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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tütvogelmoor bis twalmwasser (Bd. 22, Sp. 1953 bis 1954)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tütvogelmoor, n., gelegenheitsbildung zu tütvogel (s. dort):

auf dem tütvogelmoor, im wollgrasmeer
arbeitet Peter Hans Christian Schmeer
D. v. Liliencron s. w. (1896) 9, 143, ebda 4, 35 auch tütmoor.


 
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tütze, f., 'mamilla', nebenform zu tutte (s. dort u. vgl. thür. tütz, m. Hertel 249; pfälz. dötz Autenrieth 35, rhein. detz, ditz rhein. wb. 1, 1327 u. 1376 sowie henneb. tützen an der brust trinken Reinwald 176): sie (die weiber) haben lange ttzen, welche etlichen wie ein lederner sack auf den bauch herabhangen Abelin hist. antipodum (1631) 510.
 
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tutzig, adj., 'tölpisch, dumm', nebenform zu dutzig (s. teil 2, sp. 1774): wolte mich auch ... ein anderer lstern, dessen schwacher und tutziger verstand diese geheimnsse nicht begreiffen kan Phil. v. Zesen rosenmand (1651) A 10b;

meinstu, dasz ich bin so tuzig
und von keiner mode weisz?
traun' ich werde nicht bald stuzig,
und zu faul zu tapferm preysz
Knittel sinnenfrüchte (1677) 154.


 
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twache, f., 'badezuber', s. u. DWB zwache teil 16, sp. 926 u. zwagen ebda 929.
 
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twahen, vb., 'waschen', s. u. DWB zwagen teil 16, sp. 929, sowie bei K. v. Bahder z. wortwahl i. d. frühnhd. schriftspr. (1925) 75 u. V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 198ff.
 
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twalch, m., seit dem frühen nhd. vereinzelt als pflanzenname gebucht (s. DWB tulch, o. sp. 1689, zwalch teil 16, sp. 932 u. vgl. DWB dort teil 2, sp. 1304 sowie turd, o. sp. 1848): dorten, durt, twalch oder tulch, latine 'lolium', ist auch ein vnkraut vnter den früchten, wächst auff dörren wiesen an reynen, auch auff strohtächern, hat stro vnd äher dem habern gleich vnd ist ohn kern Lonicerus onomast. plantarum (1555) 528; festuca ... haberkraut, twalch Tabernaemontanus new. vollk. kräuterbuch (1694) bei Diefenbach gl. 232a; twalch, twelch ... avena fatua, lolium temulentum, bromus secalinus L. Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 385; ferner Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 528 f., 680. aus neuerer zeit besonders für das nd. bezeugt (s. auch Adelung 4 [1780] 1108): twalch, tulch, trespe eine art unkraut, lolium brem.-nieders. wb. 5 (1771) 135; twalch

[Bd. 22, Sp. 1954]


ist das, was man sonst 'trespe' oder 'taubkorn' nennt, oder auch 'lolch, lolium Linn.' Hennig pr. (1785) 281; dwalch, twalch, m., in Natangen dwalk, dwelk, twelk ... bromus secalinus L., roggentrespe, taumellolch, dort Ziesemer pr. 2, 156. — dazu: twalchweizen, m., vereinzelt im frühen nhd. (s. auch Fischer schwäb. 2, 522, sowie teil 16, sp. 932 s. v. zwalchweizen): juraia ... lulch, trespe, walch-tr., twalchweitzen Tabernaemontanus new. vollk. kräuterbuch (1588) 676; lolium twalchwaitzen, lulch, lolch, dort Megiser pol. (1603) 1, 812b.
 
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twalm, m., 'betäubung', s. u. DWB dwalen teil 2, sp. 1776; dolm ebda 1229; tolm teil 11, 1, 1, sp. 649; qualm teil 7, sp. 2309 sowie bei V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 198—203.
 
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twalmenwurz, f., 'betäubende wurzel', in einer qu. d. 15. jhs. bezeugter pflanzenname (s.twalm): lolium twalmen wurtz bei Diefenbach gl. 642b.
 
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twalmig, adj., 'betäubt, von sinnen' (s. dwalmig teil 2, sp. 1776 u. qualmig teil 7, sp. 2311); vereinzelt im frühen nhd.: bistu aber tobende, wutende, twalmig oder anderswo one sinne, so verzeuch ackermann aus Böhmen 6 Bernt; etlich (leute beim ausbruch des vulkans) zableten, zitterten, warn gleich sam twelmig (vor angst), verdurben also, erstickten im rauch und aschen Aventin s. w. 4, 2, 837 bayer. akad.
 
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twalmtrank, m., 'einschläfernder, betäubender trank' (s. DWB dolmtrank teil 2, sp. 1232 u. vgl. mnd. dwel-, dwaldrank Schiller-Lübben 1, 610 sowie qualmtrunk teil 7, sp. 2311): nectar susz vel twalmtranck voc. rer. (15. jh., obd.) bei Diefenbach gloss. 377b.
 
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twalmwasser, n., wie twalmtrank (s. dort, sowie unter dolmwasser teil 2, sp. 1232): darumb er (der kranke) sich nicht erczneyen liesz, es wär dann sach, daz er (der arzt) im twalm wasser [!] zetrincken gäbe, domit er entschlieff und in solichem schlaf er in erczneyen möchte und das faul beyn ausznämen Arigo decamerone 301 lit. ver.; wie sy im on ir wissen an brunnen wasser stat het twalm wasser zetrincken geben ebda 307.

 

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