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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
twalm bis twele (Bd. 22, Sp. 1954 bis 1955)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) twalm, m., 'betäubung', s. u. DWB dwalen teil 2, sp. 1776; dolm ebda 1229; tolm teil 11, 1, 1, sp. 649; qualm teil 7, sp. 2309 sowie bei V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 198—203.
 
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twalmenwurz, f., 'betäubende wurzel', in einer qu. d. 15. jhs. bezeugter pflanzenname (s.twalm): lolium twalmen wurtz bei Diefenbach gl. 642b.
 
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twalmig, adj., 'betäubt, von sinnen' (s. dwalmig teil 2, sp. 1776 u. qualmig teil 7, sp. 2311); vereinzelt im frühen nhd.: bistu aber tobende, wutende, twalmig oder anderswo one sinne, so verzeuch ackermann aus Böhmen 6 Bernt; etlich (leute beim ausbruch des vulkans) zableten, zitterten, warn gleich sam twelmig (vor angst), verdurben also, erstickten im rauch und aschen Aventin s. w. 4, 2, 837 bayer. akad.
 
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twalmtrank, m., 'einschläfernder, betäubender trank' (s. DWB dolmtrank teil 2, sp. 1232 u. vgl. mnd. dwel-, dwaldrank Schiller-Lübben 1, 610 sowie qualmtrunk teil 7, sp. 2311): nectar susz vel twalmtranck voc. rer. (15. jh., obd.) bei Diefenbach gloss. 377b.
 
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twalmwasser, n., wie twalmtrank (s. dort, sowie unter dolmwasser teil 2, sp. 1232): darumb er (der kranke) sich nicht erczneyen liesz, es wär dann sach, daz er (der arzt) im twalm wasser [!] zetrincken gäbe, domit er entschlieff und in solichem schlaf er in erczneyen möchte und das faul beyn ausznämen Arigo decamerone 301 lit. ver.; wie sy im on ir wissen an brunnen wasser stat het twalm wasser zetrincken geben ebda 307.
 
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twarg, m., formadius, s. o. quark teil 7, sp. 2316 u. zwarg teil 16, sp. 954. der ursprüngliche anlaut des seit dem 14. jh. im md. bezeugten slav. lehnworts twarc hält sich unverschoben bis ende des 15. jhs. (V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 [1951] 204), vereinzelt auch mundartlich, s. Frischbier pr. 1, 162 und E. Schwarz z. wortgeogr. tschech. lehnwörter i. d. dt. maa. in: germanoslavica 2 (1932/33) 235 u. 337.
 
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twatsch, adj., vereinzelt auch dwatsch (s. teil 2, sp. 1776) und quatsch (s. teil 7, sp. 2333 [3]), 'verdreht, verschroben, dumm, albern, närrisch'; von Walde-Pokorny 1, 839 über *dhedh- auf idg. dheu-dh- 'durcheinanderwirbeln, verwirren' zurückgeführt.besonders aus dem norddt. sprachgebiet bezeugt (dwatsk Doornkaat-Koolman ostfries. 1, 373; dwatsch, twatsch Mensing schlesw.-holst. 1, 973 u. 5, 213; dwatsch Kück Lüneburg 1, 400; Ziesemer pr. 2, 157; s. auch dt. wortgesch. 2 [1943] 301 Maurer-Stroh u. vgl. twatschland): die gute frau ist twatsch Hermes Sophiens reise 5 (1778) 199; der burggraf von Nürnberg, der kleine buckligte, der immer so twatsche einfälle hat Hebbel w. 3, 181 Werner; adverbiell: besinn' sie sich, Anne! sie schnackt ja ganz dwatsch J. G. Müller kom. romane 1 (21786) 16. —
 
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twatschland, n., gelegenheitsbildung zu twatsch (s. dort): kurz, ist viel jugend in Deutschland so (unwissend, dumm), so wird es bald das Twatschland genannt werden müssen Tieck (1816) in: Solger nachgel. schr. u. briefw. 1, 419 Tieck-Raumer.
 
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twatt, subst., wohl nebenform zu watt (s. teil 13, sp. 2599): twatte die weissen sandberge am meerufer, so die wellen abhalten Schottel haubtspr. (1663) 1020 anm.;

komm abwerts, wo man mag die weissen twatte sehn,
so länglich an der see in eilands ordnung stehn ebda 1005.

[Bd. 22, Sp. 1955]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) twe(h)le, f., 'zweig', s. u. DWB zweele teil 16, sp. 970 u. vgl. schwalenberg. twelen, f., gabelart Böger 166.
 
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twele, f., 'handtuch', s. DWB zwehle teil 16, sp. 970; quehle teil 7, sp. 2338; wehel teil 14, 1, sp. 69 u. vgl. das ins obersorb. entlehnte twjela 'groszes weiszes oder buntes handtuch' Bielfeldt d. dt. lehnwörter i. obersorb. (1933) 279.

 

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