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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tuschfritze bis tuschkastenkünstler (Bd. 22, Sp. 1927 bis 1928)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tuschfritze, m., gelegentlich gebrauchter spottname für ' maler': sie sind ja auch amateur, photographierfex, der den tuschfritzen das teure geld nicht gönnt Kahlenberg familie Barchwitz (1899) 182.
 
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tuschglocke, f., zu 3tuschen (2) gebildet (im obd. vereinzelt auch tuschschelle, s. Schöpf tirol. 778). — (stoszartig) dröhnende glocke: nicht wenige der heimkehrenden rinder tragen schellen oder 'tuschglocken' Fr. Franzisci kulturstudien (1879) 59.
 
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tuschieren, vb., aus gleichbedeutendem frz. toucher 'anrühren, beleidigen' abgeleitet (s. Seiler d. entwickl. d. dt. kultur i. spiegel d. dt. lehnworts 3, 1 [1910] 179 u. vgl. die studentensprachliche rückbildung 2tusch 'herausfordernde beleidigung'), das auch ins poln. gedrungen ist (tuszowác 'berühren, beleidigen'). — anfangs noch frz. schreibung folgend, s. auch teil 11, 1, 1, sp. 916 s. v. touchieren (2): (das gefängnis) touchiret auch nicht nur des gefangenen ehre allein, sondern auch dessen gantzer familien respect Jak. Döpler theatr. poen. (1693) 664; einer 'der dem don Hudibras den ermel hat touchirt', muss sich mit ihm schlagen (mit deutlichem hervortreten der sinnlichen grundbedeutung) Mencke scherzh. ged. (1706) bei E. Schmidt rez. v. Kluges dt. studentenspr. in: zs. d. ver. f. volkskde. 5 (1895) 350; am ende wollte er dich wirklich (durch sein anrempeln) tuschieren E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 237 Grisebach. vereinzelt auch mundartlich bezeugt: er hat ihn tuschirt d. i. 'er hat ihm etwas beleidigendes gesagt' Westenrieder gloss. germ.-lat. (1816) 592; freier: des tuschirt (berührt unangenehm, ärgert) mi', dasz i' verlur'n hab Hügel Wien 169; s. auch bei Hofmann niederhess. 243; Martin-Lienhart elsäss. 2, 723; Fischer schwäb. 2, 514 sowie im bad. wb. 1, 617; im allg. jedoch auf die studentensprache beschränkt (s. Burgh. Klosz id. d. burschenspr. 43).
 
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tuschieren, vb., kolorieren, schattieren; auf frz. toucher 'streichend berühren, farbe auftragen' zurückgehend. tuschieren setzt sich jedoch gegenüber 1tuschen als der geläufigeren entlehnungsform (s. dort) nicht durch und behauptet sich lediglich in der komposition (re-tuschieren).

[Bd. 22, Sp. 1928]


'kolorieren bzw. schattieren' (zur sachgeschichte vgl. Berger d. techn. d. aquarellmalerei [1923] 5 u. J. Meder d. handzeichnung, ihre technik u. entwicklung [1923] 51; 359): hab acht dass du ein jedliche farb schättigst mit einer farb, die sich dorzu vergeleich; ... so du ein soliche (zweifarbige) seiden molst und mit einer farb tuschirst, als ein braun mit dem blo, so musst du das blo noch mit eim sätteren blo absetzen ... so muss kein farb im tuschiren aus ihrer art kummen (1513) Dürer schriftl. nachlasz 325 Heidrich-Wölfflin; etlicher grosser 4 geflgelter wrmer flgel sind mit schwartzen flecken und mackeln artig touschiret durch und durch Chr. Lehmann histor. schaupl. (1699) 642; tuschen, tuschiren toccare, ritoccare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b.
 
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tuschieren, vb., gelegenheitsbildung zu 1tusch, 'hoch leben lassen': man tuschirte so lange noch thaler in der tasche der gefeierten waren K. Friedrich vierzig jahre 3 (1849) 277.
 
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tuschierer, m., s. unter 1tuscher.
 
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tuschierpinsel, m., vereinzelt statt des üblicheren tuschpinsel (s. dort): tuschir-pensel pennello da toccare ò ritoccare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 189a; darnach berstreiche das gemhlde mit einem tuschier-pensel J. J. Rembold d. ntzl. u. knstl. papier (ca. 1740) 57.
 
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tuschierung, f., nomen actionis zu 2tuschieren; vereinzelt lexikalisch bezeugt: tuschung, tuschirung ... toccamento, ritoccamento Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b.
 
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tuschkästchen, n., wie tuschkasten (s. dort): ich merkte mir (in dem museum) zwei chinesische tuschkästchen, wo auf den stücken (farbtäfelchen, s. u. tuschstück) des einen die ganze zucht der seidenwürmer, auf dem andern der reisbau vorgestellt ist Göthe I 31, 6 W.; da setzten wir uns hinter unsere tuschkästchen, illuminirten kleine landschaften Immermann w. 18, 68 Hempel.
 
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tuschkasten, m., 'farbkasten' (zu 1tuschen A 1 b bzw. 2): (die katzen) wurden ausgeschnitten und aus dem tuschkasten sauber angemalt Storm s. w. 3 (1898) 194; tuschkasten boîte ... à couleurs Krebs techn. wb. 7, 3 (1932) 161. bildlich: von einem hab' ich gehört, er könne nur in blau leben und in rot schlafen. ei, da bin ich doch besser dran, ich sage dir, ich schlafe den ganzen tuschkasten durch Fontane ges. w. (1920) II 3, 364. —
 
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tuschkastenkünstler, m., gelegenheitsbildung bei Gutzkow: bilderbogen zum ausmalen für Nürnberger tuschkastenkünstler ges. w. (1872) 9, 251. —

 

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