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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tuschschälchen bis tusculanisch (Bd. 22, Sp. 1929 bis 1930)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tuschschälchen, n., wie tuschschale: ein ... stein-gesicht ... aus tuschschälchen mühsam zusammen zu lecken, verstundest du (Hogarth) wohl so gut als sie (kritiker) Lichtenberg erkl. d. Hogarthischen kupferst. (1794) 2, 79; ein kleines tuschschälchen (muszte) unsern federn tränke geben G. W. Keszler br. (1810) 124. —
 
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tuschschale, f., schalenartiger behälter der (tusch-) farbe (s. DWB tuschschälchen u. tuscheschale s. v. 1tusche C, vgl.tuschmuschel): da ich, anstatt bescheiden mit dem stifte anzufangen, sogleich mit den angewöhnten tuschschalen, wasserglas und pinsel hinausging und bestrebt war, ganze blätter in allen vier ecken bildartig anzufüllen Keller ges. w. 1 (1889) 277; bildlich: ach, unsere fruchtstücke sind unsere früchte, unsere tuschschalen sind unsere zuckerdosen Jean Paul w. 6, 122 Hempel.
 
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tuschschatten, m., schattierung mit (tusch-) farbe: (es) war Hubers frische, runde und markige manier im zeichnen mit rothstein der schönsten eine und für augen der jugend weit anlockender, als das ängstlich genaue zeichnen bloszer umrisse mit leichten tuschschatten Ulr. Hegner ges. schr. 5 (1830) 39. —
 
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tuschskizze, f., mit tusche skizzierte zeichnung: tusch-, schwarzkreide-, feder-, rothstein- und bleystiftskizzen Matthisson schr. 4 (1835) 196; was ganze derbe fülle des lebens ist, hat ... Grünewald in jenen markigen tuschskizzen gezeigt,

[Bd. 22, Sp. 1930]


durch die er einst als eines unsrer kräftigsten talente in der Stuttgarter akademie sich hervorthat Fr. Th. Vischer krit. gänge, neue folge 1 (1860) 28. —
 
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tuschstil, m., künstlerische gestaltungsweise des tuschens: er (Sesson) bringt ein geradezu dramatisches leben in die malerei des tuschstils ausstellg. altjapan. kunst (1939), katal. 103. —
 
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tuschstück, n., täfelchen getrockneter und gepreszter tusche (s. u.tuschkästchen): die auf tuschstücken befindlichen schnörkeleien verbürgen nicht die echtheit (chinesischer tusche) Mothes ill. baulex. 2 (1882) 47. —
 
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tuschton, m., farbton (der tusche): auf den punkten, wo schlagschatten eintritt, wird ... ein ... stärkerer tuschton verwendet Mothes ill. baulex. 4 (1884) 116; auch in der glasmalerei gebraucht: bei profanbauten kommen noch die ornamentfenster in tuschton mit gold ... zur anwendung Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 694.
 
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tuschung, f. , abstractum zu 1tuschen.
1) 'kolorierung bzw. schattierung mit tusche':

man musz nicht iedes stuck mit farben gar follenden;
der freye fder-risz und tuschung steht auch wol
Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch (1647) 82;

tuschung, tuschirung ... toccamento, ritoccamento Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b;

deiner augenbrau'n umbuschung,
unbedürftig schwarzer tuschung,
schattet wie ein wald auf höhn
Rückert ges. poet. w. 6 (1882) 154.


2) vereinzelt auch 'verheimlichung, vertuschung' (zu 2tuschen 1 c): tuschung concealing Ludwig teutsch-engl. (1716) 2042.
 
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tuschwerk, n., malerei, gemälde in tusche, vgl. DWB malwerk teil 6, sp. 1513; vereinzelt in älterer sprache: die reisz- vnd tuschwerck aber, zwar mit einer eintzigen farb durchausz angezeigt (dargestellt), aber vollkommenlich mit allen nothwendigen vertieffungen vnd verhhungen nach dem grndlichen abrisz auszgearbeit. denen gleich sein die jetzigen auszerleszne schne kupfferstich, so gleich einem tuschwerck mit weisz vnnd schwartz gar zierlich gestochen Guarinonius grewel der verwüstung (1610) 185; bildlich:

das tuschwerk dieser welt, der ungewisse schimmer,
verfhret ferner ihr verklrtes auge nicht
H. A. v. Abschatz ged. (1704) 3, 33.


 
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tuschzeichnung, f., mit tusche angefertigte bzw. überarbeitete zeichnung (s. tuschezeichnung s. v. 1tusche C): doch endlich, durch das fortwährende pinseln, geriet ich hinter das geheimnis, und nun fertigte ich in einem fixen jargon eine menge tuschzeichnungen an, ein blatt ums andere G. Keller ges. w. 1 (1889) 272; schon in seinem fünften lebensjahre machte Robert kleine tuschzeichnungen B. Auerbach lebensskizze z. Robert Reinicks liedern (1881) IX; da sind zunächst, aus früherer zeit, tuschzeichnungen (Rodins) mit überraschend starken licht- und schattenwirkungen Rilke ges. w. (1927) 4, 342.
 
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tusculanisch, adj., gelegenheitsbildung zur übersetzung des lat. tusculānus: mir ist endlich auch eine anmerkung über des hrn. professors ... übrige schriften, aus des Cicero erstem buche seiner tusculanischen fragen (disputationes Tusculanae) beygefallen Liscow satyr. u. ernsth. schr. (1739) 741; ich gebe ihm Ciceros tuskulanische unterredungen W. Raabe s. w. I 6, 405 Klemm.

 

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