Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tutzig bis twatsch (Bd. 22, Sp. 1953 bis 1954)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tutzig, adj., 'tölpisch, dumm', nebenform zu dutzig (s. teil 2, sp. 1774): wolte mich auch ... ein anderer lstern, dessen schwacher und tutziger verstand diese geheimnsse nicht begreiffen kan Phil. v. Zesen rosenmand (1651) A 10b;

meinstu, dasz ich bin so tuzig
und von keiner mode weisz?
traun' ich werde nicht bald stuzig,
und zu faul zu tapferm preysz
Knittel sinnenfrüchte (1677) 154.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twache, f., 'badezuber', s. u. DWB zwache teil 16, sp. 926 u. zwagen ebda 929.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twahen, vb., 'waschen', s. u. DWB zwagen teil 16, sp. 929, sowie bei K. v. Bahder z. wortwahl i. d. frühnhd. schriftspr. (1925) 75 u. V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 198ff.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twalch, m., seit dem frühen nhd. vereinzelt als pflanzenname gebucht (s. DWB tulch, o. sp. 1689, zwalch teil 16, sp. 932 u. vgl. DWB dort teil 2, sp. 1304 sowie turd, o. sp. 1848): dorten, durt, twalch oder tulch, latine 'lolium', ist auch ein vnkraut vnter den früchten, wächst auff dörren wiesen an reynen, auch auff strohtächern, hat stro vnd äher dem habern gleich vnd ist ohn kern Lonicerus onomast. plantarum (1555) 528; festuca ... haberkraut, twalch Tabernaemontanus new. vollk. kräuterbuch (1694) bei Diefenbach gl. 232a; twalch, twelch ... avena fatua, lolium temulentum, bromus secalinus L. Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 385; ferner Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 528 f., 680. aus neuerer zeit besonders für das nd. bezeugt (s. auch Adelung 4 [1780] 1108): twalch, tulch, trespe eine art unkraut, lolium brem.-nieders. wb. 5 (1771) 135; twalch

[Bd. 22, Sp. 1954]


ist das, was man sonst 'trespe' oder 'taubkorn' nennt, oder auch 'lolch, lolium Linn.' Hennig pr. (1785) 281; dwalch, twalch, m., in Natangen dwalk, dwelk, twelk ... bromus secalinus L., roggentrespe, taumellolch, dort Ziesemer pr. 2, 156. — dazu: twalchweizen, m., vereinzelt im frühen nhd. (s. auch Fischer schwäb. 2, 522, sowie teil 16, sp. 932 s. v. zwalchweizen): juraia ... lulch, trespe, walch-tr., twalchweitzen Tabernaemontanus new. vollk. kräuterbuch (1588) 676; lolium twalchwaitzen, lulch, lolch, dort Megiser pol. (1603) 1, 812b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twalm, m., 'betäubung', s. u. DWB dwalen teil 2, sp. 1776; dolm ebda 1229; tolm teil 11, 1, 1, sp. 649; qualm teil 7, sp. 2309 sowie bei V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 198—203.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twalmenwurz, f., 'betäubende wurzel', in einer qu. d. 15. jhs. bezeugter pflanzenname (s.twalm): lolium twalmen wurtz bei Diefenbach gl. 642b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twalmig, adj., 'betäubt, von sinnen' (s. dwalmig teil 2, sp. 1776 u. qualmig teil 7, sp. 2311); vereinzelt im frühen nhd.: bistu aber tobende, wutende, twalmig oder anderswo one sinne, so verzeuch ackermann aus Böhmen 6 Bernt; etlich (leute beim ausbruch des vulkans) zableten, zitterten, warn gleich sam twelmig (vor angst), verdurben also, erstickten im rauch und aschen Aventin s. w. 4, 2, 837 bayer. akad.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twalmtrank, m., 'einschläfernder, betäubender trank' (s. DWB dolmtrank teil 2, sp. 1232 u. vgl. mnd. dwel-, dwaldrank Schiller-Lübben 1, 610 sowie qualmtrunk teil 7, sp. 2311): nectar susz vel twalmtranck voc. rer. (15. jh., obd.) bei Diefenbach gloss. 377b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twalmwasser, n., wie twalmtrank (s. dort, sowie unter dolmwasser teil 2, sp. 1232): darumb er (der kranke) sich nicht erczneyen liesz, es wär dann sach, daz er (der arzt) im twalm wasser [!] zetrincken gäbe, domit er entschlieff und in solichem schlaf er in erczneyen möchte und das faul beyn ausznämen Arigo decamerone 301 lit. ver.; wie sy im on ir wissen an brunnen wasser stat het twalm wasser zetrincken geben ebda 307.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twarg, m., formadius, s. o. quark teil 7, sp. 2316 u. zwarg teil 16, sp. 954. der ursprüngliche anlaut des seit dem 14. jh. im md. bezeugten slav. lehnworts twarc hält sich unverschoben bis ende des 15. jhs. (V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 [1951] 204), vereinzelt auch mundartlich, s. Frischbier pr. 1, 162 und E. Schwarz z. wortgeogr. tschech. lehnwörter i. d. dt. maa. in: germanoslavica 2 (1932/33) 235 u. 337.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twatsch, adj., vereinzelt auch dwatsch (s. teil 2, sp. 1776) und quatsch (s. teil 7, sp. 2333 [3]), 'verdreht, verschroben, dumm, albern, närrisch'; von Walde-Pokorny 1, 839 über *dhedh- auf idg. dheu-dh- 'durcheinanderwirbeln, verwirren' zurückgeführt.besonders aus dem norddt. sprachgebiet bezeugt (dwatsk Doornkaat-Koolman ostfries. 1, 373; dwatsch, twatsch Mensing schlesw.-holst. 1, 973 u. 5, 213; dwatsch Kück Lüneburg 1, 400; Ziesemer pr. 2, 157; s. auch dt. wortgesch. 2 [1943] 301 Maurer-Stroh u. vgl. twatschland): die gute frau ist twatsch Hermes Sophiens reise 5 (1778) 199; der burggraf von Nürnberg, der kleine buckligte, der immer so twatsche einfälle hat Hebbel w. 3, 181 Werner; adverbiell: besinn' sie sich, Anne! sie schnackt ja ganz dwatsch J. G. Müller kom. romane 1 (21786) 16. —

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: