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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tuschkästchen bis tuschpinsel (Bd. 22, Sp. 1928 bis 1929)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tuschkästchen, n., wie tuschkasten (s. dort): ich merkte mir (in dem museum) zwei chinesische tuschkästchen, wo auf den stücken (farbtäfelchen, s. u. tuschstück) des einen die ganze zucht der seidenwürmer, auf dem andern der reisbau vorgestellt ist Göthe I 31, 6 W.; da setzten wir uns hinter unsere tuschkästchen, illuminirten kleine landschaften Immermann w. 18, 68 Hempel.
 
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tuschkasten, m., 'farbkasten' (zu 1tuschen A 1 b bzw. 2): (die katzen) wurden ausgeschnitten und aus dem tuschkasten sauber angemalt Storm s. w. 3 (1898) 194; tuschkasten boîte ... à couleurs Krebs techn. wb. 7, 3 (1932) 161. bildlich: von einem hab' ich gehört, er könne nur in blau leben und in rot schlafen. ei, da bin ich doch besser dran, ich sage dir, ich schlafe den ganzen tuschkasten durch Fontane ges. w. (1920) II 3, 364. —
 
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tuschkastenkünstler, m., gelegenheitsbildung bei Gutzkow: bilderbogen zum ausmalen für Nürnberger tuschkastenkünstler ges. w. (1872) 9, 251. —
 
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tuschlinie, f., mit tusche gezogener farbstrich: der Besenrodaer bahnhof war (auf der landkarte) durch ein sechsfaches system roter tuschlinien mit dem Schottenhaus verbunden Kluge Kortüm (1938) 65; mit zarten kunstvollen tuschlinien (wird) die haltung der figuren lebendig gestaltet ausstellg. altjapan. kunst (1939), katal. 73. —
 
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tuschmaler, m., vereinzelt lexikographisch bezeugt: tusch-mahler pittore in chiar' oscuro Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 13b. —
 
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tuschmalerei, f., pinselzeichnung mit schwarzer tusche (Brockhaus 19 [1934] 211): ein zweites verdienst ist, dasz er (Motonobu) die tuschmalerei ... als berufsmaler übernimmt und technisch fortbildet ausstellg. altjapan. kunst (1939), katal. 105.
 
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tuschmanier, f. , terminus der graphischen gewerbe.
a) das überarbeiten einer nur in umrissen angelegten zeichnung mit tuschfarben, die zur einfarbigen schattierung mit dem pinsel aufgetragen werden (d. gr. Brockhaus 19 [1934] 211): er hatte ... hauptsächlich die zeit mit landschaftszeichnen hingebracht ... in der tuschmanier behauptet er eine vorzügliche stärke Matthisson schr. 5 (1835) 338; zeichnungen in brauner tuschmanier Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 13, 52; tuschmanier ... dessin au lavis, trägt die schattenfläche mit dem tuschpinsel, leichte schatten unter verwaschen mit dem wasserpinsel auf Mothes ill. baulex. 4 (1884) 385; bildlich: nein, das ist das stetige gesetz, dasz sie (die frauen) in tuschmanier

[Bd. 22, Sp. 1929]


zeichnen, während die männer in stahl stechen Gutzkow ges. w. 11 (1879) 22.
b) (jetzt veraltetes) verfahren der kupferstechkunst, 'aquatintamanier' (s. Meyers konv.-lex. 11 [1905] 842): doch sind von ihm (Joh. Heinr. Troll) späterhin mehrere in tuschmanier gearbeitete kupferblätter mit italiänischen aussichten erschienen Ulr. Hegner ges. schr. 5 (1830) 110; wenn nicht Geiger die zeichnungen macht und Axmann sie sticht (ohne tuschmanier aber), so lassen wir meine bücher lieber ohne solche in die welt gehen (12. 1. 1853) Stifter br. 2, 4 Aprent.
c) terminus der galvanographie: hierher gehört ... die ...methode zur erzeugung galvanoplastischer druckplatten für zeichnungen in tuschmanier Karmarsch-Heeren techn. wb. 3 (1878) 236; die galvanographisch hergestellte platte liefert abdrücke in tuschmanier Muspratt chemie 3 (1891) 759.
d) 'schummerung, wisch-, laviermanier', 'verfahren der kartographie, durch abtönen (lavieren) der geländeformen einen plastischen eindruck zu erzielen' d. gr. Brockhaus 17 (1934) 61.
 
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tuschmuschel, f., 'muschelartiger behälter der (tusch-) farbe', vereinzelt bei Göthe: ich schreibe dir noch aus der tusch muschel (!), aus welcher gezeichnet worden ist IV 8, 53 W.; verzeiht, wenn ich mit einer stumpfen feder aus einer tuschmuschel, aus der mein gefährte die umrisse nachzieht, dieses hinkritzle (3. 4. 1787) ebda I 31, 92. —
 
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tuschnapf, m., 'farbbehälter' (s. DWB tuschnäpfchen u. vgl. DWB tuschmuschel u. tuschschale): reiszzeug ... enthält ... zwei kleine tuschnäpfe Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 7, 10; ein ... tuschnapf und ein blatt weisses papier Heinr. Seidel vorstadt-gesch. (1907) 103; tuschnapf colour-cup Krebs techn. wb. 1 (1908) 129. —
 
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tuschnäpfchen, n., wie tuschnapf: (ein ausführliches buch über baukunst,) wo die verfertigung der risse so deutlich und umstndlich beschrieben wird, dasz auch die dimensionen der tuschnpfgen und die anzahl der tropfen wasser, die man zu lutertusch, ausziehetusch und druckertusch nehmen musz, nicht vergessen sind allg. dt. bibl. 5, 2 (1767) 167; tuschnäpfchen colour-cup, godet Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 783. —
 
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tuschpinsel, m., 'pinsel zum kolorieren bzw. schattieren (tuschen)': tusch-pensel, m., pennello à toccare ò ritoccare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b; doch fand ich selbst einen ausweg, als ich erklärte, eine kleine sammlung groszer kupferstiche mit meinem tuschpinsel vornehmen zu wollen Keller ges. w. 1 (1889) 273; tuschpinsel inkbrush, pinceau ... à lavec Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 783, s. auch unter tuschmanier (a) u. vgl. DWB tuschierpinsel. —

 

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