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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tuschieren bis tuschmalerei (Bd. 22, Sp. 1927 bis 1928)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tuschieren, vb., kolorieren, schattieren; auf frz. toucher 'streichend berühren, farbe auftragen' zurückgehend. tuschieren setzt sich jedoch gegenüber 1tuschen als der geläufigeren entlehnungsform (s. dort) nicht durch und behauptet sich lediglich in der komposition (re-tuschieren).

[Bd. 22, Sp. 1928]


'kolorieren bzw. schattieren' (zur sachgeschichte vgl. Berger d. techn. d. aquarellmalerei [1923] 5 u. J. Meder d. handzeichnung, ihre technik u. entwicklung [1923] 51; 359): hab acht dass du ein jedliche farb schättigst mit einer farb, die sich dorzu vergeleich; ... so du ein soliche (zweifarbige) seiden molst und mit einer farb tuschirst, als ein braun mit dem blo, so musst du das blo noch mit eim sätteren blo absetzen ... so muss kein farb im tuschiren aus ihrer art kummen (1513) Dürer schriftl. nachlasz 325 Heidrich-Wölfflin; etlicher grosser 4 geflgelter wrmer flgel sind mit schwartzen flecken und mackeln artig touschiret durch und durch Chr. Lehmann histor. schaupl. (1699) 642; tuschen, tuschiren toccare, ritoccare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b.
 
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tuschieren, vb., gelegenheitsbildung zu 1tusch, 'hoch leben lassen': man tuschirte so lange noch thaler in der tasche der gefeierten waren K. Friedrich vierzig jahre 3 (1849) 277.
 
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tuschierer, m., s. unter 1tuscher.
 
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tuschierpinsel, m., vereinzelt statt des üblicheren tuschpinsel (s. dort): tuschir-pensel pennello da toccare ò ritoccare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 189a; darnach berstreiche das gemhlde mit einem tuschier-pensel J. J. Rembold d. ntzl. u. knstl. papier (ca. 1740) 57.
 
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tuschierung, f., nomen actionis zu 2tuschieren; vereinzelt lexikalisch bezeugt: tuschung, tuschirung ... toccamento, ritoccamento Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b.
 
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tuschkästchen, n., wie tuschkasten (s. dort): ich merkte mir (in dem museum) zwei chinesische tuschkästchen, wo auf den stücken (farbtäfelchen, s. u. tuschstück) des einen die ganze zucht der seidenwürmer, auf dem andern der reisbau vorgestellt ist Göthe I 31, 6 W.; da setzten wir uns hinter unsere tuschkästchen, illuminirten kleine landschaften Immermann w. 18, 68 Hempel.
 
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tuschkasten, m., 'farbkasten' (zu 1tuschen A 1 b bzw. 2): (die katzen) wurden ausgeschnitten und aus dem tuschkasten sauber angemalt Storm s. w. 3 (1898) 194; tuschkasten boîte ... à couleurs Krebs techn. wb. 7, 3 (1932) 161. bildlich: von einem hab' ich gehört, er könne nur in blau leben und in rot schlafen. ei, da bin ich doch besser dran, ich sage dir, ich schlafe den ganzen tuschkasten durch Fontane ges. w. (1920) II 3, 364. —
 
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tuschkastenkünstler, m., gelegenheitsbildung bei Gutzkow: bilderbogen zum ausmalen für Nürnberger tuschkastenkünstler ges. w. (1872) 9, 251. —
 
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tuschlinie, f., mit tusche gezogener farbstrich: der Besenrodaer bahnhof war (auf der landkarte) durch ein sechsfaches system roter tuschlinien mit dem Schottenhaus verbunden Kluge Kortüm (1938) 65; mit zarten kunstvollen tuschlinien (wird) die haltung der figuren lebendig gestaltet ausstellg. altjapan. kunst (1939), katal. 73. —
 
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tuschmaler, m., vereinzelt lexikographisch bezeugt: tusch-mahler pittore in chiar' oscuro Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 13b. —
 
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tuschmalerei, f., pinselzeichnung mit schwarzer tusche (Brockhaus 19 [1934] 211): ein zweites verdienst ist, dasz er (Motonobu) die tuschmalerei ... als berufsmaler übernimmt und technisch fortbildet ausstellg. altjapan. kunst (1939), katal. 105.

 

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