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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tuschstil bis tuseln (Bd. 22, Sp. 1930 bis 1931)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tuschstil, m., künstlerische gestaltungsweise des tuschens: er (Sesson) bringt ein geradezu dramatisches leben in die malerei des tuschstils ausstellg. altjapan. kunst (1939), katal. 103. —
 
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tuschstück, n., täfelchen getrockneter und gepreszter tusche (s. u.tuschkästchen): die auf tuschstücken befindlichen schnörkeleien verbürgen nicht die echtheit (chinesischer tusche) Mothes ill. baulex. 2 (1882) 47. —
 
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tuschton, m., farbton (der tusche): auf den punkten, wo schlagschatten eintritt, wird ... ein ... stärkerer tuschton verwendet Mothes ill. baulex. 4 (1884) 116; auch in der glasmalerei gebraucht: bei profanbauten kommen noch die ornamentfenster in tuschton mit gold ... zur anwendung Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 694.
 
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tuschung, f. , abstractum zu 1tuschen.
1) 'kolorierung bzw. schattierung mit tusche':

man musz nicht iedes stuck mit farben gar follenden;
der freye fder-risz und tuschung steht auch wol
Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch (1647) 82;

tuschung, tuschirung ... toccamento, ritoccamento Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b;

deiner augenbrau'n umbuschung,
unbedürftig schwarzer tuschung,
schattet wie ein wald auf höhn
Rückert ges. poet. w. 6 (1882) 154.


2) vereinzelt auch 'verheimlichung, vertuschung' (zu 2tuschen 1 c): tuschung concealing Ludwig teutsch-engl. (1716) 2042.
 
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tuschwerk, n., malerei, gemälde in tusche, vgl. DWB malwerk teil 6, sp. 1513; vereinzelt in älterer sprache: die reisz- vnd tuschwerck aber, zwar mit einer eintzigen farb durchausz angezeigt (dargestellt), aber vollkommenlich mit allen nothwendigen vertieffungen vnd verhhungen nach dem grndlichen abrisz auszgearbeit. denen gleich sein die jetzigen auszerleszne schne kupfferstich, so gleich einem tuschwerck mit weisz vnnd schwartz gar zierlich gestochen Guarinonius grewel der verwüstung (1610) 185; bildlich:

das tuschwerk dieser welt, der ungewisse schimmer,
verfhret ferner ihr verklrtes auge nicht
H. A. v. Abschatz ged. (1704) 3, 33.


 
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tuschzeichnung, f., mit tusche angefertigte bzw. überarbeitete zeichnung (s. tuschezeichnung s. v. 1tusche C): doch endlich, durch das fortwährende pinseln, geriet ich hinter das geheimnis, und nun fertigte ich in einem fixen jargon eine menge tuschzeichnungen an, ein blatt ums andere G. Keller ges. w. 1 (1889) 272; schon in seinem fünften lebensjahre machte Robert kleine tuschzeichnungen B. Auerbach lebensskizze z. Robert Reinicks liedern (1881) IX; da sind zunächst, aus früherer zeit, tuschzeichnungen (Rodins) mit überraschend starken licht- und schattenwirkungen Rilke ges. w. (1927) 4, 342.
 
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tusculanisch, adj., gelegenheitsbildung zur übersetzung des lat. tusculānus: mir ist endlich auch eine anmerkung über des hrn. professors ... übrige schriften, aus des Cicero erstem buche seiner tusculanischen fragen (disputationes Tusculanae) beygefallen Liscow satyr. u. ernsth. schr. (1739) 741; ich gebe ihm Ciceros tuskulanische unterredungen W. Raabe s. w. I 6, 405 Klemm.
 
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tusculum, n., Ciceros landgut bei (dem südöstlich vor Rom gelegenen) Tusculum; vereinzelt für einen ruhigen, der groszstadt abgelegenen landsitz schlechthin gebraucht (so auch im schwed., s. Hellquist 31247 f.); das aus humanistischer tradition stammende wort (s. dt. wortgesch. 2 [1943] 12 Maurer-Stroh) bleibt im wesentlichen auf eine gehobene stilschicht beschränkt:

mir gefällt des freundes entschlusz, der dem kerker der
entronnen, sich sein tusculum erwählt mauern
Herder bei
Hufeland kunst d. menschl. leben z. verlängern (1797) 567;

[Bd. 22, Sp. 1931]


dennoch war ich überglücklich (über den kauf des landgutes), und die aussicht auf mein künftiges kleines tuskulum machte mir alles leicht (14. 12. 1843) A. v. Droste-Hülshoff br. 2, 240 Schulte-K.; in diesem tusculum nun wird gelebt und eine schönheitswelt gebaut Stifter s. w. 1 (1904) 67. dann auch sonst für einen asylartigen aufenthaltsort verschiedener art: und wenn nun der besitzer (des gartens), in der mitte des kreuzweges stehend, den seelenzufriedenen blick über sein tuskulum gleiten läszt Gaudy s. w. (1844) 10, 53; sein (des leutnants) ... offizielles 'zu hause' befand sich in belebter gegend der stadt, mitten unter den wohnungen der kameraden ...; von seinem stillen zufluchtsort (möbliertes zimmer in ruhigem vorort) wuszte ... niemand ...; je näher die sonst ersehnte stunde rückte, welche ihn gewöhnlich dem städtischen tuskulum zuführte, desto bänger schlug sein herz Holtei erz. schr. 7 (1861) 169 u. 178; wie hübsch war es doch, dasz er sein kabinett mit den nebenräumen, mit seinen büchern, den naturwissenschaftlichen geräten ... hier im anbau des uralten hauses haben konnte, als ein wahres museum, ein würdiges tuskulum! qu. v. j. 1938; bildlich: da hiesz es denn, sich in sicherheit bringen; da hiesz es, nach einem plätzchen auslugen, wo man ungefähr in der mitte war zwischen den zwei rasenden brandherden (der welt) links und rechts; ein tuskulum konnte es nicht sein, höchstens ein versteckter beobachterposten Wassermann fall Maurizius (1928) 373.
 
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tuse, adj., still, schüchtern, vereinzelt für dus(e) (s. teil 2, sp. 1756): was mein Hanepich, gott hab ihn selig, zu forsch war, das ist dein vater zu tuse Holtei erz. schr. 25 (1862) 220.
 
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tuseln, vb., schlagen, ohrfeigen (s. DWB duseln teil 2, sp. 1759 u. vgl. 3tuschen): du sakramentischer hallunke, hast dich bisher unnütze gemacht, butz, butz, tuselt und schmeisst ihn um den kopf, dass ihm die nase blutet Zach. Allert tageb. a. d. j. 1627, 50.
 
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tuseln, tusen, vb., 'zausen', im nd. für hd. zuseln (s. teil 16, 6, sp. 824), zauseln (s. teil 15, 3, sp. 419) und zausen (ebda): tuseln Richey id. Hamburg. (1755) 317; brem.-nieders. 5 (1771) 133; tûseln, tûsn Danneil altmärk.-plattdt. 229; tusen Flemes Kalenberg (Hannov. gesch.-bll. 20) 371; Mi mecklenb.-vorpomm. 95; t(û)seln, t(û)sen Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 449; tuseln, tusen Mensing schlesw.-holst. 185; tüseln, tusen, tuustern Böning Oldenburg 120. daneben findet sich (wohl als kurzform zu tuseln) gleichbedeutendes tuln, tulen: tulen brem.-nieders. a. a. o. 127 (vgl. Richey a. a. o. 427); tûln Danneil a. a. o.; tulen, tiulen Flemes a. a. o.; tûlen Schambach Göttingen 236; tulen Mi a. a. o.; tulen neben tudeln Mensing a. a. o. 177.

 

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