Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tüttlichkeit bis twalmenwurz (Bd. 22, Sp. 1953 bis 1954)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tüttlichkeit, f., kleinigkeitskrämerei, zimperliches, umständliches getue (vgl. tüttelig): das cholerische element in meiner natur drängt sich bei dem kinderschrein, hundewinseln und der tüttlichkeit (wie der vater zu sagen pflegte) der wärterin wieder sehr in den vordergrund (26. 8. 1848) Bismarck br. a. schwester u. schwager 57 Kohl.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tutursel, f., metaphorische bezeichnung der 'eule' (über den mythologischen hintergrund s. u. tuten A 2, sowie teil 2, sp. 1768 s. v. dutosel): die tutursel fliegt (der wilden jagd) voran W. Raabe schüdderump (1870) 1, 186.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
t(ü)tvogel, m., 'charadrius pluvialis' Brehm tierl. 6, 65 P.-L.; s. auch teil 2, sp. 1773 s. v. dütvogel u. vgl. 2tüte u. tüter:

im herbst fliegt der tütvogel, wie hört' ich ihn gerne,
über mein dunkel im dämmer der sterne
D. v. Liliencron s. w. (1896) 7, 103;

(wir fuhren) über das Brunsoher moor durch ein meer von wollgräsern, wo der schwermütige tutvogel vom sumpfe her lockt Timm Kröger wohnung d. glücks (1897) 130; dort (in der bruchwiese) voltigirte eine himmelsziege (s. teil 4, 2, sp. 1368) in der luft, ein tütvogel ders., flitterwochen in: Nord-Ostseezeitg. (1899) 323. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tütvogelmoor, n., gelegenheitsbildung zu tütvogel (s. dort):

auf dem tütvogelmoor, im wollgrasmeer
arbeitet Peter Hans Christian Schmeer
D. v. Liliencron s. w. (1896) 9, 143, ebda 4, 35 auch tütmoor.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tütze, f., 'mamilla', nebenform zu tutte (s. dort u. vgl. thür. tütz, m. Hertel 249; pfälz. dötz Autenrieth 35, rhein. detz, ditz rhein. wb. 1, 1327 u. 1376 sowie henneb. tützen an der brust trinken Reinwald 176): sie (die weiber) haben lange ttzen, welche etlichen wie ein lederner sack auf den bauch herabhangen Abelin hist. antipodum (1631) 510.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tutzig, adj., 'tölpisch, dumm', nebenform zu dutzig (s. teil 2, sp. 1774): wolte mich auch ... ein anderer lstern, dessen schwacher und tutziger verstand diese geheimnsse nicht begreiffen kan Phil. v. Zesen rosenmand (1651) A 10b;

meinstu, dasz ich bin so tuzig
und von keiner mode weisz?
traun' ich werde nicht bald stuzig,
und zu faul zu tapferm preysz
Knittel sinnenfrüchte (1677) 154.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twache, f., 'badezuber', s. u. DWB zwache teil 16, sp. 926 u. zwagen ebda 929.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twahen, vb., 'waschen', s. u. DWB zwagen teil 16, sp. 929, sowie bei K. v. Bahder z. wortwahl i. d. frühnhd. schriftspr. (1925) 75 u. V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 198ff.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twalch, m., seit dem frühen nhd. vereinzelt als pflanzenname gebucht (s. DWB tulch, o. sp. 1689, zwalch teil 16, sp. 932 u. vgl. DWB dort teil 2, sp. 1304 sowie turd, o. sp. 1848): dorten, durt, twalch oder tulch, latine 'lolium', ist auch ein vnkraut vnter den früchten, wächst auff dörren wiesen an reynen, auch auff strohtächern, hat stro vnd äher dem habern gleich vnd ist ohn kern Lonicerus onomast. plantarum (1555) 528; festuca ... haberkraut, twalch Tabernaemontanus new. vollk. kräuterbuch (1694) bei Diefenbach gl. 232a; twalch, twelch ... avena fatua, lolium temulentum, bromus secalinus L. Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 385; ferner Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 528 f., 680. aus neuerer zeit besonders für das nd. bezeugt (s. auch Adelung 4 [1780] 1108): twalch, tulch, trespe eine art unkraut, lolium brem.-nieders. wb. 5 (1771) 135; twalch

[Bd. 22, Sp. 1954]


ist das, was man sonst 'trespe' oder 'taubkorn' nennt, oder auch 'lolch, lolium Linn.' Hennig pr. (1785) 281; dwalch, twalch, m., in Natangen dwalk, dwelk, twelk ... bromus secalinus L., roggentrespe, taumellolch, dort Ziesemer pr. 2, 156. — dazu: twalchweizen, m., vereinzelt im frühen nhd. (s. auch Fischer schwäb. 2, 522, sowie teil 16, sp. 932 s. v. zwalchweizen): juraia ... lulch, trespe, walch-tr., twalchweitzen Tabernaemontanus new. vollk. kräuterbuch (1588) 676; lolium twalchwaitzen, lulch, lolch, dort Megiser pol. (1603) 1, 812b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twalm, m., 'betäubung', s. u. DWB dwalen teil 2, sp. 1776; dolm ebda 1229; tolm teil 11, 1, 1, sp. 649; qualm teil 7, sp. 2309 sowie bei V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 198—203.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
twalmenwurz, f., 'betäubende wurzel', in einer qu. d. 15. jhs. bezeugter pflanzenname (s.twalm): lolium twalmen wurtz bei Diefenbach gl. 642b.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: