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tuscher bis tuschierer (Bd. 22, Sp. 1927 bis 1928)
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[Bd. 22, Sp. 1927]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tuscher, m., nomen agentis zu 2tuschen, vereinzelt bei Ludwig: tuscher oder vertuscher ... 'an arch concealer' teutsch-engl. (1716) 2042.
 
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tuscher, m., schlag, (büchsen-)knall, im obd. geläufige bildung zu 3tuschen, (s. Schmeller bair. 1, 629; Lexer kärnt. 79 u. Unger-Khull steir. 185):

wiar i zon krippi kâm,
mach i an burzelbâm,
dâr i de krippithür
ei~g'rennt häd schier.
...
koa~ wunna wâ's g'wên, wann s'mi g'jgt häden scho~,
weil's so ǎn grouszmachtingǎ tuscha hat to~ volksschausp. i. Bayern u. Österr. 168 Hartmann-Abele.


 
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tuschfarbe, f. , kompositum mit 1tuschen, gelegentlich statt des üblicheren 1tusche (s. dort) gebraucht.
a) wie tusche A 1 (zu 1tuschen A 1 b und 2): tuschfarbe, tusche colore, sguazzo à toccare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b; er verstand seine zeichnungen mit tuschfarben so schön und lieblich auszumalen Ch. v. Schmid ges. schr. (1858) 3, 147; tuschfarben werden die durch anreiben von den verschiedensten farbkörpern mit ... gummischleim ... hergestellten wasserfarben genannt Karmarsch-Heeren techn. wb. 9 (1888) 742.
b) wie tusche A 2 (zu 1tuschen A 1 a): tuschfarbe ... schieferschwarz Mothes ill. baulex. 4 (1884) 385, s. auch unter tuschmanier.
 
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tuschfigürchen, n., mit tusche gemalte zierfigur: auszer diesen schon etwas gröszeren gestalten ... sind (in dem stammbuch) noch eine menge von eingeschriebenen sentenzen, verse usw., bunte kleinere embleme, tuschfigürchen usw. beigemalt Hoffmann findlinge 1 (1859) 353. —
 
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tuschfläche, f., 'malfläche': die tuschfläche ist sehr sensibel (4. 6. 1852) A. v. Menzel br. 157 Wolff.
 
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tuschfritze, m., gelegentlich gebrauchter spottname für ' maler': sie sind ja auch amateur, photographierfex, der den tuschfritzen das teure geld nicht gönnt Kahlenberg familie Barchwitz (1899) 182.
 
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tuschglocke, f., zu 3tuschen (2) gebildet (im obd. vereinzelt auch tuschschelle, s. Schöpf tirol. 778). — (stoszartig) dröhnende glocke: nicht wenige der heimkehrenden rinder tragen schellen oder 'tuschglocken' Fr. Franzisci kulturstudien (1879) 59.
 
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tuschieren, vb., aus gleichbedeutendem frz. toucher 'anrühren, beleidigen' abgeleitet (s. Seiler d. entwickl. d. dt. kultur i. spiegel d. dt. lehnworts 3, 1 [1910] 179 u. vgl. die studentensprachliche rückbildung 2tusch 'herausfordernde beleidigung'), das auch ins poln. gedrungen ist (tuszowác 'berühren, beleidigen'). — anfangs noch frz. schreibung folgend, s. auch teil 11, 1, 1, sp. 916 s. v. touchieren (2): (das gefängnis) touchiret auch nicht nur des gefangenen ehre allein, sondern auch dessen gantzer familien respect Jak. Döpler theatr. poen. (1693) 664; einer 'der dem don Hudibras den ermel hat touchirt', muss sich mit ihm schlagen (mit deutlichem hervortreten der sinnlichen grundbedeutung) Mencke scherzh. ged. (1706) bei E. Schmidt rez. v. Kluges dt. studentenspr. in: zs. d. ver. f. volkskde. 5 (1895) 350; am ende wollte er dich wirklich (durch sein anrempeln) tuschieren E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 237 Grisebach. vereinzelt auch mundartlich bezeugt: er hat ihn tuschirt d. i. 'er hat ihm etwas beleidigendes gesagt' Westenrieder gloss. germ.-lat. (1816) 592; freier: des tuschirt (berührt unangenehm, ärgert) mi', dasz i' verlur'n hab Hügel Wien 169; s. auch bei Hofmann niederhess. 243; Martin-Lienhart elsäss. 2, 723; Fischer schwäb. 2, 514 sowie im bad. wb. 1, 617; im allg. jedoch auf die studentensprache beschränkt (s. Burgh. Klosz id. d. burschenspr. 43).
 
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tuschieren, vb., kolorieren, schattieren; auf frz. toucher 'streichend berühren, farbe auftragen' zurückgehend. tuschieren setzt sich jedoch gegenüber 1tuschen als der geläufigeren entlehnungsform (s. dort) nicht durch und behauptet sich lediglich in der komposition (re-tuschieren).

[Bd. 22, Sp. 1928]


'kolorieren bzw. schattieren' (zur sachgeschichte vgl. Berger d. techn. d. aquarellmalerei [1923] 5 u. J. Meder d. handzeichnung, ihre technik u. entwicklung [1923] 51; 359): hab acht dass du ein jedliche farb schättigst mit einer farb, die sich dorzu vergeleich; ... so du ein soliche (zweifarbige) seiden molst und mit einer farb tuschirst, als ein braun mit dem blo, so musst du das blo noch mit eim sätteren blo absetzen ... so muss kein farb im tuschiren aus ihrer art kummen (1513) Dürer schriftl. nachlasz 325 Heidrich-Wölfflin; etlicher grosser 4 geflgelter wrmer flgel sind mit schwartzen flecken und mackeln artig touschiret durch und durch Chr. Lehmann histor. schaupl. (1699) 642; tuschen, tuschiren toccare, ritoccare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b.
 
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tuschieren, vb., gelegenheitsbildung zu 1tusch, 'hoch leben lassen': man tuschirte so lange noch thaler in der tasche der gefeierten waren K. Friedrich vierzig jahre 3 (1849) 277.
 
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tuschierer, m., s. unter 1tuscher.

 

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