220; twit Mi mecklenb.-vorpomm. 96; twīte Woeste westf. 278; twēte Bauer-Collitz waldeck. 106; Martin ma. v. Rhoden 278; Damköhler Nordharz 197; Block Eilsdorf 99; twētje Fromme Hohenbostel (nieders.) 86 Alpers; twêtje, twechtje, twechte, twîtje (mit diminutivsuffix) Schambach Göttingen 238; im ostfries. als twenter (an ableitungen von twêne 'zwei' angelehnt) Doornkaat-Koolman 3, 454. — 'schmaler durchgang, enge strasze, gasse': Gevehardes tweyte (1375) urk.-b. d. st. Halberstadt 1, nr. 575 Schmidt (1400: Gheverdes twete ebda 4, 439); Brunstratentwiete (1484) W. Brehmer Lübecker straszennamen, hans. gesch. bll. (1879) nachr. s. XX; in den straten vnde den twyten der stad qu. d. 15. jhs. bei Schiller-Lübben 4, 648; die enge gäszlein (twiten) haben mehrentheils keine durchgänge Comenius janua (Hamburg 1638) § 617; ähnlich bei Ludwig: twite, ein enges gäszlein an alley or lane teutsch-engl. (1716) 2042; wer diese ... laute vernahm, dem ward zu mute, als röche er ... die twieten des Mönkedamms Heine s. w. 6, 368 Elster;

... die quiekendste weihnachtstrompete,
in der schmutzigsten twiete vom garstigsten rangen geblasen
Hebbel w. 8, 290 Werner;

langsam durchschritten sie den düstern, mit fliesen ausgelegten pesel, dessen hohe fenster nach einer engen sonnenlosen twiete hinauslagen Storm s. w. 4, 12 Köster; einer war aus dem leichenhause herausgekommen, in todesangst, so schnell er laufen konnte, eine 'tweete' hinab und war noch über die hecke gesprungen L. F. Werner aus einer vergessenen ecke (1913) 27; in einer engen twiete bei der Johannisstrasze Th. Mann Buddenbrooks (1904) 1, 86; er (Unrat) folgte den beiden proletariern und ihrem zu erschlieszenden sprachschatz durch mehrere kotige 'twieten' (Lübecks) H. Mann d. blaue engel (1950) 50. mundartlich ist twiete auch als 'schmaler weg zwischen zwei hecken' Bauer-Collitz u. Damköhler a. a. o., sowie als 'gang zwischen gärten' Woeste a. a. o. bezeugt.
 
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twing, m., twingen,vb., s. u. zwing, zwingen sowie bei V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 198ff.
 
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twirl, m., manubrium, s. quirl teil 7, sp. 2376, sowie bei V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 198ff. vereinzelt mit noch unverschobenem anlaut: twirl voc. rer. (15. jh., obd.), twirle Breslauer hs. voc. bei Diefenbach nov. gl. 246 s. v. manubrium.

 

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